Happy Monday meine Lieben,

ich hoffe, ihr hattet ein ebenso entspanntes Wochenende wie ich. Meines bestand (aufgrund erneuter heftiger allergischer Reaktion auf Schnakenstiche) aus ganz viel schlafen, ganz viel couching und sonst nicht viel. Gut, ein bisschen essen war auch noch dabei. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich so vieles für das Wochenende an Erledigungen geplant hatte, aber wenn der Körper signalisiert, dass er scheinbar Ruhe braucht, dann will ich mich mal beugen und mich nicht ärgern. Bringt ja eh nix! Nachdem ich so viel geschlafen habe und daher noch sehr fit bin (es ist gerade Montagmorgen knapp nach Mitternacht), gibt es für euch zum Einstieg in die neue Woche den nächsten Blogbeitrag zur Florida-Reise. Mit Tag 7 befinden wir uns schon in der 2. Halbzeit, ihr habt es also bald überstanden!  ;o)

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Was für eine himmlische Nacht, wenn man es mit Tag 6 vergleicht. So gut hatte ich im ganzen Urlaub noch nicht geschlafen, wobei das definitiv das „schäbigste“ Zimmer war, das wir zum Übernachten hatten. Und wie himmlisch wäre es erst gewesen, wenn nicht ab Mitte der Nacht ein entsetzlicher Juckreiz eingesetzt hätte. Den konnte ich mal besser und mal weniger gut ignorieren, bis um 7 Uhr morgens die Nacht rum war und ich das Übel sehen konnte: zig rote Quaddeln an Armen und Beinen. Da hatten wir die Ursache für den Juckreiz. Bäääh.

Auch Dani hatte diese Probleme und wir rätselten, ob es hier im Zimmer vielleicht Bettwanzen gab? Aber nein. Das waren späte Liebesgrüße der Mosquitos aus den Everglades, die tatsächlich erst über 12 Stunden später ihre Wirkung bei uns beiden entfalteten, während es bei Kati sofort angeschlagen hatte und der es im Gegensatz zu uns blendend ging. Unweigerlich musste ich an den grinsenden Art denken „It depends on how sweet you are.“ Super …  Einige Cremerunden mit Tyrosur-Gel später machten wir uns gegen 8:15 Uhr auf den Weg zum Breakfast Room, wo uns ein kleines continental breakfast erwartete. Dazu wurden wir gratis schockgefrostet – was bei den juckenden Stichen aber geradezu eine kleine Wohltat war. ;o) Nur zum Verständnis, was ich mit schockgefrostet meine: als wir wieder nach draußen gingen, beschlugen unsere Sonnenbrillen und waren bis zurück im Zimmer immer noch schockbeschlagen.

Relativ schnell hatten wir wieder unsere sieben Sachen eingepackt und verladen, so dass wir gegen 9:15 Uhr gen Norden starteten. Kati fuhr uns weg aus Naples und über die US 75 North Richtung Fort Myers Beach. Bei einem Speed Limit von 70 tuckerten wir so über die Autobahnen dahin, bis wir schließlich durch Fort Myers Beach fuhren. Wie idyllisch und schön das da war! Von der Straße aus konnte man an den dortigen Anwesen vorbei direkt aufs Meer sehen. Traumhaft.
Demokratisch wurde zu meinem Leidwesen entschieden, dass wir nicht parken und uns genauer umsehen, sondern direkt weiter zum eigentlichen Ziel des heutigen Tages fahren. Wenige Minuten später und durch eine Mautstelle mehr, kamen wir schließlich auf Sanibel Island an.

