Hallo meine Lieben,

bereits am 26.05. war ich zu diesem Roadtrip aufgebrochen, da wird es nun aber höchste Zeit, dass ich euch hierzu einige Erinnerungen, Bilder und Informationen da lasse. ;o)

Ich sage euch, war das erst einmal ein Drama, bis ich ansatzweise starten konnte! Mein Auto befand sich seit dem 17.05. in der Werkstatt und mir wurde zugesichert, dass es bis zum 25.05. fertig ist, weil ich es ja für meinen Roadtrip brauchte. Tagtäglich wurde ich vertröstet, dann wurde das falsche Teil geliefert, dann wieder vertröstet und und und … Am 25.05. war ich mit meiner Familie ganztags in einem Park unterwegs (Blogbeitrag folgt hoffentlich auch bald … *unschuldig kuck*) und hatte bis abends um 17 Uhr immer noch nichts gehört (die Werkstatt schließt um 18 Uhr). Also habe ich dort angerufen und gefragt, was jetzt los ist. Hatte den Chef dran und er meinte „Ja, da gab es Probleme und es wird nicht fertig, aber Freitag könnte es fertig sein.“ Auf meine mehrfache Frage, wie ich denn nun auf die Schnelle an ein Leihauto bzw. überhaupt in Urlaub kommen sollte, hatte er keine Antwort. Herzlichen Dank für nichts!!! Bitte erschießt mich, wenn ich nochmal in diese Werkstatt will. Die haben die geschlagenen Pfingstferien gebraucht für die Reparatur. Mein Stamm-KFZler, der da in Urlaub war, hatte das gleiche Problem (hatte ich schon einmal auf der anderen Autoseite) binnen 2 Tagen erledigt und war noch wesentlich günstiger!

Dann begann auf dem Heimweg vom Park aus die Surferei am Handy und ich buchte mir ein Leihauto in der Herzstadt (ich hatte bereits am Dienstag schon einmal rumgesucht, wo man Leihautos herkriegt und wie teuer die wären – Intuition?). Auto von Donnerstag bis Sonntag. Anfragebestätigung, check. Bis wir daheim angekommen waren, kam immer noch keine Buchungsbestätigung – also hab ich dort angerufen. „Nein, das klappt nicht, wir haben morgen geschlossen.“ – „Aber man konnte es doch im Internet auswählen?“ – „Ja, aber das ist ja auch nur eine Anfrage, das bedeutet nichts.“ Hmpf. Ja, ich hätte ja direkt anrufen können statt übers Internet versuchen, aber ich telefoniere nicht so gerne. Nochmals herzlichen Dank für nichts.

Also wieder ans Internet und gesucht. Hey, die Autovermietung mit der weißen Schrift auf grünem Grund hat auch in der Herzstadt eine Zweigstelle, laut eigenem Homepagekalender am Feiertag geöffnet und ist fast so günstig wie die andere vorher. Na, da nehm ich mir doch gleich den A1 (oder vergleichbar). :o) Abholung Donnerstag um 9 Uhr morgens, Rückgabe Sonntag bis 18 Uhr. Anfrage abgeschickt, check. Erleichterung. Yippie.  :o)

Meine Soulsista hatte mir versprochen, mich am Folgetag in die Herzstadt zur Autovermietung zu fahren. Also alles gebongt – dachte ich.
Denn als wir dann am Donnerstagmorgen (Fronleichnam, Feiertag in Bayern) an der Autovermietung ankamen, waren die Rollos zu. Erster Gedanke „wie gut, dass ich gestern trotzdem noch die Zugverbindungen gecheckt habe, das Gepäck ließe sich auch regeln“. Zweiter Gedanke „sch****“, dritter Gedanke „hey, da steht jemand! Ich lauf da jetzt einfach mal hin.“
Vor der Autovermietung stand ein junger Mann, der gerade eine rauchte. Er sah mich erstaunt an und meinte „Sie sind aber bald da, wollten Sie das Auto nicht erst um 10 Uhr abholen?“ – „Nein, ich habe eines auf 9 Uhr reserviert.“ Er sperrte uns auf und wir gingen ins Büro. Dort stellte sich heraus, dass die Buchungsanfrage nicht mehr gesehen wurde, da sie erst nach 19 Uhr einging. Ein kurzes Telefonat mit seinem Chef und es war klar – ich kriege ein Auto! YIPPIEEEE!!!!  :o)

