Fühlst du?
Fühlst du mich?
Fühlst du meinen Herzschlag, meinen Atem?
Fühlst du das, was mich von dir trennt?

Was fühlst du?

Du sprichst nicht über deine Gefühle, niemals. Das würde nicht zu dir passen. Meinst du.
Du möchtest nicht schwach wirken, willst doch stark sein. Für mich, ein bisschen.

Doch wie sehen deinen Augen mich? Wie dein Herz?

„Männer sprechen nicht über ihre Gefühle“, heißt es.
„Männer kämpfen in ihrem Inneren.“
„Männer sind eben anders.“

Sind sie das?
Du wirkst viel zu vertraut, um anders zu sein.

„Frag ihn doch einfach direkt, was er für dich fühlt!“, wird mir empfohlen.
Aber ich will nicht. Stemme mich gegen diesen Ratschlag, wie ein bockender Esel.
Ich will, dass Du mit mir redest, will, dass du die Initiative ergreifst. Diesen Schritt auf mich zu machst.

Die Spannung zwischen uns könnte sonst verloren gehen, der Weg aus Glas zwischen uns zerbrechen.
Das ist es mir nicht wert.

Fühlst du all das?
Fühlst du meine Angst, dich zu verlieren?
Fühlst du meine Angst, den nächsten Schritt zu wagen?

Fühlst du den Regen?

Ich möchte mein Herz nicht an dich binden, so wie schon unzählige Male zuvor, ohne zu wissen, was du fühlst. Mein Herz braucht Gewissheit. Es braucht Schutz.

Kannst du es schützen? Kannst du es bewahren?
Kannst du meine Liebe bewahren?

„Du stellst zu hohe Ansprüche!“, wird mir vorgeworfen.
„Er wird dich schon lieben.“

Aber weiß ich das sicher? Kann man das sicher wissen?
Will ich das wissen?

Ich will nur wissen, ob mein Herz sicher bei Dir ist. Es ist doch so schwer geworden in der letzten Zeit.

Während der Regen an mein Fenster schlägt, hefte ich jeden Gedanken an einen Regentropfen auf der Glasscheibe. Sehe, wie manche stehen bleiben, zurückbleiben, kleiner werden und aufhören zu existieren. Andere dagegen vereinen sich. Werden größer und schneller. Suchen sich einen Weg nach unten.

In einem entdecke ich mein Lächeln. Eine Spiegelung.

Fühlst du es?
Fühlst du mein Lächeln?

Sanft streift es Deine Wange und für einen Moment vergesse ich all diese wirbelnden Fragen.

Ich weiß, du fühlst mein Lächeln, meinen schnellen Herzschlag unter deinen Händen.
Das ist wichtig. Nur das.  Für den Augenblick.

Und morgen frage ich dich, ob du den Regen fühlst.

Aus der Gedankensamlung von Sandra

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