Sanibel Island liegt am Golf von Mexico und ist eine Insel im Lee County des Bundesstaates Florida. Die Insel ist lediglich über eine mautpflichtige Brücke mit dem Namen Sanibel Causeway erreichbar. Die Insel ist sehr flach und bietet den Einheimischen und Besuchern viele schöne Sandstrände mit dem wohl größten Muschelvorkommen in den gesamten USA. Die kleine Insel hat insgesamt 6469 Einwohner und somit eine Bevölkerungsdichte von 145 Einwohnern je Quadratkilometer. Die Insel ist für Fahrzeuge gut ausgebaut, aber auch mit dem Fahrrad sehr gut befahrbar. Vor allem lässt sie sich recht schnell erkunden, da Sanibel Island nur 20 km lang und 5 km breit ist und ein großer Teil davon ist Naturschutzgebiet mit dem Namen J. N. „Ding“ Darling National Wildlife Refuge.
(Quelle: Typisch Florida)

Nachdem wir einen Parkplatz für Oscar gefunden und den Parkscheinautomaten gefüttert hatten (vorerst nur für 1 Stunde Aufenthalt – der Automat nahm das Geld nur passend und wir hatten glücklicherweise 4$ passend dabei), machten wir uns mit unserem Hab und Gut auf zum – von so vielen Bekannten empfohlenen – Muschelstrand und wurden nicht enttäuscht. <3  Wie bei so vielen Stränden in Amerika gibt es keinerlei „Schattengelegenheiten“. Da es bei mir aber nur „rot oder weiß“ gibt, geht es nicht ohne Schatten. Glücklicherweise fanden wir Dank des Gebüsches in der Nähe etwas Schatten und breiteten dort unsere Handtücher aus. Schnell in die Badesachen geschlüpft und dann hieß es einfach nur noch entspannen. Dem Meeresrauschen zuhören, den Ausblick genießen, in der Sommerlektüre lesen, am Strand entlang laufen und natürlich auch ab ins Wasser. Baden im Golf von Mexico? Check!  :o)

Da eine Stunde natürlich zu wenig war, lösten die Mädels nochmals eine weitere Stunde nach, während ich bei unseren Sachen blieb. So hatten wir noch ein bisschen länger Zeit an diesem tollen Fleckchen Erde, konnten noch Muscheln sammeln gehen und Sand von Sanibel als Puffer einpacken und damit das Übergepäck für den Heimflug herausfordern und einfach am Strand entlang laufen. Es gab dort wahre Muschelberge, das hatte ich noch nie vorher gesehen. Natürlich waren die Muscheln schon recht ausgesucht. Nach der Ebbe wären wohl außergewöhnlichere Funde wieder möglich, sagten uns drei ältere Damen. Die auch erwähnten, dass man hier irgendwo am Strand Boxen zum Muschelsammeln angeboten bekommt. Die wir aber nicht benötigten, wir haben es so hinbekommen.  :o)  Auch diese Verlängerungsstunde war schnell rum und so verließen wir wehmütig den Strand und gingen zurück zu Oscar.

Nach einem kurzen Stop bei einer Kette (Wendy’s? DQ? Keine Ahnung mehr.) zum schnellen frisch machen (am Strand hatten wir keine Sanitäranlagen finden können) fuhren wir wieder runter von Sanibel Island. Bekannte hatten zwar auch die Insel Captiva empfohlen, die an Sanibel Island mehr oder weniger anschließt, die haben wir aber links liegen lassen. Auf dem Rückweg sahen wir noch ein Restaurant „She sells sea shells“ und ich musste sehr darüber lachen, erinnerte es mich doch an einen Tongue Twister, den wir in der 5. oder 6. Klasse auswendig lernen mussten. :D

Nachdem ich noch die Aussichten aus dem Auto genossen hatte, vertiefte ich mich in meine Sommerlektüre und haben von der weiteren Fahrt nicht viel mitgekommen. Ca. 100 Seiten später kamen wir in Sarasota an. Dort hatten wir uns vorab ein Hotelzimmer gebucht. Als wir jedoch dorthin fuhren, gefiel es uns überhaupt nicht. Es war mitten im Industriegebiet, überhaupt nichts drum herum. Also fuhren wir wieder weg und zum nächsten goldenen M, um uns eine andere Bleibe zu suchen. Normalerweise macht man so etwas ja nicht, aber da man es im Urlaub schön haben möchte und noch nichts gezahlt war, haben wir uns das einfach mal getraut und umgesetzt. Es dauerte auch nicht lange und wir fanden ein anderes Hotel, das uns ansprach. Also setzen wir uns wieder in den Wagen und ich chauffierte uns dort hin. Es war ein Weltenunterschied und das „La Quinta Inn“ ein Träumchen. Die Zimmer schön groß und toll eingerichtet, was wollten wir mehr?

