Hallo meine Lieben,

vor einiger Zeit war ich in Ulm unterwegs (genauer gesagt: Ende April) und nach langem Warten gab es endlich Teil 1 – jetzt fehlt aber noch der Teil 2, damit es vollständig wird. Außerdem steht schon wieder der nächste kleine Roadtrip an (wenn Ihr diesen Beitrag lest, bin ich quasi schon auf dem Weg) und bevor ich dann irgendwann durcheinander komme, wird Ulm jetzt fertig gemacht. Also sinnbildlich gesprochen. Ihr wisst schon.  :o)

Normalerweise schreibe ich recht schnell danach meine Roadtrips auf bzw. schon während ich unterwegs bin und wenn es nur Stichworte sind. Jetzt weiß ich wieder, warum ich das sonst mache: man vergisst einfach zu schnell bzw. frau! Nun stehe sitze ich da und überlege „Hm. Was war nochmal alles am Sonntag in Ulm? Ist ja doch gut ein Vierteljahr her … Tja. Blöd gelaufen.“
Sonst habe ich immer den Text oder Stichworte da gehabt, hab meinen Text geschrieben und erst dann die Bilder ausgesucht, mit denen ich den Beitrag ergänzt habe. Heute hab ich das mal andersrum gemacht und bin gespannt, was mir noch einfällt … Kann also gut möglich sein, dass das heute mal ein kürzerer Blogpost wird … Ich habe Euch gewarnt.

So, Ulm. Nachdem wir den Freitag gemütlich ausklingen haben lassen und auch der Samstag sehr schön und erholsam war, kam der Sonntag (logisch). Eigentlich waren wir ja wegen dem Basketballspiel ratiopharm Ulm – Brose Baskets Bamberg nach Ulm gekommen, was an diesem Sonntag eben stattfand, aber wenn man schon in einer so schönen Stadt ist, kann man sich ja mal etwas genauer umsehen. Gerne auch mit einem Guide.
Sonntagfrüh, frisch geduscht, das Wetter versprach herrlich zu werden und noch etwas auf dem sehr bequemen Bett rumgelegen, kam eine Nachricht von meiner Freundin „Wir könnten doch eigentlich eine Stadtführung mitmachen?“ Wenn wir schon hier sind und Zeit hatten wir ja auch … klar!

Die Stadtführung mit Besichtigung des Münsters startete am Münsterplatz/Stadthaus um 11:30 Uhr. Kurz vorher haben wir uns unsere Tickets gekauft und hatten auch echt sehr viel Glück mit unserer Stadtführerin! Ich meine, sie hieß Regina, aber sicher bin ich mir nicht mehr. Sie hat immer wieder Lustiges mit rein gebracht („Wenn Ihr da und da hin geht – superschöne Gegend übrigens – dann müsst Ihr unbedingt da und da einkehren. Aber das habt Ihr nicht von mir, weil ich darf das ja nicht sagen und keine Werbung machen. Aber da müsst Ihr echt mal hin, sonst verpasst Ihr was!“  <3  ), manchmal etwas deutlichere Ausdrücke (wir standen am Chorgestühl des Münsters und sie benutze das Wort „Ar***“, während ein Messdiener vorbeilief, von dem sie gleich gerügt wurde. Ooops.) und die 90-minütige Stadtführung war echt sehr kurzweilig. Danke dafür!  <3

Wir starteten am Münsterplatz und begannen mit dem Äußeren des Münsters. Weiter ging es Richtung historisches Rathaus, durch das Fischer- und Gerberviertel und auch durch „die Neue Mitte“.

Das historische Rathaus von Ulm wird überzogen von Unmengen an Fresken, die schon sehr viel über die Geschichte der Stadt und vor allem der Politik erzählen. Erbaut wurde das Rathaus im 14. Jahrhundert, wurde auch mehrfach umgenutzt (einst war es ein Kaufhaus) und ist für sich ein Geschichtsbuch, würde ich mal sagen. Vor allem die astronomische Uhr, die um 1520 auf der Ostseite des Rathauses installiert wurde, ist ein richtiger Hingucker. Neben dem Platz neben dem Rathaus findet man einen Brunnen, in dem früher an Markttagen angeblich die Fische ausgesetzt wurden.

