Happy Sunday meine Lieben,

mit dem heutigen Tag geht leider auch mein vorerst letzter Urlaubstag vorbei, aber deswegen kann und darf man ja gerne noch an den schönen Urlaub zurück denken. Und euch nehme ich einfach mit.  :o)

Da ich dringend einen Tapetenwechsel gebraucht habe, hat es mich letzte Woche in den Bayerischen Wald verschlagen. Kleine Berge, Natur, Wanderwege, Ruhe. Das klang perfekt und so sollte es dann auch sein! 4 Tage sollten ausreichen, war der Gedanke. Letzten Endes waren es eigentlich nur 3 Tage, da ich am ersten Tag noch so lange rumgetrödelt habe, dass ich erst abends gegen 18 Uhr in meiner Pension in Bodenmais angekommen bin. Kann passieren, wenn man am Vormittag noch in aller Seelenruhe und ausgiebig mit der Family bruncht, erst dann seine sieben Sachen zusammenpackt, das Auto belädt, noch in der Buchhandlung des Vertrauens bestellte Bücher abholt und erst gegen 15 Uhr in Bamberg startet … Was soll ich sagen … es war ein sehr entspannter Start in den Urlaub. ;D

Der Anreisetag ist also überhaupt nicht interessant und erwähnenswert, da überhaupt nichts passiert ist. Bei der Suche nach meiner Pension ging es die letzten Meter nur noch bergauf und alles, was ich sehen konnte, war die schmale Straße und der blaue Himmel. Stairway to heaven, sag ich bloß. :D  Den restlichen Samstag habe ich nur damit verbracht, mich an dem Ausblick von meinem Balkon zu erfreuen (Berge! ;D ) und das aktuelle Buch auszulesen. Dank dem vorhandenen WLAN konnte ich dann auch ein bisschen die Wanderwege in der Umgebung checken und hatte mir gleich für den nächsten Tag ein paar Möglichkeiten rausgesucht.

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Nach einem leckeren Frühstück ging es dann am Sonntagmorgen gegen 9:45 Uhr los bei minus 6 Grad. Es hatte in der Nacht minimal geschneit, wozu die Gastgeberin aber nur sagte „das? das ist doch kein Schnee! des is ja nix!“ :D  Dick eingepackt verließ ich die Pension und der Sohn (?) der Familie warnte mich gleich vor „I hob nu net gschtreid, des is nu hei!“ Keine Ahnung, was das allerletzte Wort übersetzt bedeuten sollte, aber es war klar, dass es spiegelglatt war. Da bringt auch alles Profil an den Schuhen nix; aber ich schaffte es aufrecht auf die Straße vor der Pension. Da der Wanderweg direkt vor der Haustür begann (Parkplatz Klause), musste ich nur nach links in den Wald laufen und war schon mittendrin auf dem Wanderweg zu den bekannten Rißlochfällen. Sonntags um diese Uhrzeit war noch kein Mensch unterwegs und so hatte ich den Wanderweg durch den Wald ganz für mich alleine. Die einzigen Spuren im Schnee waren die von (schätzungsweise) einem Mann, der mit seinem Hund Gassi gegangen ist, denen bin ich einfach mal gefolgt. Nur wenige Minuten später bog ich um eine Ecke, da standen urplötzlich zwei Rehe vor mir. Ich kann nicht sagen, wer sich mehr erschrocken hat – die Rehe oder ich – aber binnen weniger Sekunden waren sie weg und wurden nie mehr gesehen. Natur pur! <3

 

 

So lief ich in aller Ruhe weiter und genoss die Natur, die Ruhe, die Kälte und den gelegentlichen leichten Schneefall. Ab und zu wurde es ein bisschen rutschig (wegen von Schnee bedecktem Eis), aber alles in allem war es sehr schön. Nach kurzer Zeit kam ich an einen ersten sehr kleinen Wasserfall und dort endeten auch die Fußspuren von Mann und Hund. Und nun? Hm.
Da kamen aus dem Nichts die ersten zwei Frauen des Tages meines Weges und wollten genau die gleiche Route laufen. Die beiden hatten etwas dabei, von dem ich erst da merkte, dass ich es daheim vergessen hatte: Trekking-Stöcke. Die hätten einiges erleichtert, aber warum einfach, wenn es auch schwierig geht?  ;o)  Nach einem kurzen Schwätzchen liefen die beiden weiter, während ich noch einen kurzen Moment verweilte. Danach hatte ich wieder Spuren, denen ich folgen konnte. ;o)

Wenig später kam ich an der „unteren Wasserstube“ der Rißlochfälle an und war happy. Wie glücklich einen so ein bisschen Natur machen kann, erstaunt mich immer wieder. Von dort hätte man noch bis zu den „oberen Wasserstuben“ und zum großen Arber wandern können, aber ohne Stöcke und mit so vielen vereisten Stellen bergauf habe ich mich das dann doch nicht getraut. Zumal diese Wanderung für den Monat März mit „gelb = witterungsabhängig“ bezeichnet war. Frau muss ja nicht gleich am ersten Tag alles herausfordern, gell. Ab der „unteren Wasserstube“ kamen immer mehr Wanderer dazu, viele pärchenweise und meist mit Hund. Für den Rückweg wählte ich dann den Abstieg zum Parkplatz Rißloch – da habe ich dann erst recht die Trekking-Stöcke vermisst (ich sage nur: Ice Ice Baby!), aber ich bin trotzdem irgendwie aufrecht unten angekommen. :D   Auf dem Weg zum Parkplatz läuft man stetig den steilen „steinigen Steig“ entlang des Rißbachs hinab, der ins Tal fließt. Eine sehr schöne Wanderung mit knapp 4 km Länge und wenigen Höhenmetern. Mein Gesicht war ob des eisig kalten Windes vermutlich erfroren, die Wangen waren jedenfalls rot – aber die Augen haben geleuchtet. Und das sagt schon alles. <3

