Einige von Euch wissen es schon. Einige haben es live miterlebt vor rund 1 Jahr. Andere haben sie schon mittlerweile gesehen … meine persönliche „Traumwohnung.“

Irgendwann ist es einfach so weit. Entweder man möchte erstmals ausziehen aus dem Elternhaus, um endlich auf eigenen Beinen stehen zu können. Oder die bisherige Wohnung gefällt nicht mehr. Die Lage gefällt nicht mehr. Sie ist zu dunkel. Die Nachbarn zu laut. Sie ist zu klein geworden. Man muss arbeitstechnisch in eine andere Stadt ziehen. Was dann?

Genau: eine neue Wohnung muss her. Natürlich soll(te) sie genau so sein, wie man sie sich vorgestellt hat. Wenn sie noch mehr Extras hat, die positiver Nebeneffekt sind, um so besser. Und schon steckt man mittendrin imProjekt Traumwohnung

Ich wurde von mehreren Freunden und Bekannten gefragt, wie ich das geschafft hätte, meine persönliche Traumwohnung zu finden und dann auch wirklich zu bekommen.
Wobei ich in meinem Fall sagen muss, dass es mehr Glück war, dass ich genau diese Wohnung gefunden habe und innerhalb 1 Woche alles abgewickelt war. Vom Entdecken der Wohnung (eine Freundin hatte mir per Handy ein Foto von der Wohnungsausschreibung geschickt), über die erste telefonische Kontaktaufnahme mit dem neuen Vermieter, über die Wohnungsbesichtigung (durchgeführt von der damaligen Mieterin), über ein erstes persönliches Treffen mit dem Vermieter bis hin zur Vertragsunterzeichnung. Unglaublich, aber wahr: 1 Woche. In Worten: EINE Woche.

(Ich will Euch nichts vormachen: dass ich im öffentlichen Dienst arbeite, hatte natürlich auch seinen Vorteil gegenüber den Vermietern, behaupte ich mal.)

Aber nun stellt Euch vor, Ihr habt SIE gefunden. Nach eeeeeeeewiglanger Suche: EURE Traumwohnung. Und die wollt Ihr natürlich unbedingt haben.

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Hier Tipps aus meiner Erfahrung heraus, was man bei einer Wohnungsbesichtigung bzw. einem ersten Treffen mit dem künftigen Vermieter tun oder auch besser lassen sollte:

things to do

Zieht Euch etwas Nettes an. Und damit meine ich kein tiefes Dekolleté oder einen „breiten Gürtel“ bei den Damen oder „Gammellook“ bei den Herren. Zieht Euch etwas an, worin Ihr Euch wohl fühlt, aber auch seriös ausseht. Denn es ist einfach so: der erste Eindruck zählt. Und der ist in aller Regel optisch.

Vor allen Dingen: seid zum vereinbarten Termin pünktlich. Auch die vorhandene oder eben nicht vorhandene Pünktlichkeit fließt in den ersten Eindruck mit ein.
Natürlich kann es passieren, dass man aus irgendeinem Grund kurzfristig absagen oder den Termin verschieben muss bzw. sich verspätet. Das sollte man dennoch tunlichst vermeiden!

Schaut Euch das Objekt der Begierde nicht alleine an. Nehmt lieber immer noch jemanden zur Wohnungsbesichtigung mit, denn 4 Augen sehen mehr als 2.

Stellt ruhig Fragen!
Was kommt zur Kaltmiete dazu? Wie sieht es mit Mieterhöhungen aus; stehen evtl. welche an? Wie hoch ist die Kaution? Wie wird geheizt?
Wie sieht es mit Garten(mit)benutzung oder Haustieren aus? Wer wohnt noch im Haus/wieviele Parteien wohnen insgesamt im Haus? Wo hält die nächste Straßenbahn? Wie ist die Anbindung an die Autobahn?
Das zeigt Euer Interesse und der Vermieter kann sich besser an Euch erinnern.

Was evtl. auch helfen kann, gerade in Großstädten: packt einfach schon einmal die letzte Gehaltsabrechnung als Einkommensnachweis ein. Falls der Vermieter etwas sehen möchte, habt Ihr es gleich zur Hand und das erhöht ggf. Eure Chancen.

Werft auch einen Blick auf die Umgebung der Wohnung. Denn was bringt euch Eure Traumwohnung, wenn das Drumherum nicht passt?

things to avoid

Macht am besten einen Besichtigungstermin unter der Woche aus, vorwiegend abends ab ca. 17 Uhr. Dann hört man auch was „vom Leben“ um die Wohnung herum. Die Menschen kommen von der Arbeit, es gibt ggf. Berufsverkehr vor der gewünschten neuen Haustüre. Man hört einfach mal, „was so los ist“. Polternde Waschmaschinen? Schreiende (Klein-)Kinder? Spielt der Nachbar Keyboard oder Klavier?
Ich würde Euch an dieser Stelle von Sonntagsterminen abraten, da es da meist ruhiger ist als unter der Woche. Und Ihr wollt doch wissen, was Euch erwartet … oder?

Nicht flunkern! Wenn der Vermieter Euch etwas fragt, antwortet wahrheitsgemäß. Ein Haustier oder ein Schufa-Eintrag kommen irgendwann sowieso raus.

Was auch sehr ungünstig ist: wenn man über den aktuellen Vermieter lästert. Das sollte man sowohl bei der Wohnungsbesichtigung als auch später tunlichst vermeiden. Sätze wie „Der jetzige Vermieter ist ein Idiot.“ sind TABU! Ihr mögt zwar vielleicht subjektiv Recht haben, aber etwas Dümmeres könnt Ihr in dem Moment nicht tun, denn die Lästerei kommt sicherlich nicht gut beim eventuellen neuen Vermieter an. Der könnte sofort Schwierigkeiten wittern, wenn er Euch als Nachmieter in die Wohnung lässt.

Zu guter Letzt: unterschreibt den Vertrag nicht sofort.
Selbst, wenn es wirklich DIE TRAUMWOHNUNG ist und Ihr sie unbedingt haben wollt – schlaft noch einmal eine Nacht drüber. Lest den vom neuen Vermieter vorgelegten Vertrag in aller Ruhe durch, bevor Ihr ihn unterschreibt.

Klar, es ist „nur“ eine Mietwohnung, die man wieder kündigen kann, aber: bei Mietverträgen gibt es grundsätzlich kein Rücktrittsrecht. Das bedeutet, wenn Ihr unterschreibt und die Wohnung dann aber doch nicht wollt, müsst Ihr trotzdem regulär kündigen und (im schlimmsten Fall, wenn nicht gleich ein neuer Nachmieter gefunden wird) für 3 Monate Miete zahlen. Ob Ihr tatsächlich eingezogen seid oder nicht.

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Und wenn Ihr „alle Hürden“ überwunden habt und die Schlüssel zu Eurer Traumwohnung in Händen haltet – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Vielleicht sagt Ihr dann auch wie ich „aus dieser Wohnung müsst Ihr mich tot raustragen, ich geh hier freiwillig nicht mehr weg“  :D

Eure Karina

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