Hallo meine Lieben,

es ist Sonntagabend und nachdem ich mich gerade mit meinen zwei Florida-Mädels in der Herzstadt getroffen habe, ist es nun endlich an der Zeit für die Reiseberichte zu diesem tollen Urlaub, der nun leider auch schon wieder seit dem 20.05. vorbei ist … Viel zu lange her und ich könnte – abgesehen davon – schon wieder verreisen. :D  Euch erwarten über die nächsten Wochen insgesamt 12 Reiseberichte (je Urlaubstag einer) und ihr kennt ja den Spruch „Wer eine Reise tut, der kann was erzählen.“ – das bewahrheitete sich noch vor dem Abflug aus Nürnberg … Aber fangen wir mal von vorne an. Ihr seid jetzt jedenfalls vorgewarnt, dass die nächsten Wochen hier urlaubslastig werden. :D  Die Bilder sind grundsätzlich von mir, ansonsten entsprechend gekennzeichnet. Ich wünsche euch viel Spaß auf den Spuren meiner 1. USA-Reise.

***

Wir schreiben Montag, den 08.05.2017, als unsere Reise beginnt. „Wir“ sind in dem Fall ich (der Esel nennt sich immer zuerst), Kati (wir kennen uns seit dem Kindergarten) und Dani (wir drei kennen uns seit der 7. Klasse – also auch schon etwas länger  ;o)  ).

Da ich im Flieger nicht schlafen kann (eigentlich in gar nichts, was sich bewegt – außer, ich vertraue den Personen, die das Gefährt steuern, was sehr selten ist), habe ich die Nacht von Sonntag auf Montag durchgemacht. In der Hoffnung, dann im Flieger doch schlafen zu können auf unserem 10-Stunden-Flug. Ich war also seit Sonntagmorgen um 9 Uhr wach, packte meinen Koffer schlussendlich so gegen Montagmorgen um 3 Uhr fertig und los ging es gegen 4 Uhr morgens. Mein Papa war so lieb und fuhr uns drei Mädels nach Nürnberg zum Flughafen, zu dem wir um die Uhrzeit problemlos über die Autobahn düsten. Wir waren gegen 5:45 Uhr da und checkten am Air-Berlin-Schalter ein (von dort sollte der Flug über Düsseldorf nach Miami gehen). Ihr lest schon richtig: SOLLTE…

Als wir am frühen Morgen eincheckten, teilte uns die Servicedame mit, dass der Flieger überbucht und wir daher auf „Standby“ seien. Für alle, die nicht wissen, was das bedeutet: wenn man Glück hat und noch genug Passagiere nicht erscheinen, also quasi nicht mitfliegen, kann man noch nachrutschen in den Flieger, ansonsten wird man auf einen anderen Flieger umgebucht. Zu diesem Zeitpunkt sah ich diese United-Airlines-Szene geistig vor meinem Auge ablaufen…

Wir sahen uns erst einmal ratlos an (so oft wir drei jede für sich schon geflogen sind, ist uns das noch nie passiert, aber gut, öfters mal was Neues). Wir durften also trotzdem erst einmal durch die Sicherheitskontrolle und gingen zum Gate. Das Boarding begann und wir saßen da, wie bestellt und nicht abgeholt. Ebenso wie drei andere „Überbuchte“. Für uns war von vorn herein klar, dass wir nur zu dritt fliegen würden und nicht getrennt (ist ja auch blöd, wenn 1 woanders ist als die anderen 2 und irgendjemand auf jemanden warten muss). Ende vom Lied: die anderen drei Wartenden kamen noch mit in den Flieger, wir drei Mädels nicht. Also was tun? Genau: wieder raus aus dem Abflugbereich über die Gepäckausgabe und in die Eingangshalle zum Air-Berlin-Schalter.

