Hallo ihr Lieben,

auch ich melde mich endlich einmal wieder. Ich habe meine Abiturprüfungen nun hinter mir, das Zeugnis in der Hand und mit einem traumhaften Schnitt bestanden (Ja, in dieser Sache darf das Eigenlob nicht fehlen) und habe jetzt eine längere Pause vor mir, genauer gesagt bis Oktober, denn dann beginnt mein Studium.

Was ich bis dahin machen werde, ist mir noch etwas unklar: Die freie Zeit genießen, Menschen treffen, die ich während der stressigen Lernphase vernachlässigt habe, ein fremdes Land besuchen, meine neue Heimat während des Studiums genauer unter die Lupe nehmen, mir einen kleinen Nebenjob suchen, Schreiben, Fotografieren,  …  . Oh, ja ich habe noch einiges vor.

Dazu gehört auch (um endlich auf den Titel anzusprechen) meine große Schwester so oft wie möglich zu besuchen.

„Eine große Schwester? Ich dachte, du bist Einzelkind? Hä?“

Verrückt? Keinesfalls.

„Das versteh ich nicht.“

Keine Sorge, nur eines ist wichtig zu verstehen:

Meine große Schwester ist ein wundervoller Mensch.

Ein Mensch, der mir so sehr am Herzen liegt, wie ein Familienmitglied.

Ein Mensch, der innerhalb kürzester Zeit  mein Ansprechpartner in allerlei kniffligen Fragen geworden ist.

Ein Mensch, der mich, vor allem in der letzten stressigen Zeit, mit allen ihren Kräften unterstützt hat.

Ein Mensch, der mich kennt, mit allen meinen Facetten, mit allen Ecken und Kanten und der mich genauso liebt.

Einen Menschen, in dessen Anwesenheit ich ganz ich selbst sein kann.

Für mich eine echte Schwester. Eine große Schwester. Nicht nur wegen dem Alter.

Lasst mich euch etwas erzählen, eine kleine Geschichte aus „unserem“ Leben:

Es gibt einen Mann in meinem Leben, der mir den Kopf verdreht. So einen, wie ihn jeder kennt. Einen unglaublichen Frauenheld, der sich für keinen Flirt zu schade ist. Und trotzdem verbindet mich etwas mit ihm, das unbeschreiblich ist. Das weiß ich, das weiß er und das weiß meine große Schwester.

Natürlich kennen sich die zwei, doch weiß dieser Eine nicht, dass sie meine Schwester ist.  Er weiß nichts von dieser engen Bindung zwischen uns. Und tatsächlich: auch meine große Schwester wird plötzlich von ihm angeschmachtet. Zögernd, aber trotzdem bestimmt. Und dann das Chaos: Was soll sie tun? Soll sie mir davon erzählen? Sie weiß doch, wie gern ich ihn habe. Sie weiß aber auch, wie sehr es mich aus der Fassung bringt, wenn ich erfahre, dass er mit anderen Frauen flirtet. Sie zerbricht sich den Kopf, weiß nicht ein und nicht aus. Und verdammt, er sieht unglaublich gut aus. Soll sie es wirklich erzählen?

Und doch hält ihr Schweigen nicht einmal einen Tag. Sie erzählt mir davon, denkt dabei nur an unsere Freundschaft, unsere Verbundenheit, die dadurch doch einen Kratzer abbekommen könnte. Denkt nur daran, dass ich ihr böse sein werde.

Und ich? Was war mit mir, als ich davon erfuhr? Ich wollte liebend gern auf der Stelle zu ihr fahren und sie … in den Arm nehmen, ganz fest halten und ihr sagen, dass nichts und niemand uns auseinander bringen kann. Und schon gar nicht so eine Kleinigkeit. Ich kenne ihn und weiß, was er für eine Anziehungskraft hat. Ich weiß auch, dass meine Schwester sich niemals zwischen uns stellen würde. Also wieso sollte ich ihr böse sein?

Doch macht sie alleine nicht diese Unsicherheit unglaublich liebenswert?

Ja, sie ist ein wundervoller Mensch, eine noch viel bessere Schwester und hat sich in meinem Herzen einen großen Platz geschaffen.

Ich weiß, dass du das hier lesen wirst, meine Große, und genau deshalb ist das hier vielleicht auch der richtige Ort, um dir einmal für all das zu danken.

Danke für deine wunderbare Unterstützung.

Danke für dein offenes Ohr, dass du immer für mich hattest.

Danke für all das Vertrauen, das du mir geschenkt hast und dafür, dass ich dir meins schenken konnte.

Danke für all die unzähligen Worte von dir, von denen mich jedes einzelne zum Lächeln gebracht hat.

Danke, dass du mit mir durch diese komplizierten letzten Monate gegangen bist, stets da warst, um mich aufzufangen und aufzurichten.

Ich war in der letzten Zeit oft verwirrt und habe bei dir immer eine Schulter zum Anlehnen gefunden, ein offenes Ohr, dem ich alles erzählen konnte (auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten waren).

Ich hoffe, nein, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich dir niemals nervig war.

Aber kleine Schwestern dürfen das, oder?

Auf viele weiter Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre zusammen und darauf, dass ich dir all das eines Tages zurückgeben kann.

Ich liebe dich, wie eine große Schwester und du bist schon so viel mehr für mich als das.

Danke.

Deine „kleine“ Sandra

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