Hallo meine Lieben,

bevor ich es vergesse: ich habe den Eintrag zum 2. Tag noch einmal aktualisiert, hier könnt Ihr es nachlesen, wenn Ihr Zeit und Lust habt.

So. Weiter geht’s mit Tag 3. Auch für heute (Freitag) war Regen gemeldet. Oder zumindest stundenweise. Daher entschieden wir uns heute für eine Sightseeing-Tour mit einem roten Doppeldeckerbus, wie man sie aus London kennt. Bei Regen kann man sich ja auch unten rein setzen oder so ähnlich …

Wir kauften beim netten Concierge in unserem Hotel die Tickets für die Bus-Sightseeing-Tour mit insgesamt 25 Hop-on-an-off-Haltestellen (als Bonus gibt es eine Hafenrundfahrt mit drauf – aber die haben wir bisher noch nicht gemacht wegen dem schlechten Wetter). Das tolle an den Tickets: sie gelten am Tag des Kaufes und den zwei folgenden Tagen, sodass man wirklich genug Zeit hat, sich alle Orte anzusehen, die einen interessieren.

Bei uns waren das jetzt nicht so viele Orte, die wir zwingend sehen wollten – zum Teil, weil wir sie schon selbst erkundet hatten und zum Teil, weil es einfach nicht interessant für uns war (die „Distillery“ zu besuchen, ist für junge Männer bestimmt wesentlich interessanter, als für uns Mädels!).

So stiegen wir beim „St. Lawrence Market“ aus. Das ist ein riiiiiiiiiesengroßer Essensmarkt, wo man alles mögliche kaufen kann. Angefangen bei lebenden Hummern über 500 verschiedene Käse- und Honigsorten, bis zu Gebäck oder Reis (ja, auch da gibt es zig verschiedenen zu kaufen) oder Antipasti, Fleisch und und und. Da konnten wir uns gar nicht wirklich satt sehen daran – die Fotos unten zeigen, wie viel Auswahl es gab :o)

Nachdem wir uns dort umgesehen und gestärkt hatten (und zudem einen Regenschauer unbeschadet überstanden haben), stiegen wir wieder auf dem Bus zu und fuhren einige Haltestellen weiter bis zur „Casa Loma“, einem herrschaftlichen Anwesen auf einer Anhöhe Torontos. Früher war sie das einzige Schloss bzw das ist sie heute immer noch, aber früher (1911 erbaut) war sie das einzige Anwesen auf dieser Anhöhe. Mittlerweile steht sie in einem Villenviertel, wobei von der Bauart her trotzdem kein anderes Gebäude rankommt, nicht einmal annähernd. Auch dort haben wir uns einige Stunden aufgehalten, weil es sehr viel zu sehen und zu erkunden gab.
Die „Casa Loma“ gehörte einem bemerkenswerten Mann, Sir Henry Pellat. Er hatte es bereits in jungen Jahren zu viel gebracht und durch seinen Spürsinn für gute Geschäfte früh ein Vermögen verdient (u.a. brachte er 1883 den elektrischen Strom nach Toronto und hatte das Monopol darauf). Im Jahr 1911 beauftragte er den Architekten E.J. Lennox (der auch das alte Rathaus in Toronto baute), ihm seine „Casa Loma“ zu bauen für einen Wert von 250.000 CAN-$ (ein normales Haus kostete zu der Zeit ca. 2.500 CAN-$). Letzten Endes dauerte es 3 Jahre, bis das Schloss annähernd fertig war (es ist bis heute noch nicht komplett fertig gestellt) – und kostete stolze 3,5 Millionen CAN-$ …
Leider konnte Sir Pellat nicht lange in seinem Traumschloss bleiben, da ihm der Börsencrash und auch ein paar andere unglückliche Umstände dazu zwangen, sein Zuhause zu verkaufen.
Falls jemand von Euch das weiter verfolgen möchte, die „Casa Loma“ hat eine eigene Internetseite, die Ihr hier finden könnt.

Viel mehr haben wir an dem heutigen Tag auch nicht geschafft, da wir viele Regenschauer ausgesessen haben (unsere neue Lieblingswetterseite: wetter.com! Bisher haben alle Wettervorhersagen stundengenau gepasst!) – aber da wir eh nicht mehr sehen wollten, passte es schon  ;o)

Was einmal mehr aufgefallen ist: die Kanadier sind sooo nett und offen gegenüber ihren Mitmenschen. In der Casa Loma haben wir Kaffee getrunken (Ihr könnt es Euch denken: ja, wir haben Regen ausgesessen) und da fragte die Bedienung „where do you come from?“ – „we’re from Germany and we’re here for vacation“ – „oh, that’s great, welcome to Canada!“ Und die meinen das wirklich ernst und erkundigen sich, was man noch alles so geplant hat und/oder geben einem Tipps für die Region usw. Tolles Völkchen! <3

Am Abend waren wir dann italienisch Essen an der Waterfront und danach haben sich Kathrin und ich mit ihrer Spiegelreflex-Kamera auf den Weg gemacht, um „die blaue Stunde“ auszunutzen und Panoramafotos von Toronto’s Skyline zu machen usw. Die Bilder sind der HAMMER, da könnt Ihr Euch auch unten von überzeugen (wer kann auf einem der Fotos Geister sehen? *lach*). Da hat es sich wirklich gelohnt, Stativ usw mitzuschleppen. Dazu gab es noch ein Gratis-Konzert von der WestJet-Stage nebenan mit toller Musik – perfekt.

So, das war es für heute. Ich wünsche Euch was, bis bald!

Eure Karina

PS:

1. Das „goldene“ Hochhaus (Royal Bank Plaza Towers) gehört einer Bank und wird spaßeshalber „Goldsafe“ genannt. In die insgesamt 140.000 Fenster sind rund 2.500 Unzen Gold eingearbeitet, 1 Unzen mit einem ungefähren Wert von 400 CAN-$. Das Gebäude ist also allein aufgrund des eingearbeiteten Goldes über 1 Million Dollar wert …

2. Die „Casa Loma“ war schon Schauplatz für zig Hollywoodfilme. Unter anderem „The Vow“ mit Channing Tatum und Rachel McAdams, „Cocktail“ mit Tom Cruise, „The Love Guru“ mit Mike Myers, „The Tuxedo“ mit Jacky Chan, „X-Men“, „Chicago“ und einigen mehr!

3. Unsere Mehrfachsteckdose hat sich schon bezahlt gemacht  ;o)

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