Hallo ihr Lieben,

ihr werdet euch jetzt denken „Ein komischer Titel für einen Blog-Eintrag?!“ oder aber er macht euch neugierig, was auch nicht verkehrt ist, da ich euch heute ein Buch ans Herz legen möchte.
Die letzte Buchempfehlung stammt übrigens von Sandra und liegt schon eine Weile zurück. Diese könnt ihr hier nachlesen.

Das Buch heißt „Weiß wie Milch, rot wie Blut“ und stammt aus der Feder von Alessandro D’Avenia, einem Italiener.
Im Buch selber geht es um einen 16-jährigen Jungen, Leo, der sich unsterblich in seine erste große Liebe verliebt, Beatrice. Leider wird Beatrice schwer krank. Doch auch das kann Leo’s Liebe nicht aufhalten.

Mehr will ich euch zum Buch selber nicht verraten, lest es einfach. Vielleicht sagt ihr „oh, ein Kinderbuch, nein danke“. Es mag ein Jugendbuch sein, ja, aber es ist sooo toll geschrieben. Ich würde es ja ein bisschen mit Sandra’s Schreibweise vergleichen, die kann auch so toll schreiben, wie Herr D’Avenia <3

Was mit besonders gut am Buch gefallen hat: man durchlebt mit Leo alle Facetten der Gefühlswelt. Der Moment, in dem er Beatrice das erste Mal sieht. Der Moment, in dem er sich einredet „Sie muss mich gemeint haben, mich! Und niemand anderen!“ (ging oder geht es uns nicht auch so, bei unserer ersten Liebe oder als wir das letzte Mal verliebt waren? Man interpretiert Dinge falsch in etwas hinein, weil man sich so sehr wünscht, dass der andere einen auch mag). Der Moment, in dem er von Beatrice‘ schwerer Krankheit erfährt und noch viele andere Momente.
Abgesehen davon, dass man wirklich mitfühlen kann, bringt einen das Buch auch viel zum Überlegen, zum Nachdenken. Durch einfache Sätze, die im Buch fallen. Ein doch recht „erwachsenes“ Buch. Und andererseits an manchen Stellen ungewohnt komisch.

Hier für euch ein kleiner Auszug aus dem Buch. Vielleicht versteht ihr, wie ich das meine. Leo hat vor Kurzem von Beatrice‘ Krankheit erfahren. Es geht ihm nicht gut, als er in seiner Freizeit auf seinen Geschichtelehrer trifft:

Es geht mir schon besser. Ich, der sich wegen eines Fehlers wünschte, das Leben hätte eine Rückspultaste. Aber das Leben hat keine solche Taste. Das Leben geht trotzdem weiter, es spielt seine Musik, ob man will oder nicht, man kann es nur lauter oder leiser drehen. Und man muss tanzen. So gut man kann. Doch irgendwie habe ich jetzt weniger Angst. Der Träumer (zur Info: so nennt er seinen Geschichtslehrer) reißt mich aus meinen Gedanken.
„Jeder von uns hat etwas, wofür er sich schämt. Wir sind alle schon einmal weggelaufen, Leo. Aber das macht uns menschlich. Nur, wenn uns etwas im Gesicht geschrieben steht, wofür wir uns schämen, wird unser Gesicht lebendig …“
„Weinen Sie?“
Der Träumer schweigt.
„Jedes Mal, wenn ich Zwiebeln schäle.“
Ich pruste los, auch wenn der Witz mehr als lau ist. Ich ziehe die Nase hoch und schlucke die restlichen Tränen hinunter.
„Es ist ganz normal, Angst zu haben. Genauso normal wie Weinen. Das hat nichts mit Feigheit zu tun. Feige zu sein bedeutet, so zu tun, als wäre nichts, wegzusehen. Drauf zu pfeifen. Klar bist du weggerannt. Klar warst du scheißwütend auf dich und die ganze Welt. Aber das ist doch normal. Aber scheißwütend zu sein bringt nichts. Du kannst noch so scheißwütend werden, aber davon wird Beatrice nicht gesund. Ich hab mal gelesen, dass die Liebe nicht dazu da ist, uns glücklich zu machen, sondern uns zu zeigen, wie viel Schmerz wir ertragen können.“
Schweigen.
„Aber ich bin abgehauen! Dabei sollte ich doch bereit sein zu sterben, um sie gesund zu machen!“
Der Träumer sieht mich an.
„Du irrst dich, Leo, Reife zeigt sich nicht darin, für ein hehres Ziel zu sterben, sondern in Demut dafür zu leben. Mach sie glücklich.“
……..

Vielleicht habe ich euch jetzt ein bisschen Lust auf dieses Buch gemacht, ich hoffe doch :o) Mir hat es sehr gut gefallen und ich hatte es binnen weniger Tage geradezu verschlungen.

Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende!

Eure Karina

PS: Zu kaufen gibt es das Buch zum Beispiel hier.

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