Freitags ab Eins, jeder macht seins.  :o)

Dieses Motto hat Frau Tonari vor längerer Zeit ausgegeben und seitdem läuten wir freitags ab 13 Uhr immer das Wochenende ein. Diesmal habe ich eine Klingel für euch, die mich komischerweise in ihrer „güldenen Art“ sehr an den Froschkönig und die Kugel der Königstochter erinnert (ob sie sich auch darin gespiegelt hat?  ;D):

„Es lebte zu einer Zeit ein König, der hatte Töchter, die allesamt sehr schön waren. Doch sah man seine jüngste Tochter, wusste man, dass sie die Schönste von allen war. Und so war es, dass sie regelmäßig hinunter in den Wald ging, sich an den Brunnen setzte und mit ihrer goldenen Kugel spielte. Dabei warf sie die Kugel immer am liebsten in die Höhe und fing sie dann wieder voller Freude auf…“

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Und damit hallo meine Lieben,

und willkommen zu Tag 3 im Chiemgau, der sich rund um die güldene Kugel oben dreht!  :o)

Auch dieser Tag startete schon sehr früh am Morgen, da ich einfach nicht mehr schlafen konnte. Gegen 6 Uhr war die Nacht vorbei, draußen vor dem Wintererhof zwitscherten die Vögelchen und ich? Ich cremte erst einmal fleißig weiter und las dann entspannt in meinem Buch weiter. Denn König Ludwig II. hatte mir ein Andenken von meinem Schiffausflug an Tag 2 mitgegeben. Das war leider nicht sonderlich berauschend, aber ändern konnte ich es trotzdem nicht mehr:

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Ich hatte mich zwar mit LSF 50+ eingecremt, aber nicht mehr nachgecremt im Laufe des Tages und schon hatte ich verloren *ZONK* – auch am Abend vorher in Wasserburg (das kleine Venedig Bayerns, wie ich nun erfuhr) trug ich dann schon eine leichte Langarmjacke und war ständig auf der Suche nach Schatten. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich sowas mitmache, ich bin da leider schon geübt  ;o)  Ich werde immer erst einmal feuerrot und dann bleibt eine minimale Bräune zurück, egal, welchen LSF ich benutze. (Funfact: man sieht an den Armen heute immer noch, wo der Sonnenbrand war – fast 2 Monate später).

So, wo war ich. Genau, nachdem ich mich dann fürs Frühstück fertig gemacht hatte, ging ich wieder gegen 9 Uhr nach unten, die knuffige Omi begrüßte mich wieder und mein Platz vor der Haustüre war noch frei, also vereinnahmte ich diesen gleich wieder für mich. Es nieselte zwar etwas, aber durch den Dachvorsprung war ich geschützt und konnte draußen sitzen und den Duft genießen (mögt ihr den Duft nach Regen auch so gern?). Während ich so da saß und aß, kam diesmal keine Katze um die Ecke, sondern eine andere Mieterin und bat mich, kurz auf ihre Hündin Maya aufzupassen. Also war ich kurz Hundesitterin. Ansonsten genoss ich das abermals leckere Frühstück, die Aussicht und dachte mir „Hmpf, wird heute wohl nix mit unserer geplanten Radtour …“ Einerseits, weil wir am Tag vorher an kein E-Bike mehr rangekommen sind und andererseits wegen dem Wetter. Aber da machte ich mir nur ganz kurz Gedanken, denn wer weiß schon, wie das Wetter sich ändert (und wie schnell).

Auf 11 Uhr klarte es dann tatsächlich auf, es nieselte nicht mehr und unserer Radtour stand fast nichts mehr im Weg. :o) Ich fuhr mit meinem schwarzen Flitzer nach Bad Endorf rein zu Papa, stieg dort in sein Auto um und wir fuhren zu einem anderen E-Bike-Verleih, wo wir am Vortag niemanden mehr erwischt hatten. Mein Papa hatte darauf bestanden, dass ich ein E-Bike nehmen solle, weil er schon einige Höhenmeter mit mir bewältigen wollte und nach anfänglichem Widerstand beugte ich mich und dachte „Warum eigentlich nicht? Frau muss alles mal ausprobieren.“ Wir hatten tatsächlich Glück und der Herr des Fahrradverleihs war Samstagvormittag daheim und hatte sogar noch ein E-Bike übrig. Nach einer Einführung in die ganze Materie (wie viele Gänge hat es, wie und wo schaltet man, was ist zu beachten, seine eigenen Erfahrungen und und und) machte ich dann eine sehr kurze Probefahrt, stellte fest, dass das Rad wirklich ein großes Gewicht hatte (konnte ich mir vorab nicht vorstellen) und freute mich aber einfach nur auf die Tour. Einen Helm gab es nicht für mich und dann ging es los mit meinem  „Damen E700 Wanderer“, der güldenen Klingel und Sonnenschein.

