Wenn ihr wüsstet wie das gerade in meinem Kopf aussieht.

Alles fliegt durcheinander, die Ordnung hat sich schon lange aufgelöst. Nun ja, vermutlich erst seit kurzem, aber es passierte so vieles in letzter Zeit. Und das ohne Unterbrechung. Die Ereignisse purzelten nur so vorwärts, ich rannte von einem Gedankenmonster zum nächsten, stolperte und raffte mich wieder auf, doch verlor etwas. Etwas in mir, das mir Ruhe schenkte, Besonnenheit. Steht man an einer Grenze und möchte diese überschreiten, sein Reich ausweiten, sollte man Mut haben. Mut, diese neue Aufgabe in Angriff zu nehmen. Aber auch ruhig bleiben und kühl. Nachdenken, über die Konsequenzen. Die Stille suchen, wenn auch nur für ein paar Minuten.

Ereignisse, die in meinem Kopf rumschwirren, die manchmal eine gewisse Übelkeit hervorrufen. Das Leben. Es treibt dich stets vorwärts. Du kannst Blicke zurück werfen, über deine Schulter, doch deine Füße werden dich immer weitertragen.

Das Abitur steht vor der Tür, leise hat es sich angeschlichen und plötzlich sind es nur noch 2 Tage,die mich vor der ersten großen Prüfung trennen. Man fragt sich, wie und ob man das schafft. Wie es weitergehen wird, danach. Nach diesem ganzen Tumult. Man sieht die Menschen, die Mitschüler aus völlig anderen Augen, denn man weiß, bald ist es vorbei und die Zeit, die man miteinander verbracht hat, wird nur noch aufgewärmt bestehen können. Denn diese gemeinsame Zeit wird vorbei sein.  Man blickt in die Zukunft und sieht … nichts.

Man erkennt Strukturen, die Richtung in der es weitergehen soll, aber sie scheint seltsam leer. Wer wird am Straßenrand stehen? Wer wird ein Stück mit dir gehen? Wen wirst du aus den Augen verlieren und hinter dir lassen?

Ich werde für sechs Monate meine Heimat verlassen, „mein“ geliebtes Nürnberg, meine Freunde, meine Familie und diesen einen Menschen, der mir so oft im Kopf herumlungert. Wie wird das sein? Ich habe etwas Angst. Angst davor, dass das Vermissen so groß, zu groß sein wird. Das „kleine Mädchen“ wird die Welt erkunden. Alleine? Wer wird mich begleiten? Wen werde ich wiedersehen?

Was ist mit diesem EINEN? Wird er mich vergessen? Wird er abends noch immer an meinem Haus vorbeifahren, in der Hoffnung, dass wir uns sehen? In der Hoffnung, dass ich an meinem Fenster stehen werde, auf ihn wartend. Und wird er noch an SEINEM Fenster stehen, wenn ich zurückkomme, in der Hoffnung, dass ICH davor stehe?

All diese offenen Fragen und doch noch so viele mehr.

Die Zukunft ist offen.Verheißungsvoll.

Die Vergangenheit steckt in einer geschlossenen Truhe. Leise flüsternd.

Ich dazwischen. Was kommen mag, wird sich zeigen. Bis dahin, werde ich lächelnd weiterstolpern.

Eure Sandra

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