Hallo meine Lieben,

wie geht es Euch? Habt Ihr das Faschingswochenende gut überstanden? Was habt Ihr gemacht? Ward Ihr auch weg vom Trubel oder habt Ihr Euch ins Getümmel gestürzt? Als was ward Ihr verkleidet? Ich will alles wissen ;)

Wie ich schon erwähnt hatte, bin ich ja überhaupt kein Freund von Fasching und bin geflüchtet. Heute erzähle ich Euch nun endlich, wo ich war – wobei es aus der Überschrift wohl schon ersichtlich ist.
Spätestens bei dem nachfolgenden Foto, ist klar, wohin es mich verschlagen hat:

 

 

Genau: ich war in Venedig zum venezianischen Karneval. Wie es dazu kam und wie es war? Da sollte ich wohl ganz von vorne anfangen …
Es war Mitte Januar, als mich meine Freundin Renchen darauf ansprach, ob ich an Fasching nicht mit ihr eine Reise nach Venedig machen möchte. Und da hatte sie mich natürlich gleich wieder, mich alte Weltenbummlerin. Für solche Dinge bin ich ja immer zu haben … :o)
Also hat sie uns beide für eine Busreise angemeldet bei NRS, hier der Link dazu (insofern er noch funktioniert).

Gestartet sind wir vergangenen Freitag um 21:15 Uhr in Bamberg mit einem Transferbus. Dieser brachte uns nach Nürnberg, von wo aus wir gegen 22 Uhr gen Italien starteten. Wir kamen relativ zügig durch, denn bereits um 8 Uhr am Samstag waren wir in Venedig angekommen. Der Busfahrer ließ uns am „Tronchetto“ raus und von da an begann unser Tag in dieser tollen Stadt (vorneweg: wir verließen Venedig erst wieder um 22 Uhr, hatten also jede Menge Zeit, uns das Karnevalstreiben anzusehen, die Verkleidungen zu bestaunen und die Stadt mit ihren vielen Kanälen, Brücken und Gassen zu erkunden).

Zuerst die Entscheidung: wie kommen wir vom Busparkplatz in die „Innenstadt“? Fahren wir mit einer Vaporetto-Linie (Schiff) oder mit dem „People Mover“ (eine Art Seilbahn, erst seit knapp 1 Jahr in Gebrauch)? Wir entschieden uns für den „People Mover“ – denn alles was nach Abenteuer klingt, muss getestet werden ;o)
Eben dieser brachte uns vom Tronchetto zum Piazzale Roma, von dort gingen wir zu Fuß. Wir entdeckten die ersten Kanäle und Brücken. Die ersten Karnevals-Plakate. Die ersten Venezianer. Die ersten schnuckeligen Geschäfte. Kurz gesagt: der erste Eindruck war schon einmal topp und wir waren fleißig am Fotografieren :o)

Nach ein bisschen Fußmarsch kamen wir dann zu dem „Fluss“, den man (zumindest als Frau) sofort anhand der Sissi-Trilogie erkennt: an den Canal Grande. Dort musste natürlich erst einmal wieder ein Hüpfbild gemacht werden – eine lustige Angewohnheit von mir (die übrigens auch Ulli pflegt, sie hat sogar eine ganze Seite dazu eingerichtet, nämlich hier, die „Jump-around-the-world“-Seite). Das lockert die Urlaubsbilder immer irgendwie auf, ich weiß auch nicht :o)

Nur ein paar Schritte weiter bzw. hinter der nächsten Hauswand sahen wir dann eines der Wahrzeichen Venedigs: die Ponte di Rialto, die Rialto-Brücke. Bekannt aus zig Filmen und Dokumentationen. Sie war lange Zeit die einzige Brücke über dem Canal Grande. Mittlerweile natürlich nicht mehr – aber als Dienstälteste genießt sie natürlich besonderes Ansehen :o)
Nach unserem Zwischenstopp dort ging es weiter zur Piazza San Marco, dem Markusplatz. Natürlich auch jedem Sissi-Schauer bekannt ;o)  Es dauerte nicht lange und wir sahen die ersten verkleideten Personen (angeblich nicht nur Venezianer, sondern auch viele andere Europäer, die sich das ganze Jahr auf diesen Karneval vorbereiten und nach Venedig kommen). Das ist schon wahnsinnig, in was für Kostüme die sich schmeißen. Und welche Masken die aufhaben. Da kommt man aus dem Schauen und Staunen gar nicht mehr raus (unten ein paar unserer Fotos davon).