Die dortigen 2 Service-Damen schienen uns etwas überfordert damit, auf einen Schlag drei Mädels umbuchen zu müssen. Vor allem wollten sie nochmals Geld von uns haben für die Umbuchung, bis wir klar gestellt haben, dass der Flug überbucht war und wir nichts dazu konnten – dann machten sie es kostenfrei und stellten uns sogar (ohne Nachfrage) jeweils einen Travel Voucher aus (zu dem am Ende des Urlaubs dann mehr). Die Damen telefonierten sehr viel herum und schickten uns letztendlich über den Gang rüber zu Eurowings – ohne Gepäck, denn das war noch nicht wieder rausgekommen. Die Dame dort am Check-In war ebenfalls etwas überfordert, denn „der Flieger ist schon zu, ich kann niemanden mehr mit rein nehmen“. Dort kam eine rothaarige Dame dazu, scheinbar ein höheres Tier bei Lufthansa, die telefonierte dann eine Weile rum (die erste, die den Anschein machte, einen Plan zu haben) und sagte „die Mädels gehen noch mit rein, dafür sorge ich“. Tja, wenn nur unser Gepäck gekommen wäre zum neu Einchecken … Wir warteten und warteten und wenn sie nicht gestorben sind, warten sie noch heute … schlussendlich wurden wir wieder zum Air-Berlin-Schalter zurück geholt (per Telefon, denn der Gang ist ja so breit, dass man nicht laufen kann), da unser Gepäck immer noch nicht da war und der Eurowings-Flieger dann doch ohne uns startete. Also am Air-Berlin-Schalter wieder Warterei und das Suchen nach einem anderen Flug, bis wir wieder über den Gang drüben bei Air France landeten. Nachdem unser Gepäck nach einer halben Ewigkeit dann doch mal aus dem Verladebereich wieder rauskam – mit sehr vielen schönen Zetteln dran – und wir auch bei Air France nach langer Warterei einchecken konnten, ging es gegen 9 Uhr erneut durch die Sicherheitskontrolle, denn aller guten Dinge sind ja zwei… Hier wurde Dani dann auch tatsächlich ein 2. Mal „rausgezogen“, beim 1. Durchlauf wegen etwas in ihrem Rucksack (Gemüse in Tupperbehältern) und beim 2. Durchlauf mit einem Test an der Handfläche und der Hose. Aber wir hatten ja Zeit … denn auch im Abflugbereich mussten wir dann noch bis kurz nach 10 Uhr warten, bis wir in den Flieger konnten. Also saßen wir wieder an der Fensterfront und genossen dann erst einmal ein kleines typisches teures FlughafenFrühstück, bevor wir letztendlich nach Paris boarden konnten.

 

Es war eine recht kleine Maschine und neben mir am Fenster saß ein Franzose mit sehr langen Beinen. Ich fragte ihn, ob er evtl. an den Gang möchte, um sich etwas ausstrecken zu können, aber er winkte dankend ab und meinte, dass das für den kurzen Flug schon in Ordnung sei. Vom Flug habe ich so gut wie nichts mitbekommen, da ich dauergedöst habe und vielleicht doch mal kurz eingenickt bin. Wir landeten also in Paris am Charles de Gaulle-Flughafen und rollten gefühlt über den halben Flughafen, bis wir die Parkposition erreicht hatten und fuhren vom dortigen J-Bereich mit dem Shuttlebus zum L-Bereich, wo der Weiterflug startete. Nach ein bisschen Rumsitzerei und Turn-/Strechübungen boardete der Anschlussflug pünktlich gegen 13 Uhr. Hier wurde dann Kati rausgezogen und gefilzt.
Schlussendlich konnten wir unsere Plätze in der Economy Class beziehen und hatten zu dritt eine Viererreihe in der Mitte für uns (irgendwie schade, wo ich doch so gerne am Fenster sitze). Wir hatten ein junges Soccerteam mit an Bord, das scheinbar irgendeine Meisterschaft gewonnen hatte und auf dem Rückflug in die USA war laut Pilot. Famous people around!  ;o)  Dann begann unser 10-Stunden-Flug nach Miami und ich muss sagen, der Service bei Air France war wirklich top. Dazu kam eine große Mediathek (Menschen, die nicht schlafen können, müssen die Zeit ja irgendwie überbrücken) und die Air France-Decke war ein kuschelig weicher Traum. Nachdem ich es mir erst einmal bequem gemacht hatte (Schuhe runter, Kuschelsocken an, Schal um den Hals), sah ich mir während dem Flug „La La Land“, „Fantastic Beasts And Where To Find Them“, „Bridget Jones‘ Baby“ und einige Folgen „Friends“ an. Es war komisch, dass die Durchsagen immer zuerst auf französisch und dann auf englisch kamen, aber bis Flugende hatte ich mich daran gewöhnt. Und dann … endlich endlich … kamen wir gegen 17:15 Uhr amerikanische Zeit in Miami an. Jucheeee!!!  :D

 

