Hallo meine Lieben,

da ist er nun, der 100. Blogeintrag. Lange hab ich mir überlegt, was ich Euch „Besonderes“ schreiben könnte. Klar, es ist „nur“ der 100. Eintrag – und doch etwas Besonderes für mich. Wer hätte gedacht, dass ich so lange durchhalten würde?

Nun ist es doch tatsächlich so, dass ich mir gar nichts Besonderes überlegen muss, denn ich habe eine Geschichte für Euch, die sich in den letzten Tagen ereignet hat. So darüber nachgedacht, ist es mittlerweile zum Lachen, wobei es mittendrin teilweise mehr zum Heulen war  ;o)  Aber lest selbst.

Wie Ihr alle wisst, bin ich ja so ein kleiner Bamberger Basketball-Freak und bin ab und an auch einmal auswärts mit dabei, wie zuletzt in Bonn zum Top Four. Wir hatten dort eine Fetzengaudi (irgendwann poste ich dazu auch noch einmal Fotos, versprochen) und haben viele nette liebe neue Leute kennengelernt: Claudia und Bernhard, Lena und Marie, den Kaiser Franz-Josef, die Giehl’s, Hannes und Kerstin.
Seither treffen wir uns auch oft in den Halbzeitpausen oder nach den Spielen der Brose Baskets und quatschen ein wenig. Schon länger stand im Raum, ob wir nicht auch am Sonntag, 15.04.2012 zum Spiel FC Bayern München Basketball gegen Brose Baskets Bamberg nach München fahren wollten. Erstmals hatten wir es am 01.04.2012 davon, beim Heimspiel gegen Hagen. „Das ist doch schon seit Wochen ausverkauft… Nein, wir schauen es auf dem Fernseher an.“ – „Nein, nein, ihr kommt mit. Ich komme bestimmt noch an Karten ran, wir schauen mal.“ (Diese Aussage stammt von einer, die mit Bamberger Spielern befreundet ist.)
Beim letzten Heimspiel am 11.04.2012 (also letzten Mittwoch) stellt sich heraus, dass auch die Spieler an keine Tickets mehr rangekommen sind. Das war es also? Nein, das war es nicht. Wer uns kennt, weiß: so schnell geben wir nicht auf!
Denn am Donnerstag beschlossen Christin und ich, dass wir um jeden Preis dabei sein wollen und haben uns im Internet auf die Suche nach Tickets gemacht – und wurden schnell fündig. Wo? Hauptsächlich bei einem großen Auktionshaus mit 4 bunten Buchstaben.
Wir sprachen uns ab, was wir zu zahlen bereit waren und dann ging’s los. Da gibt’s 2 Tickets über Seatwave.de – die Ticketpreise okay, aber so viel Bearbeitungsgebühr? Nee. Oh, in den Kleinanzeigen des Auktionshauses gibt es eine Anzeige für 2 Tickets nebeneinander – umgehend angeschrieben. Aaah, dort noch eine andere Kleinanzeige für 2 Tickets hinter den VIPs – sofort angerufen, keiner gehört. Also eine E-Mail geschickt und abgewartet. Außerdem haben wir eine Sofort-Kaufen-Aktion gesehen.  Natürlich nur für 1 Ticket. Aber auch da überlegt, ob wir die nicht kaufen sollten. „Hauptsache dabei“ war das ausgegebene Credo und wir mit Feuer und Flamme dabei. Dann gab es auch noch eine reguläre Auktion – auch für nur 1 Ticket, aber auch dorthin wurde eine E-Mail geschickt bzw. Kontakt aufgenommen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! ;o)
Vor allem Christin hat sich hier dankenswerter Weise sehr reingehängt und fleißig angeschrieben und kontaktiert. Danke dafür <3
Dann begann die Zeit des Wartens. Von wem kommt eine Antwort? Sollen wir noch einmal anrufen oder ist das zu aufdringlich? Einfach nur abwarten ist ja auch doof. Wir waren hin und her gerissen.
Auf manche Anfragen haben wir nie mehr etwas gehört, mit anderen haben wir uns geeinigt – und hatten nach dem Verlust vieler Nerven und Haare (Stand Freitag Abend gegen 17 Uhr) auf einmal 4 Tickets für das Spiel München – Bamberg (1x 1 Ticket Sofort-Kauf, 1x 2 Tickets Kleinanzeige, 1x 1 Ticket reguläre Auktion – wobei es hier evtl. nen Haken gab).
Zu dem Zeitpunkt waren wir dann leicht euphorisch und haben überlegt, was wir wieder mit den 2 Tickets zuviel anstellen sollten. Dieser „Höhenflug“ wurde jäh gestoppt, als sich der eine Herr von den Kleinanzeigen nochmals per E-Mail bei mir meldete und mitteilte, dass er von jemand anderem mehr für die Tickets bekommen hat und diese bereits abgeholt wurden. Herzlichen Dank – soviel zählt also das Wort eines Laimers … zudem fand ich die E-Mail auch recht feige, da er meine Telefon- und Handynummer hatte, er hätte genausogut anrufen können. Aber naja.
Somit waren wir wieder „nur“ bei 2 Tickets – aber bei einem davon gab es ja einen evtl. Haken und somit begann das Bangen erneut … Christin hatte am Freitag mit dem Herren der regulären Auktion telefoniert und ihm gesagt, dass wir den regulären Kartenpreis von 20 € zahlen würden, ob er damit einverstanden wäre – er war einverstanden (die Auktion lag da bei gerade einmal 1 €). Leider kletterte die Karte weiter hoch und weiter hoch … und noch weiter … und noch weiter. Wir trauten uns gar nicht mehr, diese noch laufende Auktion (trotz Zusage) anzuklicken … es stieg immer weiter und weiter. Dann waren unsere 20 € geknackt. Mist! Und sie stieg immer weiter und weiter … am Ende ging die Karte für 67 € weg und wir sahen uns wieder am Anfang „shit, wo bekommen wir jetzt eine andere 2. Karte her?“
Für uns war klar, dass auch dieser Mann sich wohl nicht an sein vorheriges Versprechen halten würde (ihr erinnert Euch an diesen Blogeintrag?) und überlegten fieberhaft, was wir jetzt noch probieren könnten. Mit nur 1 sicheren Ticket nach München fahren und hoffen, vor der Halle noch 1 weiteres Ticket zu bekommen? Zu riskant. Es ganz bleiben lassen und das 1 Ticket wieder los werden? Gedanken über Gedanken, Überlegungen über Überlegungen.
Aber wir wurden eines Besseren belehrt: Christin telefonierte nochmals mit dem netten Herren der regulären Auktion und er sagte, dass er – Achtung – zu seinem Wort stehe. Waaaaaaahhhhh! Da wollten wir dann schon Freudentänze aufführen ;o)
Die Karte, die der Herr in der Auktion angeboten hatte, war die Karte seiner Frau, die nicht mitkommen konnte – diese verkaufte er für die gebotenen 67 €. Uns wollte er dann sein Ticket für 20 € geben  und sich selber ein Ticket auf dem „Schwarzmarkt“ vor der Halle kaufen. Wir Glückspilze!!! Wir waren glücklich – und doch noch nicht 100% beruhigt, da die Übergabe des Tickets erst vor der Halle erfolgen sollte.