Abendessen! Das wollten wir, nachdem es den ganzen Tag nichts gegeben hatte außer dem Frühstückchen am Morgen. Also verließen wir das Hotel und machten gleich noch einen kleinen Spaziergang. Da wir kein Restaurant gefunden hatten, der Magen aber schon in den Kniekehlen hing, verliefen wir uns wieder einmal in einen Publix. Dort kauften wir Salat, Obst und ein amerikanisches Mittelchen gegen Insektenstiche. Die juckten irgendwie eingebildet? immer mehr und es fühlte sich auch nach mehr Stichen an als am Morgen an. Aber nur die Harten kommen in den Garten …

Nach einer ausgiebigen Dusche habe ich dann als Versuchskaninchen hergehalten und wir haben alle drei verfügbaren Mittelchen gegen Mosquitostiche bei mir angewendet. Wir hatten Tyrosur Gel aus Deutschland, Aloe Vera Gel aus Deutschland und das frisch gekaufte Mittel aus den USA. Eines auf die Arme, das andere auf die Beine, das dritte auf den Rücken. Mal sehen, was daraus wird … Müde und bestens präpariert ging es gegen 23 Uhr ins Bett.

Eure Karina

PS: Jetzt kann ich es euch ja verraten: wir waren in geheimer Mission unterwegs in Sachen „Tester für Mittel gegen Mosquitobisse“.  ;D

Hallo meine Lieben,

und hallo Sommer! Diese Woche ist er wieder so richtig hier in Deutschland angekommen. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber für mich gehören irgendwie Sommer und Grillen unweigerlich zusammen. Und zum Grillen gehören leckere Salate. So wie dieser hier, den ich vor zwei Wochen samstags mit meiner Besten zubereitet und anschließend bei Wein und tollen Gesprächen auf der Terrasse genossen habe. Leider kann ich euch nicht verlinken, von wo das Rezept stammt, aber es war aus einem Kochbuch glaube ich …

Caprese Blankenese

Rezept für 4 Personen

Zutaten:

1/2 rote Zwiebel
1 Stängel Dill
2 EL Balsamico Bianco
1 TL Dijonsenf
Salz, Pfeffer
2 große Tomaten (alternativ 6 kleine)
2 Kugeln Mozzarella
3-4 Stängel Basilikum
2 EL Olivenöl
100 g Nordseekrabben (geschält und gegart)

Zubereitung:

  • Die Zwiebel schälen und in kurze Streifen schneiden. Den Dill waschen und trocken tupfen. Die Spitzen abzupfen und fein hacken. Zwiebel und Dill mit Essig und Senf mischen, mit Salz und Pfeffer würzen und dann beseitestellen.
  • Tomaten waschen, Mozzarella abtropfen lassen und dann beides in dünne Scheiben schneiden. Basilikum waschen und trocken tupfen. Tomaten und Mozzarella auf einer Servierplatte nebeneinander in mehreren Reihen dachziegelartig übereinanderlegen. Das Basilikum zerpflücken und darüber geben. Mit Salz würzen und mit Olivenöl beträufeln.
  • Die Krabben mit der Zwiebelmarinade mischen und locker auf der Caprese verteilen. Etwas Pfeffer grob darübermahlen und servieren.

Zu diesem Salat passt dann beispielsweise geröstetes Ciabatta mit Kräuterbutter dazu oder auch Brötchen. Wir hatten Laugengebäck dazu und leckeren Wein, das passte auch.  ;o)  Wie das aber für 4 Personen hätte reichen sollen, war uns ein Rätsel. Wir haben die ganze Platte zu zweit leer geputzt. :D

Ich wünsche euch einen tollen Start ins Wochenende,

eure Karina

Hallo meine Lieben,

während ich gerade in der Mittagspause sein dürfte, habe ich hier den Reisebericht zu Tag 6 für euch. Macht euch gefasst auf Alligatoren, Mosquitoalarm und anderes.  :o)

