Hallo meine Lieben,

auch an Tag 3 war ich wieder recht zeitig am Morgen wach – irgendwann gegen 7 Uhr und das ganz ohne Wecker. Im Urlaub neige ich irgendwie zu einer Art senilen Bettflucht. :D  Zuhause möchte ich am liebsten ausschlafen und auf Reisen reichen komischerweise problemlos 5-6 Stunden Schlaf, denn es gibt ja so viel zu entdecken …

Auch an diesem Morgen gab es einen leckeren Starbucks-Kaffee aus unserer kleinen Kaffeemaschine und noch bevor wir richtig wach waren, fanden wir schon die Rechnung für unseren Aufenthalt auf dem Fußboden bei der Tür – sie war irgendwann am Morgen durchgeschoben worden. Es ist irgendwie schon lustig, dass ein Hotel wie das Courtyard by Marriott Miami Downtown/Brickell Area (das echt super war) in jedem Zimmer einen Safe, Bügelbrett und -eisen sowie eine Mikrowelle vorhält – aber keinen Fön. Nun ja gut, bei den Temperaturen braucht man normalerweise auch nicht unbedingt einen Fön in den USA. Dafür hatten sie aber USB-Ladeanschlüsse im Nachttisch – wie genial!

Wir machten uns also fertig, packten auch schon unsere 7 Sachen zusammen und suchten uns anschließend wieder einen netten Frühstücksspot. Wie schon an Tag 2 fanden wir ihn in der SE 1st St, also nur eine Querstraße weiter, im Café Bastille. An der Einrichtung dort konnte ich mich überhaupt nicht satt sehen, das war so süß gemacht! Und erst das Frühstück war ein Traum: Ricotta Pancakes und ein Cafe au lait. <3 <3 <3  Wozu Ketchup mit auf den Tisch gestellt wurde, verstehen wir bis heute nicht, aber hat uns auch nicht weiter gestört. Unsere knuffige Waitress Barbara wünschte uns dann noch einen tollen Tag und hoffte, uns bald wieder begrüßen zu dürfen – leider mussten wir sie enttäuschen, da wir ja am gleichen Tag abreisen würden. Wir unterhielten uns aber noch sehr gut mit ihr („You are tourists? I thought you’re from here.“ <3). Sie kam aus Polen und konnte daher auch ein paar Sätze auf deutsch. Sehr putzig. <3

Auf dem Weg zurück zum Hotel machten wir noch einen kleinen Einkauf bei „Whole Foods“ und deckten uns dort mit Wasser, Müsliriegeln und etwas Obst ein. Außerdem fuhr uns ein FBI-Auto über den Weg – genau an dem Tag, an dem Mr. President den FBI-Chef feuerte. Ein Zeichen? Wir sind jedenfalls unschuldig. :D

Und dann kam der Zeitpunkt, an dem mir etwas blödes passierte. Muss auch mal sein, sonst wäre es ja langweilig. ;o)  In unserem Hotel gab es einen ATM und wir beschlossen, noch einmal Geld abzuheben für den Fall der Fälle. Dani zog sich Geld, Kati zog sich Geld nur ich nicht, denn der ATM mochte mich nicht bzw. meine PIN. Erster Versuch – declined. Vielleicht die PIN falsch eingegeben? Zweiter Versuch. 5-4-5-0. Declined. Ein drittes Mal habe ich mich nicht getraut und dann kam mir wenig später, dass das meine alte PIN für die alte Karte war, die ich eingegeben hatte und ich vor 2 Jahren eine neue VISA-Karte bekommen hatte wegen Kreditkartenbetrug. Die neue PIN hatte ich nie gebraucht, also nicht im Kopf. Was also tun, wenn man die PIN nicht (mehr) weiß? Bei VISA in Karlsruhe anrufen. Der nette Herr Jakobi am anderen Ende konnte mir leider nicht viel weiterhelfen, da eine neue PIN erst in 1-2 Wochen zugestellt würde (da wäre ich wieder daheim gewesen). Ich könnte jedoch bei einer größeren Bank mit meiner Kreditkarte und meinem Reisepass aufschlagen, dann zahlen die normalerweise auch Bargeld aus, ggf. mit einer Extragebühr. Oder ich pumpe meine Reisebegleitung an. Mehr konnte er leider nicht für mich tun. Aber das war ja zumindest schon einmal eine Hilfe. Da ich für den Moment noch genug Bargeld dabei hatte, habe ich erst einmal nichts gemacht. :D

