Hallo ihr Lieben,

nun bekommt ihr endlich wieder etwas Lesestoff. Gut einen Monat ist es her, dass ich mit Christin für ein paar Tage in Wien war – und nun folgt endlich der versprochene Bericht darüber. Wird ja auch langsam aber sicher mal Zeit :o)

Wir sind am Freitag, 02.09.2011 am Flughafen in Nürnberg gestartet und sind gegen 18 Uhr in Wien gelandet. Von dort aus sind wir dann mit dem Zug (nicht mit dem CAT, sondern mit einem normalen Zug, der nicht viel länger braucht, aber wesentlich weniger kostet; vielen Dank für den Tipp Ulli!) nach Wien gefahren und von dort aus weiter mit der U-Bahn zu unserem Hotel, dem „All You Need Vienna 2“.

Das Hotel war – meiner Meinung nach – echt ein Traum! Für 3 Sterne alle mal! Das Personal war superfreundlich, die Zimmer sehr geräumig, das Frühstücksbuffet der Wahnsinn, überall freies Internet (in der Lobby W-LAN, im Zimmer auch kostenlos, wenn man Laptop/Netbook dabei hatte), einen schönen großen Garten zum Entspannen und zudem noch sehr, sehr, sehr zentral gelegen (im Bezirk 2, also quasi Innenstadt). Einziger Haken: das Hotel hat nur in der Zeit vom 01.07. bis 30.09. jeden Jahres für „Touris“ geöffnet, da es sonst als Studentenwohnheim dient.

An diesem Tag haben wir nicht mehr viel unternommen, da wir erst gegen 20 Uhr im Hotel ankamen. Wir haben uns dann später nur noch einmal auf den Weg in den Bezirk 1 gemacht, in die Fußgängerzone. Dort haben wir in einem Restaurant zu Abend gegessen und uns die vorbeiflitzenden Passanten und Touris angeschaut. Und der Sprache gelauscht. Ja, es ist deutsch, aber doch irgendwie anders. Nicht „schlecht“ anders, sondern „schön“ anders. Ich könnte den Österreichern ewig zuhören :o)

Am Samstag, 03.09.2011 ging es dann auf zur ersten Entdeckungstour. Wir haben uns den Stephansdom angesehen (leider recht Touristen-überlaufen, aber was soll ich sagen, wir waren ja auch als Touris unterwegs *g*), überhaupt den Bezirk 1 („Der Erste“ genannt) und den Prater bei Tag. Der Prater ist schon auch sehr beeindruckend mit seinen vielen Fahrgeschäften. Dort habe ich auch das höchste Kettenkarussell ever gesehen: der Prater-Turm (sh. Bild unten). In 117 m Höhe und bei 60 km/h kann man sich hier einen Überblick über Wien verschaffen. Außerdem gibt es auch im Prater eine „Madame Tussaud’s“, aber das kennt man ja schon aus London oder Berlin, deswegen sind wir da nicht rein.
Mehr haben wir dann nicht geschafft, da eine wahnsinnige Hitze herrschte (der 1. Sonnenbrand ließ gleich am 1. Tag grüßen *grml*).
Wir hatten allgemein sehr viel Glück mit dem Wetter; es waren jeden Tag ca. 25 – 30° C, also schon echt hochsommerlich. Genau aus diesem Grund sind wir immer zwischen 13 und 18 Uhr ins Hotel zurückgekehrt, weil es einfach zu warm wurde. Wie die Spanier, die machen doch auch immer ihre Siesta (und abends die Fiesta *g*).
Abends haben wir uns dann noch den Schwedenplatz in Ruhe angeschaut und waren auch in einem türkischen Restaurant zum Essen – es war hammerlecker!!! Allerdings hat Christin danach nicht mehr viel mit mir gesprochen, da sehr viel Knoblauch in meinem Essen war … aber ist ja gut für’s Herz ;o)

Am Sonntag, 04.09.2011 haben wir uns dann die Wien-Card gekauft. Das ist eine Karte, mit der man für 72 Stunden sowohl in Bus, Tram und U-Bahn fahren kann und man auf viele Sehenswürdigkeiten, in Restaurants usw. Ermäßigungen bekommt.
Da haben wir dann auch gleich eine 1,5-stündige-Busrundfahrt durch Wien gemacht mit „Red Bus City Tours“. Das war einfach perfekt, weil man so trotzdem schnell alles sieht, bei der Hitze tut der Fahrtwind ganz gut (der Bus ist ohne Glasscheiben, also offen) und überhaupt. Es war einfach schön. Beim Hundertwasserhaus durften wir dann für 30 Minuten aussteigen und uns das in Ruhe ansehen. Es ist schon beeindruckend, was Herr Hundertwasser da kreiert hat!
Außerdem sahen wir noch einmal den Stephansdom, die Hofburg (wird leider gerade von außen restauriert), die Staatsoper, die Akademie der bildenden Künste, die Karlskirche, das Rathaus, die Urania usw usw. Das war so viel Datenflut, dass man sich gar nicht alles so merken konnte, wie man wollte. Leider!

