Hallo meine Lieben,

nachdem Ihr schon den Teil 1 zu lesen bekommen habt, möchte ich Euch nochmal für Teil 2 ins sehr heiße Heidelberg entführen. Zumindest Anfang August war Heidelberg extrem heiß – heute dürfte es auch dort etwas kälter zugehen. ;o)

Der Tag 2 begann erst einmal mit einer Aufwachdusche (oh, wie hab ich mich in diese Dusche verliebt  <3  diese Regenwald-Dusche hätte ich am liebsten eingepackt und mit heim genommen) und einem leckeren Frühstück. Wir überlegten uns die Tagesplanung und da es wieder so sehr warm werden sollte, entschieden wir uns, dass wir den berühmten Philosophenweg gleich am Morgen noch machen wollten.

Nach dem Frühstück riefen wir Berthold an und erzählten ihm von unseren Plänen. Wenig später waren wir schon auf dem Weg durch eine der teuersten Wohngegenden Heidelbergs in Berthold’s Flitzer. :o)  Bevor wir aber den Philosophenweg entlang liefen, zeigte uns Berthold erst noch das Institut für Theoretische Physik inklusive Garten, welches direkt am Philosophenweg gelegen ist und in dem er viele viele Jahre gearbeitet hat und auch immer noch munter dort werkelt.  :o)  Dieses Haus kaufte in den 1950ern der Physiker Hans Jensen im Auftrag der Universität Heidelberg; heute ist es nach ihm benannt. Unser lieber Berthold kennt Herrn Jensen sogar und hat mit ihm zusammen gearbeitet!

Anschließend haben wir uns dann aufgemacht und sind den Philosophenweg entlang gelaufen. Nach einigen Metern an sehr noblen Häusern vorbei, kamen wir am Philosophengärtchen an. Wie schön der angelegt war! <3  Viele verschiedene Blumen, einige Schmetterlinge kreuzten unseren Weg, dazwischen steht auf einer Plattform eine Büste Eichendorffs, in deren Sockel eines seiner Gedichte eingraviert ist. Warum die Büste dort steht? Eichendorff studierte einige Monate in Heidelberg.

Wir liefen weiter und genossen bei warmen 37 Grad in der Sonne (wobei ich immer viel in den Schatten gehuscht bin) die wundervolle Aussicht über den Neckar, auf die Altstadt, den Königstuhl und das Schloss (wobei letzteres leider kaum sichtbar war aufgrund der roten Bausubstanz und dem umliegenden sehr dunklen Wald). Wir liefen an vielen Privatgärten vorbei, an einigen Sitzbänken, die zum Ausruhen einluden und beendeten unsere Wanderung schließlich in der Hölderlin-Anlage. Inmitten schattiger Bäume genossen wir die dort herrschende Kühle.  ;o)

Nach der kurzen Erholung ließen Birgit und ich es uns nicht nehmen, für den Rückweg den Schlangenweg auszuwählen. Gehört er doch auch zu den 3 Dingen, die man sofort als „Must-Do“ zu hören bekommt, wenn man erwähnt, dass man nach Heidelberg fährt: das Schloss, den Philosophenweg samt Schlangenweg und den Studentenkuss (dazu später mehr).

Vom Philosophenweg zweigt der Schlangenweg ab, der hinab führt zur Alten Brücke. Er besteht großteils aus Treppen und ist definitiv einfacher runter als hoch zu laufen!  ;o)  Der Schlangenweg verläuft in einer Art zick-zack von oben nach unten, fast wie eine sich windende Schlange, was auch seinen Namen erklärt (Ihr konntet ihn bereits im Teil 1 auf einem Bild von der Bergbahn aus sehen). Auch hier genossen wir einfach nur die Aussicht, das schöne Wetter und hielten ab und zu für ein paar Erinnerungsschnappschüsse an den verschiedenen Aussichtsplattformen an.

Heraus kamen wir direkt an der Alten Brücke, wo abermals der Foto gezückt wurde – was sonst!  ;o)

Nach einer kurzen Siesta in unserem Zimmer im schnuckeligen Schnookeloch (wie wir von Berthold erfuhren, bedeutet das „Schnakentümpel“ bzw. „Schnakenloch“ – glücklicherweise war der Name des Hotels nicht Programm und wir hatten keinen einzigen Schnaken im Zimmer. Puhh!), entführte uns unser Berthold in ein alteingesessenes Cafe in der Fußgängerzone. Doch bevor wir dort ankamen, sahen wir uns erst noch die Heiliggeistkirche von innen an (Diese Kirche war vor ganz langer Zeit tatsächlich zwei geteilt; einfach eine Scheidemauer durchgezogen und schon hatte man eine protestantische und eine katholische Kirche. Seit 1936 ist sie eine rein evangelische Kirche.). Außerdem gab es einen kurzen Zwischenstopp an der alten Universität mit Aula und den Rektorats- und Empfangsräumen, welche architektonisch sehr schön anzusehen war, bevor wir dann in besagtem Cafe ankamen – dem Conditorei-Cafe Schafheutle. Wir saßen hinten draußen im ruhigen Garten und ließen es uns gut gehen.