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Was. für. eine. Nacht.
Das war die schlechteste Nacht Spoiler während dem ganzen Urlaub. In unserem Hotelzimmer war es entweder viel zu warm (wenn die Klima ausgeschalten war) oder viel zu kalt (wenn die Klima angeschalten war). Im Zimmer sägte eine der Mädels über mehrere Stunden die Everglades kurz und klein, während vor der Hoteltür scheinbar niemand Schlaf brauchte (die Hotelanlage ist wie eine „Hood“ angelegt mit 6 Gebäudekomplexen, wir waren im Erdgeschoss und bei den Parkplätzen). So gegen 3 Uhr fand ich dann in den schlechten Schlaf und morgens vor 7 Uhr war die Nacht dann schon wieder rum. Glücklicherweise war keine der Folgenächte auch nur annähernd so schlimm – sonst hätte ich den Urlaub vermutlich echt abgebrochen.  ;o)

Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, ging es in den Breakfast Room des Fairway Inn, wo wir ein continental breakfast vorfanden. Mit ihm Essensraum war auch Santa Clause, der inkognito unterwegs war.  ;o)  Dazu kamen einige Familien mit Kindern und natürlich lief ein riesengroßer TV-Bildschirm mit Nachrichten, der aber stumm geschalten war (so ist es eigentlich in allen Unterkünften gewesen, in denen wir waren). Neben frisch gebackenen Waffeln gab es auch viel frisches Obst, von dem wir uns auch einen Wegsnack mitnahmen.

Nach dem Frühstück marschierten wir in das nebenan gelegene Visitor Center, da wir uns über die Everglades informieren wollten. Abgesehen davon, dass jede von uns etwas anderes über die Everglades gelesen hatte und jede andere Vorstellungen vom bevorstehenden Tag hatte, wollten wir Infos von Insidern haben und gerne natürlich auch Tipps. Im Visitor Center wurden wir dann von Art und Michelle bedient, ein ganz zauberhaftes altes Ehepaar. Michelle nahm Art öfters auf den Arm und erklärte dann augenzwinkernd, dass sie das gerne tue und sie schon 71 Jahre verheiratet wären (WHAT? Wie alt waren die bitte bzw. wie jung haben die beiden geheiratet? Sie haben sich jedenfalls sehr gut gehalten, ich hätte sie nicht älter als max. 80 geschätzt.). Wir erhielten von den beiden die Auskunft, dass es an diesem Tag um 10:30 Uhr eine guided tour am Standpunkt „Royal Palm“ geben sollte. Angesprochen auf eventuelle Mosquitos und wen sie stechen, meinte Art nur grinsend „It depends on how sweet you are.“
Na dann …

Wir kauften noch fix etwas zu trinken, bedankten uns für die Infos, erhielten noch eine Everglades-Map und gingen dann zurück zu unserem Zimmer, um Oscar erneut zu beladen und weiterzufahren. Nach dem Checkout ging es dann schnurstracks Richtung Everglades und zum Ernest F. Coe Visitor Center. Dani fuhr uns dorthin und am Weg gab es leider so gut wie nichts zu sehen, da alles sehr nach Einöde aussah. Sehr viele Rennradfahrer waren unterwegs und wir sahen auch ein Gefängnis auf dem Weg, aber mehr nicht. Gegen 10 Uhr hatten wir das Visitor Center erreicht und haben uns dort nochmals Infos geholt.

Die Everglades sind ein tropisches Marschland im Süden des US-Bundesstaates Florida. Ein Teil der Everglades ist als Everglades-Nationalpark geschützt und UNESCO-Welterbe. Seit 2010 steht der Park auf der roten Liste des gefährdeten Welterbes, da die zunehmende Umweltverschmutzung und Eingriffe in den Wasserhaushalt den Park bedrohten. Der Park stand aus nahezu denselben Gründen bereits in der Zeit von 1993 bis 2007 auf der roten Liste. Das Gebiet der Everglades erstreckt sich auf über 6.000 km².
(Quelle: Wikipedia – siehe auch hier)

