Hallo meine Lieben,

jetzt ist es nicht mehr lange hin bis zu meinem Sommerurlaub, in welchem ich mit meiner Cousine Kathrin, meiner Patin und meinem Onkel das Heimatland von Robin Scherbatsky unter die Lupe nehmen werde. Ausschlaggebend war ein Verwandtschaftsbesuch, der schon längst überfällig war – das lässt sich klasse mit einer Rundreise verbinden :o)

Meine Cousine und ich waren seither eifrig am Planen und Auskundschaften.
Was brauchen wir alles? Was dürfen wir auf keinen Fall vergessen? Müssen noch Dokumente beantragt werden? Wo starten wir die Rundreise, wo soll sie enden? Welche Orte wollen wir alles sehen, wie lange bleiben wir wo? Was sind günstigere Alternativen zu Hotels?

Mit dem heutigen Eintrag widme ich mich dem Thema „Auto“.
Wir werden in Kanada mit Mietwagen unterwegs sein (zum Glück ist da Rechtsverkehr!!!), die von Kathrin und mir gefahren werden. Dafür haben wir schon einmal für jede von uns Internationale Führerscheine ausstellen lassen (bei der zuständigen Führerscheinstelle, Landratsamt oder kreisfreie Stadt) – wobei man die für einen Aufenthalt bis zu 3 Monaten nicht zwingend braucht laut Reiseführer; aber sicher ist sicher!
Mal ganz abgesehen von den teilweise anderen Verkehrsregeln (z.B. darf man an jeder roten Ampel rechts abbiegen, wenn man vorher gestoppt hat – wie bei uns der Grünpfeil; an Kreuzungen gilt nicht rechts vor links, sondern wer zuerst kommt, darf zuerst fahren) gibt es da ein anderes „Problem“: in Kanada gibt es zu 99% Autos mit Automatik – was weder Kathrin noch ich jemals gefahren sind.

Ja, angeblich ist es ja total einfach. Aber da Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, bin ich an einem Wochenende zu meiner Cousine nach Regensburg gefahren, um zu üben. Automatik-Auto-fahren-üben.
Wir haben bei Europcar in Regensburg einen VW Golf mit Automatik bestellt, 2 Fahrer, Vollkasko, Insassenversicherung. Das volle Paket (sicher ist sicher!).
Als wir das Auto vormittags abholten, grübelten wir schon
„siehst du da irgendwo nen Golf? Ich nicht.“ – „Ich auch nicht. Den werden sie irgendwo versteckt haben.“
Was staunten wir nicht schlecht, als ein netter Herr uns dann zu unserem Auto geleitete. „Golf ist leider nicht da, deswegen bekommen Sie dieses Auto.“

Erste Reaktion: WTF??? OMG!!! Kinnlade runter.

Zweite Reaktion: Die veräppeln uns doch, oder?

Dritte Reaktion: Die meinen das ernst. Schluck.

Nachdem wir den ersten Schock verdaut hatten, sah sich der nette Mann mit uns rundrum das Auto an, ob Schäden vorhanden waren. Dann sagte er „Sie kennen sich ja mit Automatik aus?“ Wir „Nein. Deswegen haben wir das Auto ja heute gemietet und wollten einen kleinen Golf.“
Da dachte er dann wohl, dass wir ihn veräppeln  ;o)
Er hat uns alles in Ruhe erklärt und uns dann das Auto überlassen.

Das Auto war ein Mercedes C 180 mit Automatik, gerade mal 8.000 gefahrene Kilometer drauf … Aber ein äußerst schickes Auto, welches sich klasse fahren lässt!!! (Papa, wenn du das lesen solltest: falls du mal im Lotto den Jackpot knackst, wäre dann evtl. ein Mercedes für mich drin? Der, von dem ich schon ewig träume? *lach*)

So, wohin sollte es gehen? 900 km waren inklusive. Frankfurt? München? Bayerischer Wald? Ohne Ziel losfahren?

Wir entschieden uns dazu, einfach ins Blaue zu fahren und so kurvten wir kreuz und quer durch den Bayerischen Wald. Enge Straßen, Land- und Bundesstraßen, Feldwege, Serpentinen – einfach mal die Fahrweise eines Automatikautos kennenlernen.
Den ersten Zwischenstopp machten wir dann in Straubing und genossen am Marktplatz ein verspätetes italienisches Mittagessen im Restaurant „Al Dente“. Wir fuhren weiter Richtung Viechtach, Sankt Engelmar. Dort gab es einen zweiten Zwischenstopp bei der Sommerrodelbahn (bei Sankt Engelmar). Natürlich mussten wir anhalten und rodeln – Ihr kennt uns ja  ;o)
Eigentlich wollten wir auch noch nach Deggendorf, aber da es dann schon recht spät war, fuhren wir wieder Richtung Regensburg, haben das Auto vollgetankt und wieder (im Urzustand) zurückgegeben.

Es war wirklich mal eine tolle Sache, einfach so ins Blaue zu fahren mit einem tollen Auto. Ohne Stress, ohne Ziel. Perfekt.
Wir schauen jetzt ganz gelassen den Automatik-Autos in Kanada entgegen und grinsen uns immer noch eines, wenn wir an die ganzen Männer denken, denen bei unserem überaus schicken Mietwagen die Augen rausgefallen sind  ;o)

Eure Karina

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