Fertig, aber glücklich, gingen wir zur Immigration – ich für meinen Teil erwartete schon schlimmes, nachdem ja schon Dani und Kati rausgezogen worden waren und mir bisher nichts „passiert“ war. Gedanklich haben die mich in ein Verhörzimmer abgeführt und nicht einreisen lassen. :D
Aber alles lief glatt. Abgesehen davon, dass man sich gefühlt immer an der falschen Schlange anstellt, weil es woanders schneller ging. Das kennt ihr bestimmt. Ich durfte bei Mrs. Gonzales immigrieren und das war gar nicht so einfach, weil sie sehr nuschelte. Aber durch das Beobachten meiner Vorgänger kannte ich den Ablauf ja schon. :D  Und es passierte – nichts. Ich konnte völlig unbedarft einreisen, anschließend meinen Koffer entgegen nehmen am Gepäckband und raus aus dem Flughafen. Ohne Verhör, ohne verlorenen Koffer, ohne Zollprobleme. Es lief wie am Schnürchen. :o)

Blieb nur noch die Frage: wie kommen wir nach Miami Downtown in unser Hotel? Das klärte sich glücklicherweise ganz schnell, weil uns ein Typ anquatschte, da wir wohl recht verloren und orientierungslos aus der Wäsche schauten. Unser Gepäck war schnell im weißen Van verstaut, wir gesellten uns zu bereits wartenden Gästen und los ging es nach Downtown. Es war etwas unwirklich über die Autobahnen dort zu fahren, die mit Palmen gesäumt waren. Links von uns der Ausblick auf Miami Beach und das Meer, die Sonne schien und es war noch sehr warm. Wir waren dann sogar die ersten, die an ihrem Hotel, dem Courtyard Miami Downtown/Brickell Area, rausgelassen wurden – und haben gleich mal den Kardinalsfehler begangen, was uns aber erst viel später kam: wir haben dem Fahrer des Vans kein Trinkgeld gegeben … MÖÖÖP. Spoiler: Der Fehler passierte uns dann leider noch öfters während dem Urlaub. Wie peinlich. Aller Anfang im Ausland ist schwer … *hust*

Möglichkeiten für den Flughafen-Tansfer:
Taxi – ca. 25 $
Kleinbus – ca. 10 $
Bus (150 Airport Flyer) – ca. 2,30 $,
der Bus fährt
allerdings nur nach Miami Beach!

Wir checkten also gegen 19 Uhr amerikanische Zeit (1 Uhr morgens dt. Zeit) in unser Hotel ein und waren wenig später in unserem Zimmer #1110. Zuerst flogen die langen Hosen und die Stützstrümpfe, danach genossen wir die Aussicht aus dem 10. Stock und dann mussten wir einfach nochmal raus gehen und eine erste Runde um den Block drehen in luftigeren Klamotten. Wir fanden einen tollen Supermarkt um die Ecke, wo wir gleich noch ein paar Flaschen Wasser kauften. Wir liefen weiter und landeten – dem Meeresduft nach – am Miami Riverwalk, wo wir uns einfach auf eine Parkbank setzten, die Farben des Sonnenuntergangs und die Aussichten bewunderten und den Moment genossen. Das war für mich der Punkt, an dem ich realisierte „Ich bin in Miami angekommen. Hallo Urlaub!“ Wenig später gingen wir zurück ins Hotel und gegen 23 Uhr schlief ich dann endlich ein (nachdem wir erst noch auf dem Hotelboden kurz „geplanked“ hatten :D). Das Ende eines langen Tages und der Beginn eines tollen Urlaubs. Yeah. :o)

 

Fazit:

Geplanter Flug mit Air Berlin:
NUE – 07:50 Uhr (dt. Zeit)
DUS – 10:45 Uhr  (dt. Zeit)
MIA – 14:50 Uhr (amerik. Zeit, also dt. Zeit 20:50 Uhr)

Tatsächlicher Flug mit Air France:
NUE – 10:05 Uhr (dt. Zeit)
CDG –  12:55 Uhr (dt. Zeit)
MIA –  17:15 Uhr (amerik. Zeit, also dt. Zeit 23:15 Uhr)

Ich würde jederzeit wieder mit Air France fliegen (Spoiler: die Mediathek ist wesentlich größer, das Personal irgendwie routinierter und man hat mehr Beinfreiheit in der Economy Class). Den Zeit- und vor allem Nervenverlust von schlussendlich guten 3 Stunden hätte es nicht gebraucht. Nach über 40 Stunden wach konnte auch ich dann im Hotelbett gut schlafen. ;o)

Eure Karina

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