Von dort aus ging es weiter Richtung Donau und danach ins Fischer- und Gerberviertel. Am Metzgerturm vorbei liefen wir ein Stückchen auf der Stadtmauer. Mit Blick auf die Donau und den Radweg. Auf einen sich putzenden Schwan. Auf Menschen, die einfach das schöne Wetter genossen – das war der Moment, in dem ich mich schockverliebt habe. Tolle Stadt!!! <3

Unser Weg führte uns dann auch zum „schiefen Haus“. Ein Hotel. Nein, eines der ältesten Wohnhäuser der Stadt aus der Zeit um 1500. „Schief“ ist fast noch ein bisschen untertrieben – ich könnte darin vermutlich keine einzige Nacht ruhig schlafen  ;o)
Auszug aus Wikipedia: Das Schiefe Haus, im 14. Jahrhundert erbaut, heute ein Hotel, gilt als schiefstes der Welt. Die acht mit viel Fingerspitzengefühl in das alte Haus gebauten, modern eingerichteten Zimmer haben Niveauunterschiede bis zu 40 cm, weshalb ans Kopfende der Hotelbetten Wasserwaagen eingebaut wurden, um dem Gast zu demonstrieren, dass er absolut „im Wasser“ (waagerecht) liegt.
Aber seht selbst:

Weiter ging es zum „Schwörhaus“. Als Nicht-Ulmer oder Nicht-Baden-Württemberger wird man nichts damit anfangen können. „Schwörhaus? Was denn das?!“ (Dazu komme ich gleich.) So ging es nicht nur meiner Freundin und mir in unserer Stadtführungstruppe.
Das Schwörhaus wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts als reichsstädtischer Repräsentationsbau errichtet. Leider wurde es mehrfach zerstört und musste wiederaufgebaut werden. Heute dient es als „Haus der Stadtgeschichte Ulm“ und das Stadtarchiv nutzt es. Vom Balkon des Schwörhauses aus legt der Ulmer Oberbürgermeister jährlich am vorletzten Montag im Juli eine Art Rechenschaftsbericht ab. Zurück geht das alles auf die einstige Verfassung der Reichsstadt und auf den großen Schwörbrief von 1397 (?). Genauere Infos findet Ihr hier auf der Seite der Stadt Ulm (das würde sonst hier den Rahmen sprengen).

Jedenfalls scheinen die Ulmer gerne zu feiern um den Schwörmontag herum  ;o) Da wird die „Schwörwoche“ gefeiert, die ab dem Wochenende vor dem Schwörmontag stattfindet. Da gibt es dann jeweils eine Lichterserenade (stelle ich mir traumhaft vor), die die Schwörwoche einläutet. Den Abschluss stellt das „Nabada“ dar, alle 4 Jahre gibt es zudem ein Fischerstechen. Schaut Euch die Erklärungen hier mal an – ich habe mir ja vorgenommen, so eine Schwörwoche mal mitzumachen! Mal sehen, wann ich dazu komme …

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Schwörhaus

Unsere Tour endete dann im Münster. Wieder mit sehr vielen Erklärungen zum Bau, der Entstehungsgeschichte und vielen Figuren. Die Internetseite des Ulmer Münsters gibt hier sehr gut Auskünfte  ;o)

Allgegenwärtig ist in Ulm natürlich der „Spatz“. Man sieht ihn quasi überall: an Geschäften, als Skulpturen. Der Spatz ist das inoffizielle Wappentier der Stadt Ulm, wurde uns gesagt. Das glaube ich gerne! Aber warum? Da ich die Erklärung unserer Stadtführerin nicht mehr hinbekomme, habe ich diese Erklärung auf der Seite des Ulmer Münster gefunden:

Der Ulmer Spatz
Hoch oben auf dem Münsterplatz hatte der knapp einen Meter große Sandsteinspatz einmal seinen Platz. Ein Spatz soll den Ulmern gezeigt haben, wie sie die langen, quer auf dem Wagen liegenden Baumstämme für den Münsterdachstuhl durch ein enges Stadttor transportieren könnten. Ein Spatz, der einen langen Halm quer im Schnabel trug, brachte die rettende Idee. Denn kurz vor dem kleinen Einflugsloch zu seinem Nest drehte er den Halm, so dass er ihn nun der Länge nach im Schnabel hielt und mühelos das enge Loch passierte. Die Ulmer Handwerker machten es ihm nach und fuhren ohne Probleme mit ihren Hölzern – nun der Länge nach gestapelt – durch das Tor der Stadt hinein. Eine Legende nur, aber eine schöne! […]

Hier nun noch ein paar Bilder aus dem Münster – mit ganz vielen „alt“ und „neu“-Skulpturen.

Nach so vielen Infos und knurrenden Mägen (wir hatten kein Frühstück gemacht), verliefen wir uns ins nächstgelegen Coffee Fellows und genossen die kleine Auszeit dort. Lecker essen, quatschen, Leute beobachten. Muss auch mal sein.

Dann war es auch schon fast an der Zeit, sich auf den Weg in die ratiopharm Arena zu machen – also ab in den Bus und loooos! Im Bus trafen wir dann auch noch einen netten Ulmer (erkannt am Trikot), mit dem wir uns gut unterhalten haben.
Das Spiel war recht nervenzehrend (vor allem das 1. Viertel aus Bamberger Sicht), aber am Ende gingen „unsere Jungs“ mit einem 95 zu 88-Sieg nach Hause. Und wir um einige Lebensjahre gealtert.  ;o)
Aber Fakt ist: unsere Kerzen im Münster haben sich bewährt.

Kurz nach dem Spiel bzw. nachdem wir uns den dortigen Fantalk angesehen haben, liefen wir zu unserem Auto und starteten gegen 19 Uhr nach einem sehr schönen Wochenende Richtung Heimat. Leider noch mit einem kleinen Zwischenfall … irgendwas muss ja immer passieren, wenn wir zwei Mädels unterwegs sind. Als wir damals von Bonn vom Top4 heimfuhren, lief uns eine Katze ins Auto.
Wir fuhren so die Autobahn entlang, alles dunkel, weit und breit niemand zu sehen. Licht an, Musik leise an, wir quatschten und auf einmal machte es „RUMMS“. Ich hatte da zwar noch was auf der Straße liegen sehen (und ich war wirklich nicht schnell unterwegs, grad so 120 km/h), konnte aber gar nicht weiter reagieren. Mir schoss in den Kopf „drauf halten, nicht ausweichen!“, also rumpelten wir mittig über ein bereits am Boden liegendes Tier drüber. Seines Zeichens ein totes Wildschwein. Schockmoment.
Wenige Meter weiter hinten stand dann schon ein Auto mit Warnblinkanlage, was das arme Tier vermutlich mitgenommen hatte. Bei der nächstmöglichen Ausfahrt, wo es eine beleuchtete Tankstelle gab, haben wir dann erstmal angehalten und meinen Jake untersucht – also drunter geklettert und nachgeschaut. Nichts kaputt, nirgends Tierhaare. Puuuh. Sowas kann auch blöd enden … (Beim Wegfahren bemerkten wir, dass dort überall Videokameras hingen – sah bestimmt auch lustig aus, wenn sich jemand dieses Band angesehen hat.)

Nun denn, das war der Ulm-Tripp und wenn ich dann von dem jetzigen Tripp zurück bin, gibt es wieder Ba-Wü-Geschichten zu erzählen  ;o)

Passt auf Euch auf und habt einen guten Start in die neue Woche,

Eure Karina

 

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