Hallo meine Lieben,

zu allererst möchte ich auflösen, welche Tiere wir gestern gesehen haben:
nein, unsere stundenlange Fahrt war nicht erfolgreich. Während Konrad und Martha in den Hot Springs waren, haben wir keine Tiere gesehen. Kaum hatten wir sie abgeholt und eilten zu Sir James, lief uns „Josefine“ über den Weg, ihres Zeichens eine Bergziege. Kurz vorher hatten Leute am Rastplatz gegrillt (Grill war fest installiert) und Josefine schleckte den Rost ab. Yuuuummy …
Als wir auf dem Heimweg nach Jasper waren, sahen wir gegen 17:45 Uhr unseren Liebling des Tages: „Jodokus“, einen Waipiti-Hirsch. Mitten auf dem Grünstreifen neben dem Highway. In aller Seelenruhe grasend – bis ein (wir bleiben mal freundlich und jugendfrei) Volldepp Erdnüsse nach dem Hirschen warf und dieser einige Sätze nach vorne machte (und fast einen fotografierenden Menschen umgerannt hätte). So ein Idiot. Aber zum Glück sind alle mit dem Schrecken davon gekommen.
Zu guter Letzt trafen wir noch auf „Jeanette“, eine Hirschkuh, auf dem Weg zum Lake Annette. Das war es dann aber wirklich. Ihr seht, es war nicht so spektakulär, als dass es „breaking news“ gewesen wären  ;o)
Hier die Beweisfotos als Nachtrag zu „Day 16: Our very own Inukshuk„:

***

So, jetzt los mit Tag 17  :o)

Schon früh am Morgen checkten wir aus dem „Seldom IN Guest House“ aus und verluden unsere Koffer. Wir verabschiedeten uns von allen, setzten uns ins Auto (Kathrin war mit Fahren dran) und fuhren langsam los.
Sir James ist ein wahnsinnig schlaues Auto und kommuniziert gerne über das eingebaute Display mit uns. In diesem Fall gab er ein Alarmsignal von sich und zeigte an „open gate“. Wir alle nur „????!!!!!“ Jeder seine Tür auf- und wieder zu gemacht, aber die waren alle richtig verschlossen gewesen. Dann blieb nur noch eine Möglichkeit …
Ich stieg aus, lief um’s Auto rum – stelle mich an den Kofferraum und sagte „Hallo zusammen“. Meine Mitfahrer sahen mich erstaunt an – der Kofferraum war offen gewesen! Jeder hatte sich auf den/die andere/n verlassen, dass er/sie ihn zu macht … Muss schon witzig ausgesehen haben, wie wir uns alle winkend von Doug verabschieden und mit offenem Kofferraum wegfahren … *räusper*

Noch nicht einmal aus Jasper draußen, sahen wir gegen 9.15 Uhr an der roten Ampel gleich wieder zwei Hirschkühe: „Karla“ und „Kolumba“. Sie haben schön brav posiert und sind nicht davon gerannt. Sehr gut.

Wir fuhren auf direktem Weg (Highway 16) rund 320 km, bis wir in Clearwater ankommen sollten. Doug (Hausherr Seldom IN) hatte uns gesagt, dass wir höchstwahrscheinlich Elche auf dieser Strecke sehen werden – aber nichts war’s … :(  Dafür sahen wir etwas anderes mitten auf dem Rastplatz *lach*:


Nach gut 45 Minuten verließen wir dann Alberta und befuhren mit Sir James „British Columbia“. Erste Amtshandlung: Uhren um 1 Stunde zurückstellen, in B.C. herrscht eine andere Zeitzone (darauf wird man sogar mit Hinweisschildern gleich nach „Einreise“ mit dem Auto hingewiesen) – so schnell hat man 1 Stunde gewonnen  ;o)