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Es stellte sich heraus, dass das E-Bike genau die richtige Wahl war, denn an die Kondition meines Papas bin ich null rangekommen. Bei den Höhenmetern und teilweise steilen Bergen hättet ihr mich nach 15 km von der Straße abkratzen können.  ;o)  Aber mein Papa tat mir auch ein bisschen leid, denn relativ oft war ich der Meinung, anhalten und Bilder machen zu müssen… Aber er hat es brav hingenommen bzw. fuhr weiter und wartete dann weiter hinten auf mich.

Es war wirklich traumhaft schön, die Sonne brannte runter und weit und breit war kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen. Ich hatte für die Tour Sportklamotten mit Dry-Fit dabei (u.a. meine geliebte Zebrahose) und trug auch hier eine Langarmjacke. Frau muss den bestehenden Sonnenbrand ja nicht noch intensivieren. Nach ca. 10 Minuten Radfahren bemerkte ich, dass meine Handrücken schon auf die Sonne reagierten und glücklicherweise hatte Papa noch ein zweites Paar Radhandschuhe dabei, die ich ihm für die Tour abluchsen konnte. <3   Wir fuhren also über geteerte oder geschotterte Straßen, teilweise über so schmale Wege, dass man sich nicht traute, kurz vom Weg wegzusehen. Bergauf und bergab. Durch Wiesen und Wälder, um den Simssee herum. Genossen das Wetter, die zwitschernden Vögel und die Natur. Einmal stiegen wir ab (am Simssee) und vertraten uns kurz die Beine. Ein einziges Mal geschah es, dass ich mit E-Bike meinen Papa am Berg überholen konnte – er strampelte und strampelte (musste aber nicht absteigen, Respekt!) und ich fuhr an ihm vorbei, lächelte und winkte. Wie die Queen.  :D  :D  :D
Wir fuhren auch nach Söllhuben zum Gasthof „Zur Post“, den manche vielleicht von den „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“ vom Bayer. Fernsehen kennen. Mir sagte das natürlich nichts, aber ich sagte nicht nein und fuhr natürlich mit.
Stoppen konnte uns bei der Radtour eigentlich nix – außer eine Bahnschranke und später unser Mittagessen am Pelhamer See im Hotel Seeblick:

War die lecker, meine Süßkartoffel-Chilli-Suppe mit gebratenen Garnelen. <3  <3  <3  Die hatten wir uns aber auch verdient nach rund 40 km Radfahren.  ;o)
Nach der Stärkung ging es noch auf die letzten Kilometer zurück nach Bad Endorf, wo wir das Rad wieder abgaben. Insgesamt waren wir 46,86 km geradelt quer durch das Chiemgau. Hier habe ich die Route für euch einmal auf dem Plan eingezeichnet (Google Maps hat nach dem 8. Ort leider nicht mehr weitergemacht):

Bad Endorf – Thalkirchen – Eichen am Simssee – Weinberg – Ecking – Neukirchen – Bergham – Thalham – Söllhuben – Wolferkam – Abersdorf – Ackersdorf – Moosen – Irnkam – Kreuzbichl – Thalkirchen – Antwort (mein Wohnort) – Mauerkirchen – Hemhofen – Stephanskirchen – Pelham (Mittagessen) – Unter-/Oberraukham – Theisenham – Bad Endorf

Danach fuhr ich erst einmal in meinem schwarzen Flitzer zurück in meine Unterkunft und machte mich frisch. Kaum frisch gemacht, ging es zurück nach Bad Endorf und zu einem unerwarteten Familientreffen.  <3  Denn mein Onkel und meine Tante waren über das verlängerte Wochenende auch unten in der Gegend und wollten natürlich den Bruder/Schwager besuchen. <3  Wir tranken dann zuerst einmal in aller Ruhe Kaffee und ließen uns Kuchen schmecken, bevor es leider zu schütten anfing. Nach einem längeren Spaziergang kehrten wir zum Abendessen in den „Kurfer Hof“ in Bad Endorf ein und genossen auf der Terrasse ein sehr leckeres Dinner. Die jüngere weibliche Bedienung war der Oberknüller und auch etwas im Stress, da sie komplett alleine war für ca. 50 Gäste. Dementsprechend lange mussten wir leider immer auf unser Essen warten (Hauptgang, Nachspeise), aber lecker war es trotzdem und wir hatten ja keine Eile. Als es dann ans Zahlen ging und wir getrennt zahlen wollten (Papa/ich – Tante/Onkel), ging sie noch einmal kurz weg, kam dann wieder raus mit zwei Rechnungen und war dann leicht irritiert, weil sie Onkel/mich und Papa/Tante intuitiv zusammengefasst hatte. Sie stutzte kurz und sagte dann „Des mocht nix, die Essen vo die zwaa Männer koschen es gleiche.“  Wir haben uns weggeworfen.  :D

Ja, das war Tag 3. Ein sehr langer und abermals sehr schöner Tag. Leider blieb mir nur noch ein halber Tag im Chiemgau, bevor es nach Hause ging. Das war wirklich schade, denn ich bemerkte während der Radtour eines – dass ich mich schon Ewigkeiten nicht mehr so frei gefühlt hatte. Keine Sorgen, keine Gedanken. Einfach nur frei sein und genießen. War das schön.

Eure Karina

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