Noch schnell die Sanitäranlagen aufgesucht und uns am Auto fix mit Mückenspray eingesprüht, fuhren wir dann zum Parkeingang und stellten uns in die Schlange zum Eintritt bezahlen. Dort waren Monitore aufgebaut, die uns im Everglades Nationalpark begrüßten, die verschiedenen Preise anzeigten (Radfahrer, Auto, Camper, Bus …) und uns warnten mit dem Satz „Mosquito level high“. Wir dachten uns „ja ja … wird schon nicht so schlimm sein“ …
Nachdem wir unsere 25 $ für das Auto in den Everglades gezahlt hatten, fuhren wir zum Standpunkt „Royal Palm“ und kamen dort problemlos rechtzeitig zur guided tour an. Punkt 10:30 Uhr nahm uns Elisabeth in Empfang und führte uns nach einer kurzen allgemeinen Einführung zu den Everglades über den „Anhinga Trail“. Bereits während wir noch dort saßen und die allgemeine Einführung erhielten, kamen die ersten Mosquitos geflogen und man gewann den leichten Eindruck, dass sie unser Mückenspray nicht interessierte … Sobald wir jedoch aufgestanden und zu Fuß unterwegs waren, merkte man nichts mehr von Mosquitos – dafür herrschte eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit um die 90% und die Sonne knallte phasenweise vom blauen Himmel herunter. Da war für mich wieder einmal Schattenhopping angesagt, soweit es möglich war.

Elisabeth erzählte uns auf der gut 50-minütigen Tour so ziemlich alles über die Everglades. Über Flora und Fauna, vorhandene Tierarten in den Glades, wie man sich am besten verhält, wenn man auf sie trifft. Viele in den Glades vorhandenen Bäume werden für Medizin verwendet, was aber nicht weiter bekannt oder geläufig ist. Auf dieser Tour sahen wir Mangroven, Alligatoren (merke: Alligatoren findet man nur im Süßwasser, Krokodile können im Salz- und Süßwasser leben – zudem haben Alligatoren schwarze Augen und Krokodile eher gelbe Augen), Anhingas, Kormorane, Grashüpfer (die aber ganz andere Farben als in Deutschland hatten) und und und … nur Waschbären haben wir leider keine gesehen, die kommen scheinbar woanders in Florida viel häufiger vor als in den Glades.

Nachdem wir so eine schöne Tour hatten und dann noch sogar das Glück hatten, zum Abschluss eine Schildkröte zu sehen (die sich leider nicht fotografieren lassen wollte und gleich wieder vom Gras weg ins Wasser abtauchte), wollten wir gleich noch eine zweite kleine Tour auf eigene Faust am Royal Palm Center machen. Dort gab es noch den Gumbo Limbo Trail – also nichts wie hin. Nachdem wir sahen, dass er nur 0,4 Meilen lang ist, war eh klar, dass wir ihn laufen. Bereits am Eingang zum Trail durch einen dicht bewachsenen Wald meinte Dani „ich bleib mal lieber hier draußen, da surrt mir zu viel“. Also gingen Kati und ich rein und meinten, dass wir eh gleich wieder da sind. Wir waren wenige Meter gelaufen, da kam uns ein Pärchen entgegen „the further you go inside the more mosquitos you’ll find“. Ja ja, wird schon nicht so schlimm sein. Also sind wir weiter gelaufen – und je mehr wir reinkamen, desto mehr fluchten wir, denn das Gesurre wurde tatsächlich immer mehr. Wir beide nur in Shorts und T-Shirt (ich hatte glücklicherweise wenigstens noch eine Cap und einen Schal um) haben dann einen Stechschritt hingelegt. Half auch nix. „Karina, da sind mindestens 50 Mosquitos auf deinem Rücken.“ What the … ?!  Ich ertappte mich dann hüpfend und Pirouetten drehend über den betonierten Weg. Kati ging es nicht viel anders. Wir schlugen um uns, in der Hoffnung, die Mosquitos zu vertreiben. Dabei haben wir ziemlich geflucht („Meine Wade gehört mir, Mist*****!“) und aus schnellerem Gehen wurde schließlich eine Sprinteinheit. Das F-Wort könnte auch des Öfteren gefallen sein … Tja. Auch, wenn der Trail nur 0,4 Meilen lang war … bei der Anzahl an Mosquitos sind 0,4 Meilen einfach 0,4 Meilen zu viel. Dani erwartete uns draußen und war happy, nicht mitgegangen zu sein und wir waren wieder einmal um mindestens eine Erfahrung reicher … ;D

