"Du musst nur weit genug ins Grau schauen, 
dann wird's schon wieder blau."
 (alte Wanderer-Weisheit meines Kollegen)

Willkommen zu Tag 2 in Fraankreisch.

Der Tag begann mit einem recht mürrischen „G’dn Mrgn“ – aber ohne Kopfschmerzen.
Guter Wein!  ;o)

Blick aus dem Fenster – Regen, Regen, Regen. Wolken, Wolken, Wolken.
Mist – wir wollten doch heute wandern gehen?

Auf zum Frühstück um 7 Uhr und erst einmal wach werden. Bei einem französischen Frühstück: Croissants, Baguette, Marmelade, Butter. Fertig. Kaffee, Tee oder heiße Schokolade, Orangensaft. Aaahh ja.
Der Franke braucht gemeinhin doch zum Frühstück seine Wurst oder seinen Käse oder Obst …? Aber gut: anderes Land, andere Sitten – und man kann sich ja mit allem anfreunden.

Die Stimmung machte (niveaumäßig, wir erinnern uns an den Abend von Tag 1) gleich da weiter, wo sie aufgehört hatte. Auf unterstem Niveau. Well … da ist man doch gleich wieder richtig wach…
Das Wetter machte noch ein wenig Sorgen, aber mein Kollege behielt mit seiner alten Wanderer-Weisheit recht. Als wir in Ottrott ankamen, von wo wir unsere Wanderung beginnen wollten, war der Himmel strahlend blau. Wenn Engel reisen ;o)

Wir kamen also gegen 10 Uhr morgens im Örtchen Ottrott an, in diesem wurden die Wanderer rausgeworfen, während der andere Teil der Besatzung sich per Bus auf den Odilienberg zum berühmten Kloster fahren ließ (manche waren zu faul, andere hatten das Wetter als Ausrede … aber egal, denn „das ist gut, denn wir brauchen auch Leute, die den Bus den Berg hoch schieben“ :D ).
Uns Wanderer kann ja wenig schocken – trotz der ca. 500 zu überwindenden Höhenmeter und der sehr matschigen Wege (Dauerregen während der Nacht) machten wir uns auf den Weg, sahen eine wunderschöne Landschaft, bauten am Weg ein „Manschgerl“ – an dieser Stelle Grüße an meine Cousine, erinnerst du dich noch an unser Manschgerl in Kanada? – und waren in guten 1,5 Stunden oben angekommen. Durchgeschwitzt, aber glücklich. So haben wir uns doch gleich das Essen für die nächsten Tage verdient  ;o)

Wir besichtigten die Klosteranlage, genossen ein kleines Mittagessen und fuhren gegen 13:30 Uhr wieder weg, diesmal mit dem Ziel Klingenthal. Das ist ein kleiner Ort, der eigentlich nur besteht, weil er damals unter Ludwig XV. als Manufaktur für Waffen (Kriegswaffen, später Sicheln usw.) benötigt wurde. Es war sehr interessant anzusehen, wie die Waffen usw. damals von Hand entstanden sind und wie damals in Klingenthal gelebt wurde. Vor allem ein paar handgravierte Messer haben es mir angetan – wunderschön!!!
Das Museum über die vergangene Zeit in Klingenthal gibt es nur, weil sich ein Verein gefunden/gegründet hat, der sich darum kümmert und die Führungen durchführt und alles unterhält. Tolle Sache!

Mit den vielen Eindrücken im Kopf fuhren wir dann weiter nach Traenheim. Zu einem Punkt auf der Agenda, der von einigen – na gut, vielen – Kollegen sehnlichst erwartet wurde – Weinprobe bei „Roi Dagobert“!
Zuerst gab es natürlich eine Führung durch die Kelterei, die abermals sehr interessant war. Im Jahr macht dieser Betrieb (hoffentlich hab ich mir die richtige Zahl gemerkt) 200 Millionen Euro Umsatz. DAS ist mal ne Hausnummer!

Aber egal, weg von den Daten und Fakten, hin zur Weinprobe, die wir gar nicht mehr abwarten wollten konnten. Selbst die müden Wanderer hinterließen nur noch einen Kondensstreifen, als es Richtung Probierstube ging  ;o)
Um es kurz zu machen: uns wurden insgesamt 5 Weine kredenzt, darunter Muscat 2011, Rießling Selection 2011, Pinot Gris 2011, Gewurztraminer 2011 und ein Pinot Noir 2011. LECKER!!!
Dazu gab es Kuchen, um wenigstens ein bisschen eine Grundlage zu haben. Die Kuchen halfen leider nichts, denn schon beim Hinsetzen und wieder Aufstehen fielen Stühle um, wir hatten eine immer größere Gaudi, das Niveau sank einmal mehr und man darf sich langsam fragen, wie weit ein Niveau eigentlich sinken kann?
Die Weinprobe verging jedenfalls wie im Flug, wir hatten eine Fetzengaudi und wir haben nicht mal mehr wirklich ein Gruppenfoto danach zusammengebracht … so viel dazu  ;o)  Zur Stimmung im Bus nach diesem Termin brauche ich nix sagen, das kann man sich denken …  ;o)

Wir fuhren also zurück nach Kilstett und hatten dann sage und schreibe 15 Minuten Zeit, um fertig zu werden, bevor es zum nächsten Termin ging.
2 Mädels, die gewandert waren, die sich ein Zimmer teilen, sollen in 15 Minuten fertig sein. Wo das ja unter normalen Umständen schon fast unmöglich ist.
–>  Das ist mal wieder ein Fall für challenge accepted! <–  Und die Challenge auch bestanden, unglaublich.
Abgehetzt, aber immerhin fertig, machten wir uns abermals zu Fuß auf den Weg in den „Musiksaal“ in Kilstett, wo wir mit einem Abendessen empfangen wurden. Mit typisch französischen Speisen, Unmengen Wein und anderen Getränken. Es war schön und trotz der anhaltenden Müdigkeit hielten wir bis gut 23 Uhr durch.

Danach fielen wir nur noch totmüde ins Bett … und warteten darauf, was der kommende Tag wohl bringen möge.

Eure Karina

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