 

 

Am Parkplatz Rißloch angekommen fragte mich dann ein dort wartendes Pärchen, wie man zu den Rißlochfällen komme und ob man da mit dem Auto hinfahren könne. Ihr steht auf einem Wanderparkplatz und befindet euch in einem Naturschutzgebiet … ähm, ja. Ohne Worte…

Wenige Minuten später lief ich nach Bodenmais rein und habe mich dort ein bisschen umgesehen. Es gab viel Rost zu sehen, den es demnächst für Frau Tonari gibt, viele schöne Deko, herzige Fensterläden und allgemein ist Bodenmais wirklich ein schönes kleines Örtchen mit seinen knapp 3.500 Einwohnern.

 

 

Eine Stärkung und einmal aufwärmen in einer kleinen Bäckerei später ging es gegen 13:30 Uhr in die Touri-Info. Diese war zwar geschlossen (hat sogar sonntags bis 12 Uhr geöffnet!), aber mehr als ein paar Prospekte und den großen Touchscreen brauchte ich gar nicht. Am Bildschirm tippte ich mich durch verschiedene Wanderungen, die ich schon am Vorabend gesehen hatte und prüfte, welche nun gut begehbar waren und welche nicht. Bei der Vormittagswanderung war ja schon klar, dass trotz weniger Höhenmeter viele Eisflächen da waren. Und kurz nach Mittag ist viel zu bald, um den Tag schon für beendet zu erklären. ;o)  Natürlich wurde ich fündig: der Panorama-Rundweg sollte es werden.

 

 

Gegen 14 Uhr startete ich am Bahnübergang in der Bahnhofstraße, quasi dem Zentrum von Bodenmais. Ab da hieß es nur noch „immer der Sonne folgen“, denn sie war das angebrachte Symbol für den Panorama-Rundweg. Dass dieser auch am Parkplatz „Klause“ vorbeiging, war gut, da ich so direkt an meiner Unterkunft rauskommen würde. Check! So war der Rundweg zwar keine 10,8 km lang, aber immer noch sicherlich 8,5 bis 9 km und die fast 300 Höhenmeter habe ich auf dem Abschnitt auch mitgenommen.

 

 

Panoramafoto

Es ist wirklich erstaunlich, was das Wandern bewirkt. Ich bin ja ein Mensch, der sehr viel nachdenkt. Über aktuelles und auch vergangenes. Aber wenn ich wandere, ist der Kopf still. Ich laufe Schritt für Schritt, erfreue mich an der Bewegung und der Natur – und denke über rein gar nichts nach. Und das ist auch gut so. <3

Auf dem Weg habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, ein Inukshuh zu bauen. Oder wie meine Cousine es nennt „a Manschgerl“ – wie wir es auf dem Whistler’s Mountain auch schon getan hatten.

 

 

Der Panorama-Rundweg verlief über Stock und Stein, über Teer-, Feld- oder Waldwege, durch Matsch, Wiese und Schnee, über bedecktes und unbedecktes Eis sowie einige Bachläufe. Alles in allem ein sehr schöner Rundweg. Phasenweise war auch hier noch niemand unterwegs außer den Waldbewohnern. Von Zeit zu Zeit kamen mir Wanderer entgegen – und es fällt auf, dass alle sehr herzlich und gut gelaunt sind. Die Temperaturen zwischen minus 8 und minus 5 Grad waren angenehm und keineswegs zu kalt. Nur hatte ich nicht bedacht, dass der für mich letzte Anstieg vom Mooshof bis zur Klause der heftigste auf dem ganzen Weg war . Entsprechend außer Puste kam ich gegen 17:30 Uhr an meiner Unterkunft an. Aber was uns nicht umbringt … ihr wisst schon. :D

Nach der Wanderung habe ich mich mit dem Bettzeug auf die Couch verkrochen und habe mich so wieder aufgewärmt. Wenn man sich nicht mehr bewegt, merkt man erst einmal, wie kalt die Glieder sind. Und wie schnell man sich wie eine sehr alte Frau fühlt, weil man sich offensichtlich gleich am 1. Tag übernommen hat – kein Wunder, wenn man über 2 Monate null Sport mehr gemacht hatte … aber das ist eine Geschichte für Tag 2.  ;o)  Eine lange heiße Dusche später war dann wieder soweit alles gut und den restlichen Abend habe ich die damals neue Lektüre begonnen.

Weiter geht es übermorgen mit dem 2. vollen Tag in dieser wunderschönen Urlaubsregion.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche – freut euch, es ist nur eine 4-Tage-Woche. Yaaay!

Eure Karina

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