Kati hatte das Pech, dass gleich riesige Mosquito-„Pflatscher“ sichtbar wurden. Die haben wir gleich mit diversen Mittelchen behandelt. Dani und mir ging es gut. Nach einer kurzen Erfrischung setzen wir uns bei gefühlten 40 Grad wieder ins Auto und fuhren weiter zum Standort „Pinelands Trail“ (0,4 Meilen, führt durch Überreste von Kiefernwäldern) sowie zu „Pa-hay-okee Overlook“ (0,2 Meilen, toller Überblick über die „Steppe“) und „Mahogany Hammock Trail“ (0,4 Meilen, ein dschungelähnlicher Inselwald). Auf dem Weg mussten dann noch mindestens 10 Mosquitos sterben, die sich in unser Auto verirrt hatten. Bye bye, Mistviecher!  O_0

Die verschiedenen Trails waren (trotz der Kürze) atemberaubend und die Flora und Fauna so unterschiedlich, dass es ständig etwas Neues zu sehen gab. Die Bilder oben zeigen es ja. Teilweise bin ich die Trails auch alleine gelaufen und die Mädels blieben am Auto. Wir lobten uns jedenfalls unseren klimatisierten Oscar, denn ohne ihn wären wir wohl trotz kühler Getränke eingegangen in den Everglades. In den Glades selbst bin ich dann auch das erste Mal mit Oscar gefahren – so quasi langsames Antasten außerhalb irgendwelcher Gefahrenzonen mit der nicht gewohnten Automatik. Alles lief glatt, also blieb ich gleich auf dem Fahrersitz sitzen. ;o)

Der ursprüngliche Plan war eigentlich, bis ganz nach unten in den Süden der Glades bis nach „Flamingo“ zu fahren und dort vielleicht sogar eine Kanutour oder eine andere Tour zu machen. Aufgrund der Hitze-Kälte-Wechsel und der kennengelernten Mosquitos verwarfen wir diesen Plan aber. Gemütlich fuhren wir zurück zum Ernest F. Coe Visitor Center und gegen 14 Uhr schließlich Richtung Naples, wo wir die Nacht verbringen wollten.

Um nach Naples zu kommen, fuhren wir den bekannten Tamiami Trail (US 41) entlang, neben dem der Tamiami Canal verläuft. Das Autofahren kann ganz schön einschläfernd sein, wenn es immer nur geradeaus geht und es dauernd Tempolimits gibt (da merkt man erst einmal, wie verwöhnt man in Deutschland ist, wo es Strecken ohne Tempolimit gibt) – unabhängig davon, ob man Fahrer oder Beifahrer ist. Selbst die tolle und immer irgendwie wechselnde Landschaft konnte nicht verhindern, dass die Müdigkeit einkehrte. Die aber schlagartig wie weggeblasen war, als uns auffiel, dass wir nur noch 1/8 im Tank hatten. Oops. Weit und breit war nichts zu sehen und der Teil der Strecke war eine einzige einspurige Baustelle. Hmmm. Endlich kam ein Restaurant mit einem Giftshop in Sichtweite und wir bogen dorthin ab. Die netten Angestellten erklärten uns, dass wir entweder zurück nach Homestead fahren könnten (ein ganzes Stück zurück) oder aber 9 Meilen weiterfahren könnten Richtung Naples, dort käme die nächste Tanke. Allerdings gehöre die dortige Tankstelle Indianern und wer weiß, ob die geöffnet hätte. Also fuhren wir den ganzen Weg nach Homestead zurück und zur Shell-Tankstelle.

Da standen wir nun – und wie kriegt man das Benzin in den USA? Nach ein bisschen rumprobieren fragten wir einen Mann an der nächsten Zapfsäule. Der erklärte es den Mädels (zuerst in die Tanke gehen und sagen, für welchen Betrag man tanken will und zahlen, dann rausgehen und tanken, wegfahren), die sich hiernach auf den Weg machten. Der Blick von dem Mann … der hat sich bestimmt wieder seinen Teil gedacht in Sachen „Frauen und Auto fahren“ … :D :D :D So sind wir halt und ihr Männer braucht doch auch eine Daseinsberechtigung! Die Mädels kamen wieder raus und tankten – um kurz darauf wieder zurück zu laufen, da der Tank schon bei 30 $ voll war statt bei den angegeben 50 $. Wir hatten nicht bedacht, dass man in Galonen tankt. Aber auch kein Problem. Nachdem ein Teil zurückgebucht und alles geregelt war, ging es wieder Richtung Naples. Zweiter Versuch.