Aber damit war es ja noch nicht genug. Wir hatten ausgemacht, dass wir mit Claudia und Bernhard zu viert im Auto nach München fahren würden. Zwischendrin (am Samstag) ist unser Hahn im Korb kurzfristig abgesprungen und wir hatten somit wieder 1 Ticket über. Hierfür ging dann Bernd mit, ein Bekannter.
Sonntag früh dann eine SMS von Claudia „Packt Schmerztabletten ein, mein Zahn bringt mich um.“ Und wir dachten uns „Was kommt jetzt noch alles?!“ Der Trip stand wirklich unter keinem guten Stern. Auch die Anspannung wegen der noch zu erhaltenden Karte blieb. Würde hier noch etwas schief gehen?
Wir machten dann nur noch Scherze, weil man es anders ja nicht mehr wirklich ertragen konnte („Wenn wir später in München ankommen, Claudia keine Schmerzen mehr hat und wir wirklich noch das 1 Ticket vor der Halle bekommen, erleiden wir erst einmal alle einen Nervenzusammenbruch und wachen bei unserem Glück leider erst 2 Stunden später wieder auf – wenn das Spiel vorbei ist.“).

Glücklicherweise ging es Claudia nach der Einnahme der Tabletten auch wieder besser, bis wir starteten – in unserem Speedshuttle. Wusstet Ihr, dass ein Opel Corsa konstant 180 km/h fahren kann? Ich bis zu dieser Fahrt (auch) nicht.
Dafür durfte sich die Fahrerin dann allerhand blöde Sprüche von uns anhören, wie z.B. „Hätt‘ ich gewusst, dass ich heute mit Überschallgeschwindigkeit unterwegs bin, hätte ich mir meine Thrombosestrümpfe angezogen.“ oder „2:05 Stunden bis München – du schafft das in 1:05 Stunden“, „Hier drin ist es so warm – das liegt an der Reibungswärme“, „Man sieht ja nur noch nen Kondensstreifen von uns …“ usw.

Wir starteten in Bamberg an der Stechert-Arena gegen 12.30 Uhr und passierten in weit weniger als 2 Stunden das Ortsschild Münchens. Wohin man sah: Autos mit Bamberger, Forchheimer, Hassfurter, Schweinfurter, Bayreuther Kennzeichen. Mit so vielen Selbstfahrern hatte wohl niemand so wirklich gerechnet (ich bin der festen Überzeugung, dass die genannte Zahl von 800 Bamberger Fans nicht stimmt und die Zahl weit höher liegen dürfte).

Der Rest ist ziemlich schnell erzählt: wir erhielten tatsächlich noch das 1 Ticket vor der Halle und erlitten keinen Nervenzusammenbruch ;o) Wir nahmen unsere Plätze im Audi Dome ein (drinnen ist alles sehr eng gehalten und teilweise auch alt) und fieberten mit. Verfluchten mehrmals den Münchner Hallensprecher für sein Gerede bzw. die Münchner Fans (sind die gegenüber allen Gegnern so feindselig oder war das nur gegen Bamberg so?). Schauten uns aus der Entfernung die VIPs in den ersten Reihen an. Haben geklatscht, geschrien und gezittert.
Am Ende hat es leider nicht gereicht und der FC Bayern München Basketball gewann nach 2-facher Verlängerung. Aber noch geht es ja um nichts – wenn die Play Offs kommen und wir auf die Münchner treffen sollten, versohlen wir denen schon den Hintern ;o)

Nach dem Spiel waren wir recht schnell wieder zurück in unserem geliebten Bamberg und waren um zwei Erkenntnisse reicher: das nächste Mal sollte man sich evtl. früher um Tickets kümmern (schont die Nerven) und nur fliegen ist schöner (und schneller) als das Speedshuttle.

Eure Karina

PS: Der Bieter, der das Ticket für 67 € ersteigert hatte, kam übrigens nicht. So saßen Christin und ich doch nebeneinander im Block S4 (vorher saß ich in S3, also auch nicht viel weiter weg). Der Bieter stammte unserer Meinung nach wohl aus München – denn welcher Bamberger würde ein Ticket für den 3-fachen Wert ersteigern und dann nicht kommen? Eben. ;o)

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