Wer kennt diesen Gruß und weiß automatisch, wo es einen Junggesellenabschied und mich vor ca. 4 Wochen hin verschlagen hat? Genau – ins wunderschöne Hamburg, dem Tor zur Welt.

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An einem Samstagmorgen trafen wir uns alle an einem Parkplatz in der Nähe des Bahnhofes in Bamberg (mit 15-minütiger Verspätung, da die Braut nicht fertig wurde – aber das hatten wir ja schon vorher eingeplant ;D ) und los ging’s. „Alle“ sind in diesem Fall 10 Leutchen; das Brautpaar sowie 4 Jungs und 4 Mädels (gleich vorneweg: da 80% von uns im öffentlichen Dienst tätig sind, wird es hier keine Fotos mit Gesichtern drauf geben – Ihr sollt ja noch bisschen Respekt vor uns haben ;D ). Also mal ein etwas anderer Junggesellenabschied in den hohen Nordwesten.

Der Zug fuhr gegen 7.30 Uhr in Bamberg ab und es dauerte nicht lange, da gab es das erste „Essen“: Rote Götterspeise mit Wodka. Noch Fragen? In Würzburg hieß es dann umsteigen in den ICE, den ich wohl ohne Daniel’s Hilfe niemals erreicht hätte. Dank einer üblichen Verspätung des großen Bahnunternehmens hatten wir nur 1 Minute Zeit zum Umsteigen – leider lagen die Gleise nicht nebeneinander. Aber wie gesagt, es hat alles geklappt und weiter ging die Fahrt. Da wurde dann richtig ausgepackt. 5-Liter-Fass Weiherer Bier, Sekt, Erdbeerlimes (ohne Alkohol), Pflaume (Klopfer) … auch ein bisschen was zu essen, aber doch mehr flüssiges … Die anderen Mitreisenden um uns rum (wir saßen Dank Sitzplatzreservierungen alle beieinander) hatten auch ihren Spaß und halfen uns auch fleißig beim Vernichten. So verging die Zeit bis wir am Hauptbahnhof in Hamburg ankamen wie im Flug :o)

Gegen 12 Uhr angekommen, machten wir uns auf den Weg zu unserem Hostel, welches auch nur wenige Meter neben dem Hbf lag. Einchecken konnten wir noch nicht, aber wenigstens das Gepäck abgeben und uns frisch machen. Sowie Freigetränke und den Late-Check-Out umsonst bekommen. Wie? Gebucht waren 1 DZ (für das Paar, das alles organisiert hatte) sowie zwei 4-er Zimmer. Noch bevor wir so richtig reagieren konnten, hatten die Jungs zugestimmt, die 4er Zimmer in ein 8er Zimmer umzutauschen … Das konnte noch was werden!  :o)

Frisch gemacht und voller Tatendrang hieß es dann – Rudelbildung! Da es eine Kasse für den Bräutigam sowie eine Kasse für die Braut gab, gingen wir getrennte Wege und machten, worauf wir Lust hatten. Einzige Vorgabe: abends zu einer gewissen Uhrzeit wieder treffen, um gemeinsam zu Abend zu essen und auf den Kiez zu gehen.

Also zogen wir los. Die Jungs in die eine Richtung, die Mädels in die andere. Wir enterten zuerst einen Sightseeing Bus – der aber erst einmal nicht startete, da eine Demo „Nato – Lybien“ direkt neben uns vorbei lief (in nur 4 Stunden sahen wir 3 Demos – Lybien, Türkei und xy -, dann wollten Muslime noch den Koran verkaufen, dazu viele Menschen mit Schildern „Jesus lebt!“ … ganz schön multikulti!!!).