Der junge Mann (Student?) musste zwar noch einmal alles manuell ausfüllen, da ja nichts im PC eingespielt war, aber währenddessen haben wir uns noch nett unterhalten und rumgeflachst. Der Audi A1 war leider vergeben, dafür erhielt ich einen ebenso kleinen schwarzen Flitzer, einen Peugeot 208 GT. Fast niegelnagelneu, denn er hatte noch keine 3.500 Kilometer drauf. Nach einer kurzen Einführung in das Auto wollte der junge Mann es mir noch sauber machen, aber ich verneinte. So dreckig war es nicht und ich würde ja garantiert auch wieder etwas Dreck reintragen.  ;o)  Dann haben wir uns noch das Auto angesehen, ein klitzekleiner Steinschlag außerhalb des Sichtfeldes und ein kleiner Kratzer am hinteren Radlauf der Beifahrerseite (wir haben ihn nicht gefunden). „Uuund … was steht da noch … ach ja, die Tankanzeige funktioniert nicht einwandfrei.“ WHAT? Er meinte, dass vollgetankt wäre, aber die Anzeige nur 7/8 anzeigt, da passt was nicht, aber ich sollte ohne Probleme zu meinem Reiseziel kommen  – „und dann tanke ich eh erst einmal voll, bevor ich wieder hoch fahre“, war mein Gedanke. Ich nahm also grinsend das Auto entgegen, parkte es auf den gegenüberliegenden Parkplatz eines Discounters um, wo meine Soulsista wartete, hievte das Gepäck um in den kleinen Flitzer und machte dann erst noch einmal eine Spritztour zu meiner Lil Sista, die an diesem Tag arbeiten musste. Schließlich wollte ich erst einmal ein bisschen das Auto kennenlernen, bevor ich gleich auf die Autobahn gen Süden startete und diese gut 30 km Umweg waren mir daher mehr als recht (1.200 km waren inklusive).

Nach einem kurzen Schwatz dort und der Eingewöhnung ans Auto, startete ich dann gegen 10 Uhr Richtung Chiemsee. Es war richtig tolles Wetter und noch dazu lief gute Musik im Radio. Der schwarze Flitzer fuhr wie eine 1 (ich muss gestehen, dass ich bis dato eine sehr schlechte Meinung von Peugeot hatte), hatte eine super Ausstattung (klar, recht neues Auto) und machte mir dann gleich nach der Hälfte der Strecke Angst. Ich befand mich gerade in der Baustelle bei „Holledau“, die 17 km lang ist. Irgendwo da drin machte das Auto ein komisches Alarmsignal und zeigte an „Fülldruck prüfen, neu initialisieren“. WHAT?! Da es ein oranges Zeichen war, entschied ich mich dazu, dass es nicht so wichtig sein kann und fuhr weiter. (Ich hatte irgendwann einmal gelernt, dass man nur bei roten Warnzeichen Angst kriegen sollte, bei gelben/orangen Warnzeichen ist es nicht so dringend.) Bis zum Kreuz München-Süd kam ich auch ohne irgendwelche Probleme durch, aber dann war es leider vorbei. Es schien, als ob alle Münchner dieser Welt Richtung Berge über das verlängerte Wochenende wollten und dementsprechend zähfließend war alles. Da half es auch nichts, einen Lamborghini und ähnliches zu fahren, die krochen genau so langsam da hin wie wir anderen auch. Der zähfließende Verkehr bei den Außentemperaturen war recht nervig, aber wenigstens hatte ich schöne Ausblicke auf tolles Wetter und auch auf Berge in der Ferne. Dazu eine gute Klimaanlage, hat schon gepasst. :o)

Gegen 14 Uhr kam ich dann am Zielort an und hatte – wortwörtlich – die Antwort gefunden. Da musste ich doch glatt über 30 Jahre suchen und dann finde ich sie nur ca. 2 km von Bad Endorf entfernt!  ;o)

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Mein Domizil war der „Wintererhof“ (Ferien auf dem Bauernhof) und Dank des Ausfluges an den Chiemsee eine Woche vorher wusste ich schon, wo ich hin muss. Nur – wo parken? Ich war mir nicht sicher, ob es einen Innenhof mit Parkplätzen gab und daher parkte ich einfach direkt vor dem Stall. Genauer: direkt vor dem „Parken verboten“-Schild. Wer kann, der kann.  ;D
An der Haustür des Wintererhofes hörte leider niemand, daher rief ich vom Handy aus an. Die Hausherrin war gleich dran und ich sagte ihr, dass ich mich leider verspätet hatte, nun aber vor der Haustür stünde. Ihre Reaktion „I kimm, i kimm!“ Oberbayrisch ist so ein putziger Dialekt. <3   Die liebe Dame zeigte mir dann mein Zimmer und mein Etagenbad und ich muss sagen: so stellt man sich einen Bauernhof vor. Aber alles sauber und gepflegt. Dazu richtiges Daunenfedernbettzeug … hallo Heidi und hallo Alm Öhi. :D  Außerdem fragte sie mich, ob ich Tee oder Kaffee zum Frühstück möchte. Ich schaute sie fragend an und sagte „Milchkaffee?“ Ihre Antwort war ein grinsen und ein „Milli hamma gnuch!“ (zu deutsch: Milch haben wir genug)