Nachdem wir einmal quer über den Markusplatz gelaufen waren, entschieden wir uns dazu, den „Campanile de San Marco“ zu erklimmen – den Markusturm. Seines Zeichens rot und 100 m hoch. Leider gibt es keine Treppen mehr – man kann nur mit dem Aufzug hoch in den Glockenturm fahren (Kostenpunkt 8 €) und von oben das superschöne Panorama der Lagunenstadt genießen. Die Wartezeit ist relativ lange (wenn man sich nicht im Gedränge „versehentlich“ ziemlich weit vorne mit rein schiebt *zwinker*), da sollte man viel Zeit mitbringen! Aber der Ausblick lohnt sich allemal!

So, da waren wir nun. Um ca. 13 Uhr in Venedig auf dem Markusplatz und hatten eigentlich schon alles gesehen, was es zu sehen gibt bzw. wir uns vorgenommen hatten, zu sehen. Masterplan: wir gehen jetzt erst einmal etwas essen. Guter Plan, aber recht schwer umzusetzen: am Markusplatz zahlt man ein Vermögen (alleine für 1 Kaffee kann man dort ca. 10 € lassen), um den Markusplatz rum waren auch schon viele Lokale komplett belegt. Also liefen wir noch ein Stückchen weiter, um schließlich im „Osteria Ruga“ unser Mittagessen zu genießen. Was sonst sollte man in Italien anderes essen als Pasta? Also haben wir uns Pasta gegönnt und zum Nachtisch einen italienischen Cappuccino. „Buon appetito“ sag ich da bloß :o)

Nach unserem verlängerten Mittagessen wollten wir dann noch einmal zur Rialto-Brücke laufen – und haben uns auf dem Weg doch glatt verlaufen. Mit diesen ganzen Gassen und Straßen kommt man aber auch durcheinander …
Natürlich haben wir trotzdem den Weg gefunden (auch Dank der vielen Wegweiser, die an fast jeder Straßenecke angebracht sind. Dort steht dann immer „San Marco“ und ein Pfeil in die richtige Richtung bzw. „per Rialto“ usw. Sehr schlau, die Nord-Italiener. Am meisten haben wir über zwei Bäckereiverkäuferinnen gelacht, die den Touris auf lustige Art und Weise zeigten, wo es lang ging (siehe unten) … ).

Unser Timing war ziemlich perfekt, denn als wir gegen 16:30 Uhr wieder an der Rialto-Brücke ankamen, warf die Sonne ein wunderschönes Licht auf den Canal Grande. Wie so ein bisschen Sonnenuntergang. Aber nur ein bisschen. Es war einfach schön und ein toller Anblick <3  Da kam uns unser „Aperol Sprizz“ gerade richtig, der noch im Rucksack auf uns wartete – Plastikbecher raus, Aperol Sprizz rein und den Anblick genießen. Topp! :o)
(an dieser Stelle ein Pro-Tipp: niemals auf dem Markusplatz hinsetzen und Essen auspacken. NIEMALS! Da ist die Polizei ganz schnell und ihr zahlt eine saftige Geldstrafe!)

Anschließend sind wir wieder zurück zur Piazza San Marco und haben dort den restlichen Abend verbracht. Haben noch mehr Kostüme bestaunt – ja, wir haben sogar den „Ausgangsort“ der Kostümierten gefunden: das „Café Florian“. Dort treffen und tummeln sie sich alle. Ein Spaziergang entlang der Fenster dieses Cafés lohnt sich auf jeden Fall :o)
Außerdem haben wir uns noch ein Eis gegönnt – wenn wir schon einmal in Venedig sind … das erste Eis dieses Jahres schmeckte wirklich gut!

Wir sind dann rechtzeitig am Markusplatz mit der Vaporetto-Linie „P“ (extra eingerichtet für die Karnevalszeit) zurück zum Tronchetto gefahren (die Schifffahrt dauerte ca. 40 Minuten), wo auch schon der Bus stand. Dann die Heimfahrt nach Bamberg, gegen 8 Uhr morgens am Sonntag waren wir wieder wohlbehalten am Bahnhof angekommen.

Hört sich ganz schön stressig an, oder? Ist es auch. Zumindest ein bisschen. Es lässt sich ganz gut verkraften, wenn man im Bus schlafen kann. Ich bin jedoch jemand, der das nicht kann. Wenn zudem dann noch „Schnarcher“ um einen rum sitzen, ist es ganz und gar aus … Von daher: grundsätzlich machbar und erholsam, aber für mich (ich hatte je nur ca. 3 Stunden Schlaf) war es das nicht so. Deswegen hab ich den restlichen Sonntag nur gegammelt. War auch schön :o)

Allerdings haben wir schon überlegt oder auch so halb ausgemacht, einmal für ein paar Tage nach Venedig zu gehen. Dann aber bitte per Flieger oder Bahn … ;o)

Wie war Euer Fasching? Ward Ihr schon einmal in Venedig oder möchtet auch gerne mal dorthin?

Eure Karina

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