Wir Mädels rafften dann wenig später alle unsere Sachen zusammen und verließen unser Zimmer. Am Empfang wurde uns dann vom netten Concierge ein Taxi gerufen und als das da war, half er uns noch mit den Koffern (diesmal haben wir das Trinkgeld nicht vergessen, denn wir sind ja lernfähig :D ). Außerdem sollten wir unbedingt Frau Dr. Merkel von ihm grüßen, denn „I love her, she’s so great!“  (Das sollte nicht der einzige US-Bürger bleiben, der uns das sagte.)
Das Taxi brachte uns zum Flughafen von Miami, da wir dort unser Mietauto abholen wollten. Die Taxifahrt war sehr lustig, unser Taxifahrer sehr gesprächig und er meinte dann auch so „you never drove an automatic car? never mind, it’s so easy! all you need to do is brake or hit the gas“ (Ich bin ja schon einmal eines gefahren, 2012 in Kanada, war auch problemlos.) Auf dem Dolphin Expressway sahen wir dann auch einen echten Easy Rider. Große Maschine, Jeans und T-Shirt, kein Helm. Unser Taxifahrer erklärte uns, dass das hier einfach der „way of life“ wäre und Florida der einzige Bundesstaat ist, in dem man ohne Helm Motorrad fahren darf. (Am Morgen lasen wir auch in unserem Reiseführer, dass sonntags das Fallschirmspringen für unverheiratete Frauen verboten ist. Komisches Florida.)

Wir stiegen also nach einer kurzweiligen Taxifahrt am Flughafen bei den Rental Cars aus und suchten nach Alamo, dort hatten wir vorab im Reisebüro in Deutschland unser Auto gebucht. Es dauerte nicht lange, bis wir dran kamen und Karel uns bediente (er hatte etwas von Schauspieler Steve Carell). Er schaute uns und unser Gepäck an und dachte bestimmt „typisch Frauen, immer viel Gepäck“ fragte dann, ob wir nicht ein anderes Auto möchten, außer wir stünden auf wenig Platz im Auto. Gebucht hatten wir ursprünglich einen Toyota Corolla – und haben uns aber schnell für ein anderes Auto entschieden. :o) Nachdem dann der ganze Papierkram erledigt war (schlimmer als in Deutschland, ich sag’s euch!) und er uns noch freundlicherweise gleich das Navi auf deutsch eingestellt hatte, verabschiedete er uns mit den Worten „you go down to the first floor, then you choose a car in row 7. have a great day.“ Wir also mit Sack und Pack zum Aufzug und runtergefahren. Dann standen da halt wirklich in Reihe 7 megaviele SUVs nebeneinander und wir durften uns einfach einen davon aussuchen. Gleich daneben standen reihenweise Mustang Cabrios – wir waren im Autohimmel!!! :D  Wir entschieden uns schnell für den schicken Hyundai Sante Fe in dark grey und luden unser Gepäck ein. Dann hätten wir eigentlich schon starten können – nur … so ganz ohne irgendeine Einweisung? Wir konnten wenigstens noch jemanden abgreifen um danach zu fragen, was wir tanken müssen, ansonsten haben wir selber alles gesucht und gefunden am Auto. Selbst ist die Frau! :D  Dani setzte sich dann hinters Steuer, ich mich hinten rein zu den verdunkelten Scheiben, das Ziel wurde eingegeben, bei der Ausfahrt wurden wir nochmal geprüft und um exakt 13:11 Uhr ging’s los mit unserem Roadtrip mit Oscar, der erst jungfräuliche 8.901 Meilen auf dem Kerbholz hatte! <3

Vom Flughafen ging es schnurstracks Richtung Highway US 1 und Richtung Key West. Gewöhnungsbedürftig ist, dass man in den USA links und rechts auf Autobahnen überholen darf – ganz anders als in Deutschland. Das ist auf einer mindestens 4-spurigen Autobahn dann schon etwas verwirrend, aber nach kleinen Schreckmomenten gewöhnt man sich an alles. ;D  Gut war an unserem Mietwagen-Deal auch, das wir „toll-by-plate“ hatten, wir also alle mautpflichtigen Straßen problemlos befahren konnten (einfach immer links auf der Spur „sunshine pass“ einreihen und durchfahren) und das am Schluss dann über’s Kennzeichen abgerechnet wurde bei Rückgabe. So erspart man sich den Stress, mautfreie Straßen suchen oder jeweils die Maut lösen zu müssen.