Dann war auch schon die Zeit des Abschied nehmens gekommen und wir drei drückten uns alle nochmal, bevor Berthold auf seinem E-Bike nach Hause düste …
An dieser Stelle noch einmal meinen allerherzlichsten Dank an unseren lieben Berthold, der uns seine Heimatstadt so toll näher gebracht hat und auch auf die wahrscheinlich dümmsten Fragen sehr geduldig geantwortet hat. Es war sehr sehr schön und wir werden immer gern an unseren Besuch bei dir zurückdenken!  <3

Hinterher war dann bummeln und shoppen angesagt. Wir schlenderten durch die Fußgängerzone, ließen uns Eis bei der besten Eisdiele schmecken (Gelato Go hieß es, glaube ich) und ich genoss den durch die Fußgängerzone fliegenden schwäbelnden Dialekt, den ich so sehr mag.  <3

Am Abend ließen wir uns einmal mehr beim Cafe Restaurant Knösel ein wahnsinnig leckeres Abendessen schmecken. Für mich gab es leckeren Flammkuchen und man kam sich schon ein bisschen wie in Italien vor, in den süßen kleinen Gassen Heidelbergs mit den vielen Touristen und der anhaltenden Wärme. Schließlich beschlossen wir, dass wir uns unbedingt noch das historische Studentenlokal „Zum Roten Ochsen“ anschauen wollten, das immerhin schon in 4. Generation in Familienbesitz ist. Wir hatten es gegen 21:30 Uhr gefunden – und wisst Ihr was? Die haben uns nicht mehr reingelassen, die Haustüre war abgesperrt. Innen drin saßen noch einige Leute, die uns durch das offene Fenster sahen und uns fragten, warum wir nicht reinkommen. Wir antworteten, dass die Tür abgesperrt sei. Die Leute wollten dann, dass wir durch’s Fenster klettern, aber wir haben es gelassen. So erpicht waren wir dann doch nicht darauf und wenn die unser Geld nicht wollen, gehen wir halt woanders hin!  ;o)  Also landeten wir wenige Meter weiter in einem wunderschönen Biergarten der Kulturbrauerei Heidelberg. Bei Kerzenschein gönnten wir uns noch einen Absacker, bevor wir zurück zu unserem Schnookeloch liefen – natürlich wieder mit Nachtbildern des Schlosses. Wie gut, dass wir ständig unsere Kameras dabei hatten!

Im Hotel angekommen, mussten Birgit und ich dann erst einmal sehr lachen. Birgit sah sich ihre eben gemachten Bilder an und sagte „Das Schloss ist weg!“ und Tatsache, auf keinem von Birgits Bildern war das Schloss bei Nacht zu sehen. Aber ist ja ganz logisch, wenn ich es mit meinem Foto fotografiert hab, dass ich es da weggeklaut habe  ;o)  Was Alkohol so bewirkt.

Am nächsten Tag (Dienstag) war dann auch schon Abreisetag aus dieser romantischen Stadt. Aber nicht, bevor wir nicht noch unseren Studentenkuss bekommen hatten! Der Laden war nur ca. 20 m von unserem Hotel entfernt in der gleichen Straße und doch hatten wir kein rechtes Glück; es war ein bisschen ein schwierigeres Unterfangen… Zuerst hatte der Laden am Tag vorher (Montag) geschlossen, am Abreisetag war zuerst noch zu (es war vor 11 Uhr), also bummelten wir durch die Altstadt und die Fußgängerzone. Gingen durch Nebengassen und ließen uns einfach treiben. Wahnsinn, was da für Touristentrauben unterwegs waren – und das unter der Woche.

Dann standen wir gegen 13 Uhr vor dem Laden – hing da ein Schild „Bin gleich wieder da!“ Wie viel Pech kann man eigentlich haben wegen ein bisschen Schokolade? Aber diesmal sind wir nicht mehr weggelaufen.  Wäre doch gelacht, wenn wir unsere Schoki nicht noch bekommen hätten!  :o)  Nach einigen Minuten warten war die Dame des Ladens zurück und ehe wir uns versahen, war der (recht kleine) Laden voll von Touristen, binnen weniger Sekunden. Wahnsinn! Von Engländern über Chinesen und Deutschen war alles vertreten. Ein Tag den Job dieser Dame in dem Laden gemacht und Ihr könntet mich einliefern, glaub ich. Das war schon echt krass, wie das da alles ablief und zugleich auf so viele unterschiedliche Sprachen.

Wir kamen jedenfalls endlich zu unseren Studentenküssen und konnten beglückt die Heimreise antreten. Vorher holten wir noch als Mitbringsel selbstgebrautes Bier der Brauerei Vetters und machten noch Bilder mit dem Brücken-Affen.

Eigentlich wollten wir schon viel früher am Tag die Heimreise antreten, aber wie das Leben eben manchmal so spielt, ist man doch länger vor Ort. Ich würde sagen, es war perfekt so, wie es war. <3

Ich erinnere mich noch, dass Birgit und ich uns in der Fußgängerzone kaputt gelacht haben, komme aber nicht mehr drauf. Irgendwas mit einer Kette, die einer Dame geschenkt wurde … weißt Du das noch, Birgit? Hilf mir bitte auf die Sprünge. :o)

Liebe Grüße

Eure Karina

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