„Ich wusste, dass es schlimm wird, aber ... so schlimm?"

Wir schreiben Donnerstag, den 09.05.2013.
Treffpunkt um 5 Uhr morgens am Arbeitsplatz.
Mit gepacktem Köfferchen.
An einem Feiertag.
Noch dazu am „Herrentag“.

Wozu das Ganze?

Ganz einfach – es stand einmal mehr der Betriebsausflug an!  :o)
Hierbei haben wir das Glück, dass wir grundsätzlich jedes Jahr einen Betriebsausflug machen – jedes 2. Jahr dann sogar mehrtägig. Da sind wir dann 3-4 Tage unterwegs und weg, irgendwo. So waren wir z.B. schon in Prag, Holland, Luxemburg usw. Doch dieses Mal ging es ganz woanders hin – nach Frankeich, ins Elsass. Mon dieu!

Da eine lange Busfahrt bekanntlich langweilig und ermüdend ist (Dank meiner lieben Azubine gehörte uns beiden die „Eselsbank“ – also hatten wir zwei genug Platz, um uns auszubreiten und zu schlafen bzw. zu dösen), gab es bereits nach 2-stündiger Fahrt eine erste Essens-/Frühstückspause (eines sollte noch erwähnt werden: ohne Essen geht bei unserem Trupp so gut wie GAR NICHTS.).

Frisch gestärkt kamen wir dann in einer historischen und sehr schönen Stadt an: in Speyer. Einem schönen Städtchen am Oberrhein in Rheinland-Pfalz. Hier holten uns gleich unsere Stadtführer am Festplatz ab und zeigten uns die Sehenswürdigkeiten. Unser Herr Bechmann führte uns zuerst im Park um den Speyerer Dom herum (eine sehr schöne Kirche; sie ist so bedeutend, dass sie sogar 1981 als zweites deutsches Kulturdenkmal ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde) und dann zu selbigem hin. Danach ging es in die (leider wenig erhaltende, da im Krieg fast völlig niedergebrannte) Altstadt sowie zur Gedächtniskirche (das Innenleben ist einfach nur W-O-W!!!). Zudem sahen wir den Judenhof und die darin enthaltende „Mikwe“, ein Judenbad. Sehr gut erhalten, durch eine Quelle gespeist und echt interessant anzusehen.

Nach unserer Stadtführung begann dann der „entspannte“ Teil:
ein Käffchen im „Cafe Hindenburg“ (in dem der Schriftzug am Haus schon genauso absturzbedroht wirkte wie der Zeppelin), dazu ein leckerer Kuchen. Danach noch gemütlich durch die Fußgängerzone flanieren.  Eine Kerze im Speyerer Dom für die Bamberger Datzer entzündet (hat nichts gebracht, by the way). Sich auf einem Foto mit einem Löwen ablichten lassen (Lebensziel erreicht ;o)  ) – leider kann ich das heute nicht präsentieren, da es nicht mit meinem Foto gemacht wurde.

Dann wurde es Zeit, weiter ins Elsass zu fahren und sich mit unseren Freunden in Kilstett zu treffen. Einem kleinen Örtchen mit ca. 2.700 Einwohnern und sehr schönen und gepflegten Grünanlagen.
Dort wurden wir im „Saal der Musik“ mit Kaffee und Kuchen empfangen, unser Ausflugsplan wurde uns erklärt und nahe gebracht (oh weh, was hatten die nur alles für uns geplant und das in 3 Tagen?!). Ein netter Plausch, ein erstes Kennenlernen der Elsässer. Danach eine Rundführung durch den Ort. Da haben wir dann schon gleich unseren Liebling ausgemacht: Francoise oder auch „Franz“ (von Carina mit C und mir liebevoll „Tom“ genannt, da er Ähnlichkeit mit Tom Hanks besitzt) also known as the Gärtner, der gar kein Gärtner ist, die Namen der Blumen nicht kennt und auf gut Glück mit seinem nicht vorhandenen grünen Daumen aber recht gute Arbeit leistet  :D
Im Feuerwehrhaus sahen wir dann eine „Klimmzugstange“, an der ich leider eine sehr, sehr schlechte Figur machte und nicht einmal einen einzigen Klimmzug hinbekam. Kommentar Kollegen „muss die Stange net senkrecht sein?!“  Ha ha ha :D An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass von den (männlichen) Kollegen ständig solche Sprüche kommen. Quasi normal so.
Mein erklärter Lieblingsort in dem Ort: eine Bank, die direkt vor dem Rathaus steht, mit einem netten Schriftzug versehen:

14 - Kilstett, Bank

(Ihr merkt: elsässisch ist dem deutschen sehr verwandt und man kann viel davon verstehen.)

Nachdem wir uns die Beine vertreten hatten, machten wir noch mit dem Bus einen Abstecher ins benachbarte „Gambsheim“ und sahen uns dort den Fischpass bzw. die Fischtreppe an, die direkt am Rhein gebaut wurde. Dank dieser Einrichtung kann man regelmäßig den Fischbestand prüfen und hoch rechnen.

So. Nach einer langen Anreise und einem langen „Ankommen“ konnten wir dann auf 18 Uhr (endlich) unser Hotel und unsere Zimmer beziehen. Meine Azubine und ich scheinen etwas richtig gemacht zu haben, denn wir hatten das einzige Zimmer mit Balkon dran. Yaaaaaaay.  :o)
Nach anfänglichem Stress wegen „oh je, ich hab diesen Strom-Umstecker vergessen, weil die doch hier andere Steckdosen haben!“ und dem Abbleiben der anderen Kollegen (aka Zimmersuche) konnten wir alles klären und uns schließlich zum Abendessen begeben.

So saßen wir da also und genossen am Abend ein äußerst leckeres 3-Gänge-Menü, bestehend aus
Vorspeise: Fischkloß (Lachs) auf Lauch und Tomaten mit Nudeln
Hauptspeise: Königin Pastelle mit Nudeln oder Reis
Nachspeise: Erdbeer- und Bourbonvanille-Sorbet

Dazu gab es Unmengen an Wein – wenn man schon im Elsass ist, dann sollte man das tun und ausnutzen  ;o)

Grundsätzlich eine nette Idee, aber wenn man nix oder nicht viel verträgt, ist das dann doch so eine Sache …  ;o)
Die Stimmung wurde jedenfalls immer immer immer lockerer (was Alkohol nicht so bewirkt) und es fielen einige Sprüche, Witze, Skurriles usw. (hier nur ein Beispiel: „Darf ich dich später auspeitschen?“ HILFE!!!)

Gegen 23 Uhr verabschiedeten wir (Azubine und ich) uns auf unser Zimmer.
Zitat: „Ich muss mich am Tresen festhalten – und das am ersten Abend…“
Oder auch: „Haben Sie hier kostenloses W-Lan im Hotel?“ – Stille. – „Meinen Sie Wi-Fi?“

Und so schließt sich der Kreis … zum O-Ton meiner Azubine:

„Ich wusste, dass es schlimm wird, aber so schlimm? ... 
Ich bleibe euch trotzdem erhalten.“

Und das war erst Tag 1 – mal sehen, was und noch so erwartet …

Eure Karina

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