Irgendwann starteten wir dann doch und sahen uns das schöne Hamburg aus dem Bus an. Bis wir beschlossen, an den Landungsbrücken auszusteigen und zu Fuß weiterzugehen. Es war wunderschönes Wetter, die Sonne schien, trotzdem ging ein kleines Windchen, viele Menschen waren auf den Beinen (zudem war auch noch Marathon!). Wir genossen die Umgebung, die Leute, schlenderten die Landungsbrücken entlang.
Nach einer kleinen Stärkung liefen wir weiter in die Speicherstadt. Dort konnten wir bei einem Dreh von „Notruf Hafenkante“ zusehen, bevor wir ein schönes Plätzchen fanden und einfach nur dort saßen, uns unterhielten und schauten. Einige Schritte weiter gab es leckeres Eis, dann ging es schon wieder zum Hotel und zum Zimmer beziehen.

Was lachten wir, als wir unser 8er Zimmer betraten. 4 Stockbetten auf engstem Raum, dazu zwei nebeneinander liegenden Türen zu den Sanitäranlagen á 50 cm breit (1x Toilette, 1x Dusche) – aber uns haut nix um und ganz ehrlich: für diese 1 Übernachtung war es mehr als ausreichend und super!

Wir machten uns frisch und warteten auf die Jungs. Und warteten. Warteten. Warteten… Bis sie sich dann doch mal meldeten und wir uns nach einigem Hin und Her (nachdem wir erst einmal in der hosteleigenen Bar Cocktails tranken und Bekanntschaft mit einem komischen Iren machten) auf den Weg zu ihnen machten, da sie doch schon gut beisammen waren … Also ging es ab an die Landungsbrücken und ins „Watergate“.
Sehr toll direkt am Wasser gelegen, von der anderen Seite tolle Musik von einer Strandbar. Awesome! Dort aßen wir zu Abend und genossen das Treiben – und die lustigen Sprüche der Jungs  ;o)

Auf 23 Uhr wollten wir auf der Reeperbahn im „Pulverfass“ sein, da wir für die Show um 23.30 Uhr Tickets reserviert hatten. Ein paar von uns gingen nochmal zurück ins Hostel, die mutigen anderen Leutchen wollten noch einmal auf einen Cocktail in die „Tower Bar“, nur unweit der Landungsbrücken. Unglaublich, aber wahr, wir bekamen sogar einen Sitzplatz! Obwohl wir zu sechst waren und die Bar sehr klein ist. Für Cocktails reichte es leider trotzdem nicht (nein, nicht wegen den Preisen, obwohl die hoch sind), da unser Zeitfenster nicht gereicht hat, bis wir sie bekommen haben. Also mussten wir leider unverrichteter Dinge wieder gehen (die Anstehenden nach uns haben sich bestimmt gefreut  ;)  ) und machten uns auf den Weg zum Pulverfass. Dort trafen wir uns wieder alle und genossen die 3-stündige Tranvestie/Cabaret-Show. In der front row. Der Trauzeuge der Braut hatte vorher schon per E-Mail alles eingefädelt, dass wir ganz vorne sitzen und der Bräutigam schön miteinbezogen wird. Was hatten wir für eine Gaudi :o)

Der ganze Spaß war dann gegen 2.30 Uhr vorbei und der Großteil beschloss, ins Hostel zu gehen und zu schlafen. Nur 4 Verrückte (Brautpaar, Bruder der Braut und ich) zogen weiter – unzwar in die „Große Freiheit“. Dort verliefen wir uns in die „Olivias Show Bar“ und hatten weiterhin viel Spaß. Dort gab es immer 10-minütige Showeinlagen und anschließend legte ein DJ ca. 30 Minuten auf, dann wieder Showeinlage usw. War wirklich toll! Wir tanzten und lachten, bis wir uns auf 4:30 Uhr auf den Weg zum Fischmarkt machten (der eigentliche Grund, warum wir weiter machten, denn Power Napping haben wir noch nie beherrscht).