Die Sonne schien, im Radio liefen Songs wie „Titanium“ von David Guetta oder „My immortal“ von Evanescence. Wohin man sah, sah man Palmen und anderes Grün und so fuhren wir gemächlich auf der US 1 gen Süden. Gerade bei den Florida Keys wusste man gar nicht, ob man zuerst links oder rechts schauen sollte, da man zu beiden Seiten das Meer sehen konnte. Unser Navi zeigte dann an, dass wir quasi „im Wasser“ fuhren, was nicht verwunderlich ist, wo die Straße zeitweise wirklich nur aus 2 Fahrbahnen bestand und sonst kein Land drumherum war. In Marathon sahen wir Reklamen wie „fastest wifi on the keys“ oder „coldest beer on the keys“, Leguane lagen am Straßenrand und fraßen Gras. Ja, das hatte schon etwas!

Highway US 1:
Die US 1 verläuft parallel zur US-amerikanischen Ostküste, sie beginnt in Fort Kent (Maine, USA an der kanadischen Grenze) und endet in Key West; sie ist insgesamt 3.846 km lang. Nicht ein Auto, sondern ein Schiff scheint man zu steuern, wenn man auf dem Overseas Highway, dem südlichsten Abschnitt des US 1, steuert. Der 205 km lange Highway verbindet 42 Inseln der Florida Keys über Brücken mit dem Festland. Von Key Largo bis nach Key West ist der Overseas Highway die einzige Straßenverbindung in den Keys. Kleine grüne Schilder entlang der Straße geben als Mile Marker (MM) die Entfernungen an. Key West stellt mit MM 0 den Ausgangspunkt dar; South Miami liegt bei MM 126. (Auszug aus dem Reiseführer „Miami und die Florida Keys“, National Geographic Traveler)

Und dann waren wir gegen 17 Uhr angekommen in Key West. Als wir das goldene M sahen, sind wir erst einmal dorthin abgebogen, gönnten uns jeder einen kalten Drink und suchten per Handy nach einer Unterkunft. Wir hatten vorneweg nur die Flüge und das Mietauto über das Reisebüro gebucht sowie privat dann die Hotels für Miami und Miami Beach, alles andere wollten wir auf dem Weg machen, um möglichst flexibel zu bleiben, wann wir wie lange bleiben wollen usw. Ich kann euch dazu nur vorab schon sagen: das goldene M hat uns immer dann gesehen, wenn wir WLAN brauchten wegen der Hotelsuche.  ;o)  Dort habe ich aber auch den besten Sommerdrink für mich gefunden, den ich dann immer orderte, den Sugar Free French Vanilla Iced Coffee. <3 Es dauerte nicht lange und wir hatten ein Motel gefunden, waren schnell hingefahren und konnten das letzte Zimmer ergattern. Yay! Verschlagen hatte es uns ins El Patio Motel. Es war zweckmäßig, sauber und absolut in Ordnung. Außerdem hatte es einen tollen Pool und eine wunderschöne Dachterrasse.

Nachdem wir unsere Sachen die Treppen hoch in unser Zimmer #18 geschleppt und uns aklimatisiert hatten, machten wir uns auf den Weg in die Duval Street und liefen durch bis zum Mallory Square. Dort wollten wir eigentlich bei einem Kubaner essen, der uns von Katis Bekanntem empfohlen wurde, nur leider haben wir ihn nicht gefunden. Was aber auch kein Wunder ist, denn der Sonnenuntergang auf Key West ist ein Spektakel für sich und da treffen sich die Menschenmassen teilweise schon 2-3 Stunden vorher rund um den Mallory Square, picknicken oder warten dort und genießen den Sonnenuntergang. Dazwischen gibt es Gaukler und Musiker zu bestaunen. Kurzum: abends ist high life am Mallory Square. :o)

Uns verschlug es daher wieder in die Duval Street und wir aßen letztendlich bei „Pinchers“. Unser Waiter Michael war sehr „angeknipst“, wie Guido sagen würde, aber auch sehr nett. Für mich gab es leckere Shrimp Scampi in Weißweinsoße und dazu Weißwein zu trinken. Ihr könnt euch denken, wie das ausging, nachdem ich ja nichts vertrage.  ;D  #drunketydrunkdrunk
Nichts desto trotz oder auch gerade deswegen fanden wir problemlos den Rückweg zum Motel (ich war quasi das „Navi“, weil meine zwei Mädels es nicht so mit der Orientierung hatten). Es war Vollmond und eine wunderschöne warme Sommernacht bei 26°. Also kann man ja auch mal barfuß zurück zum Motel laufen. Noch einen kurzen Abstecher auf die Dachterrasse gemacht und nach einer fixen Dusche ging es an diesem Tag sogar schon gegen 22:30 Uhr ins Bett.

Und am Tag 4 erzähle ich euch dann, was man ganztags in Key West anstellen kann oder sollte. :o)

Eure Karina

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