Montags haben wir uns auf den Weg zum Naschmarkt gemacht (Bezirk 6). Es war sehr interessant, was dort alles angeboten wurde: Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Gewürze, Süßes, Deftiges, Spielzeug … und und und. Und es sind ja nicht nur 10 Stände, nein, da hat man schon gut zu tun, bis man komplett durchgelaufen ist (er ist ca. 2,3 Hektar groß).
Um 12:30 Uhr haben wir uns dann mit Ulli (eine liebe Bloggerin mit einem tollen Blog, den ihr hier findet könnt – ich verfolge ihren Blog schon lange, wann werdet ihr es tun?) im Restaurant „Motto am Fluss“ zum Mittagessen getroffen. Es ist ein supertolles Restaurant, eigentlich ein Schiff, das vor Anker liegt.
Es war ein schönes Treffen; und auch noch einmal vielen herzlichen Dank an Ulli für die vielen Wien-Insider-Tipps und auch die leckeren „Energy-Bar Cappuccino-Schoko-Riegel“! DANKE! :o)  (du weißt ja: wenn du mal nach Bamberg kommst, dann …)
Montag abend haben wir dann noch einmal Wien zu Fuß erkundet. Es war dann auch temperaturtechnisch sehr angenehm, da es abgekühlt hatte. Also haben wir uns noch einmal auf den Weg gemacht und das Rathaus, das Burgtheater und das Parlament angeschaut. Da es leicht zu regnen begann, unterbrachen wir die Tour und wollten zum Abendessen gehen. Da Christin unbedingt mit einer Straßenbahn fahren wollte, solange wir da waren, sind wir in die Nächstbeste eingestiegen. Wir waren der festen Überzeugung, dass sie in der Nähe des Stephansdoms hält. Tja, nix war’s. Die Straßenbahn fuhr und fuhr … immer weiter in Gegenden, die wir noch nie gesehen hatten. Als wir dann anhand eines Straßenschildes erkannten, dass wir mittlerweile im Bezirk 10 gelandet waren, haben wir die Füße in die Hände genommen und sind bei der nächsten Möglichkeit ausgestiegen. Wir wechselten die Straßenseite und stiegen in die nächste Straßenbahn ein und fuhren wieder zurück bis zum Karlsplatz. Man oh man, uns kann man nicht alleine weg lassen, hab ich manchmal den Eindruck  ;o)
Von der Irrfahrt erholt, wollten wir „Zum Figlmüller“ gehen, dort gibt es das berühmteste Schnitzel Wiens. Nur blöd, wenn man nicht reserviert hat  :-(  Der Figlmüller hat mittlerweile sogar 2 Restaurants, aber mit jeweils nur ca. 80 Sitzplätzen, das wird schwierig, wenn man spontan dort essen will. Wir hatten dann großes Glück und haben nach ca. 15 Minuten warten einen Tisch bekommen (herzlichen Dank an den netten Kellner, ohne den wir heute noch warten würden). Natürlich haben wir ein Schnitzel bestellt, was sonst. Und wir staunten nicht schlecht, als das dann serviert wurde (sh. Bild unten). Es war riiiiiieeeesengroß (es war ein normaler Teller, kein Unter- oder Kuchenteller, und selbst da stand das Schnitzel noch über!)! Wir versuchten unser Bestes, aber für das ganze Schnitzel hat der Platz im Magen nicht gereicht. Aber wirklich sehr, sehr, sehr gut, kann ich nur empfehlen! Da wundert man sich dann nicht mehr über die Millionen Zeitungsartikel an den Wänden, die von diesem Schnitzel schwärmen. Also: Wenn ihr in Wien seid, schaut mal beim Figlmüller vorbei!