Unglaublich, wie viele Leute (v. a. aus dem Kiez) dorthin wanderten. Richtige Scharen! Dort genossen wir dann jede/r noch ein Fischbrötchen und lauschten der Livemusik in der Fischhalle. 4 unserer Mitstreiter sind sogar aus dem Bett gekommen und kamen dazu. Respekt!
Uns 4 zog es dann aber doch irgendwann die Augen zu und so ließen wir uns von unserem Taxi zum Hostel bringen und waren gegen 7 Uhr morgens im Bett. Manche unserer Truppe gingen noch bis 11 Uhr zum Frühstück, andere schliefen weiter und wiederum andere (ich) hatten unerwarteten Besuch vom Hostelpersonal. Als ich aus dem Bad kam, stand er urplötzlich im Zimmer und versuchte gerade, den Bruder der Braut zu wecken – erfolglos  ;o)
Beim Einchecken war nicht vermerkt worden, dass wir den Late-Check-Out haben, das konnte aber alles geklärt werden und wir konnten uns in Ruhe fertig machen.

Denn um 13 Uhr waren wir schon wieder auf dem Kiez unterwegs. Diesmal bei einer „Krimi-Kiez-Tour“. Unser Guide Jakob mixte diese mit den anderen Touren, sodass wir nicht nur die kriminellen Sachen hörten, die auf St. Pauli passiert sind (Mörder usw.), sondern auch viele andere Dinge erfahren haben. Es war sehr interessant (und wieder Bombenwetter, echt toll).
Nachdem diese Tour an der Davidwache endete, genossen wir die Sonne noch in Strandstühlen auf der Fanmeile (wo Lena das mit den Punkten beim ESC verkackt hatte) und ließen es uns gut gehen. (Nachdem dann auch klar war, dass die Brose Baskets das Heimspiel gegen München gewonnen hatten, war alles gut und auch der Bruder der Braut und ich konnten entspannen  ;D )

Auf 16.30 Uhr machten wir uns dann aber doch wieder auf den Weg zum Hostel, da wir noch unser Gepäck holen mussten und auch noch die Freigetränke trinken wollten. Was wir dann auch taten im lauschigen Hinterhof des Hostels (und nachdem eine von uns Bekanntschaft mit einer geschlossenen Glastür gemacht hatte …).

Anschließend rasten wir zum Hauptbahnhof, um unseren ICE Richtung Heimat um 17.52 Uhr von Gleis 14 zu bekommen. Am Bahnhof war schon riesiges Chaos, weil Gleise umverlegt wurden und es wohl allgemein Probleme mit dem Zugverkehr gab. Wir dachten uns nichts dabei uns waren einfach nur happy, als wir unsere Reservierungen im ICE gefunden hatten und uns setzen konnten.
Kurz darauf kam eine Durchsage „Aufgrund eines Großbrandes im bevorliegenden Streckenabschnitt verzögert sich die Abfahrt um 30 bis 60 Minuten.“ Hätten wir uns also doch noch Zeit lassen können. Ärgerlich.
Die Abfahrt verzögerte sich immer weiter nach hinten, bis wir schließlich endlich gegen 20:15 Uhr losfahren konnten (und im nächsten Bahnhof gar nichts von dem angesprochenen Großbrand sehen konnten?). Natürlich verschob sich alles arg nach hinten und wir konnten auch unseren Anschlusszug in Würzburg nicht mehr kriegen. Selbst, wenn wir bis nach Nürnberg weitergefahren wären, hätten wir den letzten Zug von dort nach Bamberg verpasst.
Wir bekamen dann aber Taxigutscheine der Bahn, welche wir ab Würzburg nutzen konnten. Ich sage Euch, sooo schnell war ich noch nie von Würzburg in Bamberg!!! Der Taxifahrer fuhr permanent 180 – 200 km/h, sodass wir innerhalb von knapp 45 Minuten in Bamberg bei unseren Autos waren. WOW.

Wir verabschiedeten uns alle voneinander, hatten ein geniales Wochenende mit vielen lustigen Momenten und freuten uns dennoch auf unser Bett. Das mich Montagmorgen gegen 1:45 Uhr wieder hatte.

Danke für den wundervollen Tripp und alles Gute für Euch zwei, Micha und Bernd! <3

Wir sehen uns in gut 45 Minuten bei eurer kirchlichen Trauung und bei der anschließenden Feier – ich freue mich  :o)

Eure Karina

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