Hallo meine Lieben,

eigentlich wollte ich mich noch am Sonntag (also gestern) bei euch melden, aber der Tag hatte zu wenig Stunden. Der Tag wurde mit Wohnung aufräumen, letzte Daten aufs neue Handy spielen und Koffer packen verbracht. Das Kofferpacken habe ich nun endlich gegen 23:41 Uhr abgeschlossen, nachdem es den ganzen Tag so vor sich hin dröppelte.

Vielleicht war ich aber auch einfach nur noch müde vom Vortag, denn der war recht voll gepackt. Ich möchte euch kurz davon berichten (mal sehen, wie lange es tatsächlich wird).

Meine Familie hat ein „Marterl“; das ist fränkisch und dürfte allen anderen am ehesten unter „Flurkreuz“ bekannt sein. Das hat der Onkel meines Opas errichtet oder so ähnlich. Genau können wir das selber nicht nachvollziehen, aber es stammt wohl aus dem 19. Jahrhundert. Im Jahr 2015 hat meine Familie es am ursprünglichen Standort abgebaut, über 10 Monate hinweg in ca. 300 Stunden restauriert und dann 2016 in unseren Obstgarten gesetzt und schön eingefriedet. Das trifft sich ganz gut, da in der Nähe unseres Obstgartens der fränkische Jakobsweg vorbeiführt und daher sind schon einige Pilgerer und Wanderer stehen geblieben bzw. haben einen kleinen Abstecher gemacht und sind dann weitergelaufen. Am Samstag (vorgestern) war dann nun also eine Maiandacht auf unserem Grunstück und das Marterl wurde eingeweiht. Aber von vorne.

Bereits am Morgen hätte ich mich am liebsten wieder ins Bett gelegt, weil ich einfach mal wieder sehr trottelig müde unterwegs war. Es war super Wetter gemeldet, also wollte ich die Kontaktlinsen reinmachen. Gesagt, getan. Nur hatte ich vergessen, diese Peroxidlösung ordentlich abtropfen zu lassen. Also die linke Linse ins Auge und gleich wieder raus, weil es gebrannt hat wie Feuer und das Auge in Folge dessen auch feuerrot war. Glückwunsch. Dann also doch Brille …

Ich kam gegen 11 Uhr bei meiner Familie an und die Aufbauerei war schon in vollem Gange. Es gab ein größeres Zelt, das bereits aufgebaut war, die Männer haben noch mit Biertischgarnituren bestuhlt, auch vor dem Marterl. Der alte Altar unserer Kirche stand neben dem Marterl, das mit Bäumchen geschmückt war. Es wurden noch einige Beschilderungen angebracht, die Tische dekoriert. Wir waren gegen 13:30 Uhr mit dem Hinräumen fertig, die ersten „Gäste“ kamen schon gegen 14:15 Uhr. Und es sollte tatsächlich voll werden, zur Maiandacht waren ca. 70 Leute da, danach an die 100. Denn danach gab es Kaffee und Kuchen, Kaltgetränke und Bratwürste auf Spendenbasis. Das Wetter war ein Traum, überhaupt alles hat super zusammen gepasst. Der Mond ließ sich auch schon recht bald sehen.

Irgendwann gegen 18:30 Uhr wollten meine Schwester und die Mesnerin vom Ort die Kirchensachen (Gewänder der Ministranten, Kreuze, Bäumchen, Blumengestecke …) wieder in die Kirche bringen. Ich bot mich zur Mithilfe an und nachdem alles im VW Bus verstaut war, fuhren meine Schwester, die Mesnerin und ich hoch zur Kirche. Wir waren quasi in göttlicher Mission unterwegs. :D In diesem Fall durfte ich Weihwasserhalterin spielen. Da ich mich geweigert hatte, das restliche Weihwasser über das Marterl zu schütten bzw. den Bus zu weihen bzw. die spielenden Kinder zu weihen.  ;o)

In der Kirche angekommen, räumten wir alles wieder rein und während die Mesnerin alles aufräumte, konnte ich das erste Mal die frisch renovierte Kirche meines Heimatortes betrachten. Wie schön sie geworden ist! Ich würde mich als „Teilzeitchristin“ bezeichnen, da ich nur ca. 5 bis max. 10 Mal im Jahr in der Kirche bin, aber das war echt toll. Die Mesnerin hat meiner Schwester und mir dann noch einen Schlüssel gegeben, damit wir zwei den Kirchturm besteigen und oben angekommen die 3 Kirchenglocken bestaunen konnten. Wir waren auch in der ehemaligen Bibliothek der Kirche. Sie zeigte uns den alten Tabernakel (die Kirche feiert dieses Jahr 500-jähriges Jubiläum, dieser Tabernakel ist genauso alt), den eine Woche vorher neu geweihten Kirchenaltar und erklärte, warum der Erzbischof das und das zur Weihe gemacht hatte. Sie erzählte mir/uns die Geschichte der Kirche, nahm uns in fast sämtliche Ecken mit während der Erzählungen und auch den Grundstein von 1517 sah man. Interessant war, dass alle Figuren sehr wertvoll und schwer aussehen, tatsächlich aber „nur“ aus Holz sind. Sie hatte auch den einen oder anderen Gag für uns zu berichten.  :o)

Als wir dann wieder mit dem Bus zurück zur Familie fahren wollten, der nächste Spaß – der Bus sprang nicht mehr an. Die Batterie war schwach und durch das offen lassen der Schiebetür hatte sie noch gar ihren Geist aufgegeben. Glücklicherweise war der Bus schon so halb bergabwärts gestanden, so dass wir anderen zwei nur wenig anschoben und meine Schwester samt Bus dann davon sauste. Ich sah sie schon gedanklich in einer Scheune auf dem Weg hängen, wo sie links abbiegen musste, da sie so viel Schwung drauf hatte. Aber nein, alles gut gegangen. Als wir zurückgelaufen waren, stand der Bus wie eine eins dort, perfekt eingeparkt. Der erste Elektro-Bus aller Zeiten, da sehr leise.  :D

Mittlerweile war es nach 20 Uhr und es saßen immer noch einige Gäste da und genossen den lauen Sommerabend. Die Kinder tollten durch die Wiesen und spielten … Klar, bei dem Ausblick?

Bis ich daheim war, war es dann auch irgendwann so gegen 22:30 Uhr. Aber selbst nach diesem langen Tag konnte ich erst einmal überhaupt nicht abschalten und war gegen 2 Uhr morgens im Bett. Nach einem ereignisreichen Samstag.

Nun ist es Montag früh gegen 1:30 Uhr und um 4 Uhr geht es los in Richtung Urlaub. Damit ihr mich nicht so ganz vergesst, habe ich ein paar Beiträge vorausgeplant.  ;o)  Ich wünsche euch eine tolle Zeit und freue mich schon heute auf unser Wiederlesen … :D

Eure Karina

Advertisements