Erster Eindruck: B.C. ist sooo anders als Alberta. Alberta ist felsig, schroff und doch relativ dicht besiedelt. B.C. hingegen ist grün, wo man hinsieht. Zudem haben wir auf den ersten 150 km kaum Zivilisation gesehen, einfach nur grüne Fläche, Seen, Bäche. Fertig.
Dafür haben wir B.C. etwas anderes zu verdanken  :o)  Gegen 9:08 Uhr B.C.-time sahen wir  ….  unseren allerersten Moose!!! Ihr könnt Euch vorstellen, wie schnell wir an den Straßenrand gefahren, Warnblinker rein und aus dem Auto gesprungen sind, um Fotos zu machen  :D
Ist „Krimhild“ nicht hübsch?  (Ja, es ist ein männlicher Moose, aber uns fiel kein ‚guter‘ Männername mit K ein  ;D)

Damit uns nicht langweilig wurde und wir noch etwas sehen außerhalb der Autobahn, haben wir einen Stopp beim „Mount Robson“ eingelegt.
Der Mount Robson ist mit 3954 m der höchste Berg in den Kanadischen Rocky Mountains und er hat keine leicht begehbaren Routen – daher erreichen jährlich nur wenige (und sehr erfahrene) Wanderer/Bergsteiger den Gipfel.
Kathrin und ich sind gute 30 Minuten durch den Regenwald gelaufen, der den Mt. Robson umgibt und haben die Flora und Fauna bewundert.
Falls Ihr jemals hier her kommt: die Wanderung zum „Kinney Lake“ soll sehr toll sein (hatte uns Doug empfohlen), einfache Zeit 1,5 Stunden – leider hatten wir keine 3 Stunden Zeit, sonst wären wir hingewandert.


Im „Mt. Robson Café“ haben wir dann noch andere Deutsche getroffen, die erzählten, dass sie ebenfalls morgens aus Jasper abgefahren sind und an einer Ampel 2 Elche gesehen haben … mmmhhhh, ja. Wir glauben ja eher, dass sie Elche und Hirschkühe nicht unterscheiden können…
Weiterer Hinweis: im August scheinen wirklich nur noch Deutsche in Kanada unterwegs zu sein. Wo man hinhört, hört man nur noch deutsch – leider etwas nervig!!!

Außerdem hielten wir auf dem Hinweg nach Clearwater noch einmal in Valemount am „Swift Creek“, dort kann man Lachse beobachten. Wir haben in der Tat 3 riesengroße Lachse gesehen (jeder bestimmt 50 cm groß) und haben sie natürlich auch gleich benannt: Knut, Kurt und Karl.

Wir setzten unsere Fahrt nach Clearwater fort und kamen gegen 16 Uhr dort an. Der erste Weg führte uns ins Visitor Center („Hallo, Moose!“)

Heraus kamen wir mit einer Karte des „Wells Gray Provincial Park“ und einigen Kringeln, was wir alles ansehen können/wollen und beschlossen, gleich einmal in den Park zu fahren (Provincial Parks sind kostenfrei, nur für Nationalparks muss man Pässe kaufen!) und uns die „Spahat Falls“ anzusehen. Total schön, seht selber:

Und dann brachte uns Sir James schlussendlich und nach einem langen Tag in unser gebuchtes „Garden View B&B“ bei Joanne und Ric in Clearwater. Wir sind mittlerweile so etwas von begeistert von B&B’s – mit jedem B&B, das wir auf unserer Reise besuchen, wird bzw. wurde die Messlatte höher gelegt. Danke, Tripadvisor!
Auch dieses B&B war einfach der Wahnsinn – wir waren völlig von den Socken. Gerade der riesengroße Garten lud zum Verweilen ein (das wäre doch was für dich Mama, oder? :o)
Bilder siehe ein bisschen weiter unten.

Morgen wollen wir in den „Wells Gray Provincial Park“ zum Wandern – mal sehen, ob uns wilde Tiere über den Weg laufen werden (wobei uns Bill vom Visitor Center gleich sagte, dass die Bärenzeit im Mai/Juni ist) …

Bis die Tage,

eure Karina

PS: Da man in B.C. wirklich kilometerlang fahren kann, ohne jegliche Zivilisation zu sehen, haben wir Joanne gefragt, wie das denn mit der Schule aussieht. Die Schüler werden alle per Bus abgeholt – manch eine/r sitzt 1,5 Stunden im Bus, bevor er die Schule erreicht …

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