Tamiami Trail – Der bekannteste Abschnitt des 1928 eröffneten Tamiami Trail (US 41) ist das 170 km lange Stück zwischen Miami und Naples. Er bietet einen perfekten Einblick in die Vielfalt des wilden Florida. Die ersten Kilometer führen am Nordrand des Everglades Nationalpark vorbei, wenig später an einem bestehenden Indianerdorf. Es ist gut möglich, dass man entlang des landschaftlich reizvollen Tamiami Trails Alligatoren sieht. Der Trail führt in jede Richtung nur eine Fahrbahn und hat keine Einzäunungen, die die Tierwelt vom durchqueren abhält.
(Quelle: Miami und die Florida Keys, National Geographic Traveller)

Leider hatten wir keinerlei Tiere mehr gesehen am Tamiami Trail, obwohl mehrfach Florida Panther-Schilder angebracht waren, aber die Landschaft bot auch so genug schöne Anblicke. Nichtsdestotrotz waren wir sehr froh, als wir dann doch endlich in Naples ankamen. Scheinbar in einem Ballungszentrum, da in jede Richtung sechs Fahrspuren führten was auch kein Problem ist, wenn man aufmerksam fährt. Der erste Weg – ihr könnt es euch denken – führte zum Goldenen M. Bei einem erneuten sugar-free vanilla iced latte ließ sich das W-LAN gleich besser nutzen und wir fanden auch recht schnell eine sehr günstige Unterkunft. Was mir an dem Goldenen M gefiel: es gab „order here“-Automaten, an denen man selbst seine Bestellung eingab, los schickte, nur noch am Tresen bezahlen musste und das Gewünschte entgegennahm. Keine nervigen Nachfragen und alle sind glücklich.  :o)

© Dani

Nach der sehr willkommenen Erfrischung fuhren wir noch zum in der Nähe gelegenen Publix und kauften uns unser Abendessen ein. Damit im Gepäck (es gab leckere coffee-nut bzw. strawberry M&Ms zu kaufen … sooo lecker!) ging es dann zu Conty’s Motel. Es war wie in amerikanischen Filmen mit sehr altmodischen Tagesdecken auf dem Bett, recht „runtergekommen“, aber gut, was wollten wir erwarten für den Preis? Und schließlich waren wir im Abenteuerurlaub, oder nicht?  ;o)  Nach einem fixen aber leckeren Abendessen (Brot, Guacamole, Tomaten, Hummus) unter freiem Himmel (das wegen Mosquitos vorzeitig beendet wurde) ging es nur noch kurz unter die Dusche und dann gegen 22:30 Uhr ab ins Bett. Der Tag war ja lange und ereignisreich genug … und die Nacht davor kurz  ;o)

***

Noch ein kurzes Nachwort zu den Everglades:

Einerseits reichten uns diese Eindrücke der Everglades, da uns – wie beschrieben – vor allem die Hitze und Luftfeuchtigkeit zu schaffen machten. Andererseits war ich doch auch ein bisschen traurig, dass uns Tiere wie Schlangen, Flamingos, Florida Panther oder Waschbären nicht live begegnet sind – hätten wir sie gesehen, wäre ich vermutlich die erste gewesen, die sich versteckt. Aber ihr wisst schon, wie ich das meine. :o)
Dennoch waren die Everglades mit ihren unendlichen Weiten wahnsinnig faszinierend. Grüne Sumpflandschaft, wohin man schaut, dann wieder einfach nur Steppe, wie man es sich in Afrika vorstellt. Es ist unbeschreiblich. Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch die Everglades mal vor Ort und in Ruhe an – und glaubt dem „Mosquito Level“-Schild am Eingang des Parks …

Eure Karina