Ich parkte also mein Auto in den Innenhof um (das „Parken verboten“-Schild war nur deswegen da, damit der Stall frühmorgens bei Abholung der Milch nicht zugeparkt war), bezog mein Quartier und döste ein bisschen (im Haus war es aufgrund der dicken Steinmauern angenehm kühl), bis ich gegen 15:45 Uhr meinen Papa hörte. Der war nämlich in Bad Endorf zur Reha und ich habe ihn dort besucht. Schnell war ich fertig angezogen und abfahrbereit unten, während er sich noch gut mit der Hausherrin unterhielt. Schwups, stiegen wir in sein Auto und er entführte mich zu einem gar zauberhaften Fleckchen Erde, den Simssee-Stubn. Dort genossen wir bei strahlendem Sonnenschein ein leckeres Essen (für mich einen Salat mit Spargel und Garnelen, da ich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte und für ihn Zwetschgenstrudel mit Vanilleeis), quatschten, brachten uns gegenseitig auf den neuesten Stand, erfreuten uns am dortigen Dialekt und genossen die tolle Aussicht.

Danach wollten wir noch nicht nach Hause und daher fuhren wir weiter über heilige Länder nach Söchtenau. Dort fand an diesem Wochenende ein Fest statt, 175 Jahre Veteranen oder so ähnlich (ich bring es leider nicht mehr zusammen). Wir parkten dort, liefen zum Festzelt und hörten noch Teile der Probe des Musikorchesters, das abends auftreten würde (sie probten gerade „Frozen“ aus der Eiskönigin). Bei diesem Fest gab es „Steckerfisch“, was ich noch nie vorher gehört oder probiert hatte. Papa aß einen und ich habe mehrfach probiert – so etwas leckeres!!!!  <3  <3  <3  Das ist quasi eine Lachsforelle auf einem Stecker aufgespießt, gut gewürzt und dann ca. 45 Minuten über dem Grill geräuchert, dabei immer wieder gewendet. Mmmmhhhh …

In Söchtenau auf der Bierbank sitzend, musste ich dann auch mehrfach grinsen. Der Dialekt um einen herum, fast jede/r lief in Tracht herum (Dirndl bzw. Lederhose, das kann ganz schön was her machen!) und irgendwie die ganze Atmosphäre. Die dort aufgestellten Sonnenschirme waren vom „Flötzinger“ und am Steckerfisch-Grill stand jemand, der dem Franz Eberhofer-Schauspieler zum Verwechseln ähnlich sah. Flötzinger und Eberhofer … Buchwürmer wissen, warum ich grinsen musste.  :D
Alle anderen finden hier die Lösung.

Zu einem perfekten Tagesausklang fehlte dann eigentlich nur noch ein Eis und daher fuhren wir zum aller-aller-allerbesten Eisdealer in Bad Endorf. Es musste sich beim „Venezia“ schlichtweg um den besten Eisdealer handeln, da die Schlange dort immer mindestens 5 Meter lang ist und niemals abbricht. Die Eiskugeln sind riiiiiiiiiiiiesig und die verschiedenen Eissorten selber hergestellt. Ich probierte einen Ahorncrunch und war im Essenshimmel angekommen. <3

Frisch gestärkt durch Salat, Steckerfisch und Eis machten wir uns dann mit meinem kleinen schwarzen Flitzer noch einmal auf die Suche nach einer Tankstelle, um den Reifendruck zu prüfen. Ihr erinnert euch an die Fehlermeldung „Fülldruck prüfen“? Genau. Tankstelle gefunden, Geld gezahlt um den Reifendruck zu prüfen (kenne ich so nicht, normalerweise ist das an Tankstellen doch frei?) und den fehlenden Druck in zwei Reifen nachgefüllt, die anderen beiden hatten gepasst. Wieder rein ins Auto, angelassen – wieder die Fehlermeldung. Aber wir wussten ja, dass alles passt und fuhren weiter. Wo man „neu initialisiert“ wussten wir leider nicht, aber vielleicht würde sich die Fehlermeldung selber beheben.

Vielleicht …

Eure Karina

 

 

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