Am Dienstag, 06.09.2011, haben wir uns auf den Weg zum Schloss Schönbrunn gemacht und in den dazugehörigen Tierpark. Am Schloss habe ich natürlich erst einmal wieder ein „Hüpffoto“ gemacht, eine Angewohnheit, die ich seit 2009 hab. So ein Foto ist doch viel schöner, als wenn man starr irgendwo davor steht. Ulli sieht das übrigens genauso, sie hat dafür sogar extra eine Seite auf ihrem Blog eingerichtet, die sich „Jump around the world“ nennt.
Schon witzig, dass es auch andere Leute gibt, die solche Fotos zur Erinnerung machen. Dachte immer, ich wäre die einzige Blöde, die auf sowas kommt  ;o)
Der Tierpark selber war auch total schön! Ich schaue mir ja immer gerne Tiere an; gerade die, die man sonst nicht so in freier Wildbahn in Deutschland zu sehen bekommt. Am tollsten fand ich das süße kleine Robben-Baby. Das hat allen anderen Tieren die Show gestohlen, der kleine Cutie  :o)
Außerdem sind wir nachmittags ins Cafe Sacher und haben – ihr könnt es euch denken – eine Sacher-Torte gegessen. Wenn wir schon einmal in Wien sind … ;o)  Dazu habe ich mir einen „Kaffee verkehrt“ gegönnt, den man bei uns als „Latte Macchiatto“ kennt. Verkehrte Welt  ;o)  Direkt neben dem Café Sacher befindet sich das Hotel Sacher, vor welchem urplötzlich viele Fotografen und Kamerateams standen und wir dachten uns schon „wer da wohl im Hotel abgestiegen ist?“ Christin lief schon einmal vor, ich habe noch in Ruhe Kuchen und Kaffee fertig vertilgt und hab die Szenerie durch das Fenster beoachtet. Leider waren wir auch danach nicht viel schlauer, da wir die Herrschaften nicht kannten, die da rausmarschiert kamen. Später haben wir dann erfahren, dass die türkische Nationalmannschaft im Hotel Sacher residierte, da sie am Abend gegen Österreich gespielt haben (zur Info: es endete 0:0).
In der Fußgängerzone haben wir dann auch noch 2 Straßenkünstler gesehen, die sich gold angemalt hatten und im 30er-Jahre Stil angezogen waren. Sie haben sich nur bewegt, wenn jemand Geld eingeworfen hat. Ich muss das wirklich bewundern, wie man so lange still sitzen und sich nicht bewegen, ja, überhaupt nicht rühren kann. Wahnsinn.
Abends sind wir dann noch einmal zum Prater gefahren. Spätestens da hätten wir rausgefunden, dass abends das Spiel Österreich – Türkei war, da die komplette U-Bahn nur noch rot und weiß war. Was waren wir froh, dass sämtliche Fans eine U-Bahn-Station weiter fuhren, als wir am Praterstern ausstiegen (das Stadion ist nicht weit weg vom Prater).
Wir schlenderten dann noch einmal in Ruhe über den Prater und haben uns noch einmal die ganzen Fahrgeschäfte angeschaut. Bei Nacht wirkt das alles natürlich noch mehr, ist ja klar. Ich habe mich dann zu 2 Runden im „Break-Dance“ überreden lassen, was ja eigentlich überhaupt kein Problem ist. Eigentlich. Irgendwie war es mir danach so schlecht, ich hab wirklich gar nichts mehr gebraucht. Ich hab Wasser getrunken, mir wurde noch schlechter, ich hab Kaugummi gekaut, das war auch keine gute Idee … Ich war dann einfach nur froh, als ich wieder in meinem Hotelbett lag. Mit dem Alter kann man halt doch nicht mehr so viel mitmachen  ;o)

Am Mittwoch, 07.09.11, war dann unser letzter Tag, an dem wir auch nicht mehr viel gemacht haben. Wir sind noch einmal durch Wien spazieren gegangen. Durch die Fußgängerzone, am Stephansdom vorbei, am Franz-Josef-Kai entlang … einfach noch einmal die tolle Stadt genießen.
Wenig später mussten wir uns dann auch schon auf den Weg machen, da der Flieger um 15 Uhr Richtung Nürnberg startete und wir um 16.15 Uhr schon wieder in good old Germany waren.

Es war ein schöner Kurztrip. Wien ist eine tolle Stadt mit wahnsinnig viel Geschichte und historischen Bauten (ich musste ja regelmäßig an „Sissi“ denken – ja, ich oute mich, ich mag die Filme), toller Architektur, netten Menschen und viel zu sehen und erleben. Dennoch waren die 5 Tage fast zu lange, da man alles schon schneller abgeklappert hatte.
Zu einer Fiaker-Fahrt hat es leider auch nicht gereicht, da es unseres Erachtens nach einfach zu teuer war (da haben wir uns lieber das Wiener Schnitzel und die Sacher-Torte gegönnt *g*). Für 20 Minuten 40 € … nöö. Diesmal nicht.
Aber ich werde bestimmt wieder einmal nach Wien kommen, irgendwann. Man kommt doch überall noch einmal hin, wo es einem sehr gut gefallen hat, oder?  :o)

In diesem Sinne wünsche ich euch allen noch ein schönes Restwochenende,

eure Karina

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