Hallo meine Lieben

und willkommen zum letzten Teil meiner Kurzauszeit im Bayerischen Wald.

Habe ich mich schon an Tag 2 wie eine alte Frau gefühlt, so war ich an Tag 3 mindestens nochmal doppelt so alt.  O_o   Dennoch startete der Tag zur üblichen Zeit mit einem leckeren (Abschieds)Frühstück, ich schnackte noch mit der Gastgeberin und nachdem ich anschließend meine sieben Sachen gepackt und im Auto verstaut hatte, ging es gegen 10:30 Uhr Richtung Heimat.

Bereits am Vorabend hatte ich mir herausgesucht, wo es einen kleinen Zwischenstopp geben sollte. Doch bevor ich dort hinfuhr, musste ich mich noch am Ortsausgang von Bodenmais von drei Herren verabschieden, die mich – vor allem durch ihre Mützen – zum Lachen brachten. :D
Diese Herren entstanden im Zuge eines LEADER-Projektes der LAG Regen. Bye bye, Bodenmais. Ich komme garantiert wieder. Dann aber im Spätsommer/Frühherbst, wenn man die Wanderwege (und Seen) sehen kann.  ;o)

Bei strahlendem Sonnenschein und einige Bundesstraßen später kam ich dann (Dank Navi) problemlos an genau dem Parkhaus raus, in dem ich parken wollte, und konnte mir anschließend die Beine beim geplanten Zwischenstopp vertreten – hallo, Deggendorf!

Deggendorf ist eine Große Kreisstadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Die Hochschulstadt wird aufgrund ihrer Lage im Donautal, in der Nähe der Mündung der Isar, am Fuße der Berge des bayerischen Waldes auch als „Tor zum Bayerischen Wald“ bezeichnet und rühmt sich, auf der „Sonnenseite des Waldes“ zu liegen. In Deggendorf fand 2014 die Bayerische Landesgartenschau statt.
Quelle: Wikipedia

Die Tiefgarage „Luitpoldplatz“ war der perfekte Ausgangspunkt, da sich diese mitten im birnenförmigen Stadtkern befindet. Dieser wird durch­zo­gen von ei­nem brei­ten Stra­ßen­markt, in des­sen Mit­te sich das his­to­ri­sche Al­te Rat­haus er­hebt. Das Al­te Rat­haus mit dem go­ti­schen Turm ist ei­nes der Wahr­zei­chen Deg­gen­dorfs und wur­de 1535 er­baut. Von dort aus startete ich meinen Spaziergang quer durch und rund um den Stadtkern herum. Stadterkundung und tolles Wetter – was wollte ich mehr? <3

Egal, wohin man lief, irgendwie führten die Wege immer wieder zurück zum Luitpoldplatz oder Oberen Stadtplatz. Aber eines wollte ich unbedingt noch sehen, da ich im Internet darüber gelesen hatte. Dank Handy-Navi fand ich es dann auch etwas versteckt am westlichen Stadtgraben: den Brunnen zur Knödelwerferin.

Deggendorfer Knödel-Sage

Die Sage gibt es in verschiedenen Variationen, im wesentlichen aber geht sie auf folgenden Grundtenor zurück:
1266 zog Ottokar von Böhmen mit schweren Kriegsabteilungen über den „Nortwald“ her und verwüstete die Oberpfalz und Niederbayern. Deggendorf bot seinen Bürgern innerhalb des Stadtgrabens und des doppelten Mauerringes sicheren Schutz. Selbst die Bauern der Umgebung fanden in der befestigten Bürg mit Hausstand und Viehzeug Unterschlupf.

Als die Kriegshaufen Ottokars auf Deggendorf vorrückten, zog die Bürgerwehr zur Verteidigung in den Zwinger. Die feindlichen Truppen plünderten die Häuser vor den Stadttoren, darunter auch das Amtsgebäude der Probstei. Alsdann richteten sie sich zur Belagerung ein und bereiteten die Erstürmung der Stadt vor. Damit die Bürgerwehr jederzeit abwehbereit blieb, brachten die Bürgerfrauen das Essen zum Zwinger.

Die Wohnung des Bürgermeisters lag in der engen Zwingergasse unmittelbar gegenüber der Stadtmauer. Als die Frau des Bürgermeisters eben an ihrem Küchentisch ihren Knödelteig zubereitete und kurz zum Fenster schaute, erkannte sie einen feindlichen Eindringling über der Mauerbrüstung.
Sie erschrak nicht wenig und ohne zu zögern, warf sie ihm einen großförmigen Knödel mitten ins Gesicht, so dass der – völlig überrascht – rücklinks von der Leiter in den Stadtgraben stürzte. Pudelnass kehrte der böhmische Späher ins Lager zurück und meldete dem Hauptmann: „Die Deggendorfer haben noch so viel zu essen, dass sie mit Knödeln schmeißen können.“ Daraufhin zogen die feindlichen Truppen ab. Die Stadt war gerettet.

Zur Ehre der Retterin aus größter Not wurde im Zuge der Altstadtsanierung ein Denkmal, der Knödelbrunnen, in der Nähe des Stadtmauerrestes errichtet.

Ist das nicht eine tolle Sage? Ich mag Sagen sehr. Kurze Erzählungen, die meist auf mündliche Überlieferung zurückgehen, die von fantastischen Ereignissen berichten, die aber völlig überspitzt sind und gar nicht wahr sein können.

Abgesehen vom Knödelbrunnen habe ich im Internet natürlich auch von der Süßspeise „Deggendorfer Knödel“ gelesen. Das kam mir – bekennender süßer Zahn – natürlich gerade recht. ;o)  Aber es gibt auch eine herzhafte Variante: Während der Niederbayerischen Festwochen 1961 wurden zum ersten Mal Deggendorfer Knödel nach einem Rezept von Barbara Kuchler im damaligen „Bayerischen Hof“ und im „Hotel Aschenbrenner“ mit Bauerngeräuchertem bzw. Schwammerln serviert.
Da klingt die süße Variante doch besser, finde ich. :D

Einen kurzen Lunchbreak in der Nähe des Alten Rathauses später nahm ich mir natürlich einen Deggendorfer Knödel mit nach Hause aus der Café Conditorei Wiedemann (von dort habe ich auch die Knödel-Sage, da sie am Knödel angebracht war). Bevor ich tatsächlich nach Hause fuhr, genoss ich aber noch ein bisschen das tolle Wetter bei einem Spaziergang.

Welcher Eindruck bleibt von Deggendorf? Es ist bunt und farbenfroh, hat geschichtlich etwas zu bieten mit seinen schönen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten … und ich mag halt einfach den Dialekt sehr gerne. <3

***

Und das war es dann auch leider vorerst schon mit dem Bayerischen Wald. Aber die nächste Reise steht ja quasi schon in den Startlöchern – über Pfingsten geht es dann in wärmere Gefilde.

Ich wünsche euch einen schönen Start ins verlängerte Wochenende,

eure Karina

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