Also gut, ihr wollt ein bisschen mehr über mich erfahren? Könnt ihr haben.

Ich gehe noch zur Schule. Noch und zwar nur noch bis zum 2. Mai. Eigentlich noch viel kürzer, aber das ist der offizielle Entlassungstermin. Also Schule, Gymnasium (Gumminasium, wie mein Mathelehrer immer sagt und dann verzweifelt auf schallende Lacher wartet). Einer meiner Leistungskurse: Deutsch. Vermutlich denkt ihr, ich habe Deutsch gewählt, weil ich so gut schreiben kann. Pah, falsch. Ich habe ein Hauptfach gebraucht und zur Auswahl standen: Physik (bähhh), Mathe (hatte ich ernsthaft in Erwägung gezogen, aber mich dann zum Glück dagegen entschieden), Englisch (Nein, danke. Auf unsere Englischlehrer auf der Schule kann ich gerne verzichten.), Französisch (hmpf) und eben Deutsch. Ich bin nicht die Beste, aber es macht mir Spaß zu schreiben und zu lesen. Vor allem zu lesen. Also gut, habe ich Deutsch gewählt und gleich die erste Klausur in den Sand gesetzt. Aber zum Glück hat sich das mit der Zeit gesteigert, sodass ich eigentlich ganz zufrieden sein könnte, wäre da nicht unsere Deutschlehrerin, die wirklich … sonderbar ist, aber dazu ein anderes Mal.

Das Lesen hat mir noch nie Probleme gemacht, also das Lesen von Büchern, die man sonst, freiwillig niemals in die Hand nehmen würde. Bücher. Bücher. Bücher. Plötzlich wurde ich eingedeckt mit Büchern und kam gar nicht mehr zum verschnaufen.
Unsere letzte Lektüre: „Sansibar oder der letzte Grund“ von Alfred Andersch. Ein eher mittelmäßiges Buch, aber ein Zitat ist wundervoll, wie ich finde. Ich werde euch demnächst immer mal wieder ein Zitat hinknallen, das mir besonders gut gefällt, darauf könnt ihr euch verlassen. Also hier Zitat Nummer eins oder besser: Für alle Träumer:

Er erinnerte sich, dass er noch einen anderen Traum hatte, der immer wiederkehrte – den Traum von der Schaukel in Norwegen. Er saß in einer riesigen Schaukel, die irgendwo in den Wolken über einem Fjord angebracht war, er blickte auf eine dunkle Landschaft aus Gebirgen und Meer und in den Fjord hinab, und die Schaukel begann zu schwingen, hin und her, hin und her. Dieser Traum hatte seinen Ursprung nicht in einer Realität, er war noch nie in Norwegen gewesen, vielleicht entsprang sie einem Wunsch, denn er wäre immer gerne einmal nach Norwegen gereist, aber aus irgendwelchen Gründen war die Reise nie zustande gekommen, so dass er dazu verurteilt war, über einem Traum-Norwegen zu schaukeln.

In diesem Sinne: Träumt, aber wacht wieder auf, lasst euch nicht einlullen in die bauschige Welt der Träume, sondern benutzt sie nur als Rückzugsort. Das klingt vielleicht hart, aber die Realität besitzt noch viel schönere Momente, die man festhalten sollte. In seinem Herzen. Diese erkennt man nur, wenn man die Augen öffnet für die Realität, für das einzig Wahre was zählt.

Eure Sandra

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