You are currently browsing the tag archive for the ‘Radtour’ tag.

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch vom einzigen ganzen Tag in Key West erzählen. Trotz einem feuchtfröhlichen Abschluss am Vortag waren wir schon wieder vor 7 Uhr fit. Dani wollte hoch auf die Dachterrasse gehen und ein bisschen Frühsport machen. Das ließen wir anderen uns nicht entgehen und sind auch mit hoch gewackelt. Was soll ich sagen – eine der besten Entscheidungen, wenn man dann den Sonnenaufgang (zumindest ein Stück davon) erleben und genießen kann!

Wir waren eine gute halbe Stunde oben und genossen die Ruhe sowie die angenehmen morgendlichen Temperaturen. Außerdem stellten wir fest, dass in Key West wohl der Hahn das Standarthaustier ist, so oft wie in der kurzen Zeit aus allen Richtungen ein lautes Krähen zu vernehmen war.
Wir machten uns fertig und statteten gegen 8 Uhr der Rezeption einen Besuch ab, weil wir Fahrräder leihen wollten. Diesen tollen Tipp, Key West mit dem Rad zu erkunden, hatte ich von der lieben Frau Heldin – und ich kann nur sagen: Herzlichen Dank, dieser Tipp war Gold wert!!! <3
Eigentlich kann man Fahrräder nur für ganze Tage ausleihen, aber der Angestellte war total lieb und meinte, dass wir die Fahrräder behalten dürfen, bis wir am nächsten Tag abreisen, diese 2-3 Stunden extra kriegen wir so. Yaaay!  :o)  Er machte uns auch darauf aufmerksam, dass wir immer schön die Fahrräder abschließen müssen, denn der „bike man“ geht um und wenn der irgendwo ein unangeschlossenes Rad findet, nimmt er es mit. Okay … ?!

Key West ist eine Stadt und der County Seat des Monroe County im US-Bundesstaat Florida mit 24.649 Einwohnern (Stand: 2010). Die Stadt Key West befindet sich am Westende der Florida Keys. Der englische Name leitet sich von der spanischen Bezeichnung „cayo“ für kleine flache Inseln im Golf von Mexiko ab.
Spitzname: The Conch Republic, Southernmost City In The Continental United States
(Quelle: Wikipedia)

Nach ganz kurzen Fahrradstartschwierigkeiten (für die eine war der Radsitz zu weit unten, für die andere zu hoch, allgemein waren das „ungewohnte“ Räder im Vergleich zu denen, die man daheim besitzt) landeten wir – natürlich – wieder in der Duval Street. Dort entdeckten wir ein sehr süßes Café, das im französischen Stil gehalten war. Dort im „Banana Cafe“ gab es dann auch auf der Dachterrasse Frühstück für uns – so ziemlich der einzige Frühstücksspot, der um die frühe Zeit schon geöffnet hatte. Für mich gab es eine leckere Fruit And Granola Bowl mit Cafe Latte und Orangensaft. <3  Bei diesem leckeren Frühstück hatte ich dann einen Geistesblitz … und *zack* hatte ich die PIN für meine „neue“ Kreditkarte! Wichtige Nummern habe ich unter Pseudonymen im Handy abgespeichert, das war mir völlig entfallen bzw. ich war der Meinung, dass ich diese Kontakte gelöscht habe, als ich vom alten aufs neue Handy umgestiegen bin, was ja nur wenige Tage vor Beginn des Urlaubs war. Ein glücklicher Zufall, dass ich doch noch einmal geschaut habe und sie (in weiser Voraussicht?) nicht gelöscht hatte.

Also ging es nach dem Frühstück erst einmal mit dem Rad in der Duval Street auf die Suche nach einem ATM, um Geld zu ziehen. Erster ATM – out of order. Also ging ich in die Bank rein und wollte trotzdem auf dem „Herr Jakobi Weg“ Geld bar auszahlen lassen. Die Bankangestellten wollten das aber scheinbar nicht (sehe ich so unseriös aus?) und verwiesen mich an andere ATMs in der Straße. Denn „if we give you cash there’s an extra fee“. Wenn ihr mein Extrageld nicht wollt, geh ich halt woanders hin! :D  Zweiter ATM – out of order. Ja sag mal, was war denn da los??? Dann fanden wir einen dritten ATM, der tatsächlich mal in Betrieb war – und die PIN war tatsächlich die Richtige! Jackpot!  :D

Weiter ging es in die Apotheke, wo wir etwas brauchten für „the opposite of diarrhea“ (irgendwie können wir schon beschreiben, was wir brauchen – auch, wenn wir das genaue Wort nicht kennen :D ) und dann konnte gegen 10 Uhr endlich unsere „richtige Cruising-Tour“ beginnen. Es war ein wunderschöner Tag in Key West, schon am Morgen bereits um die 30 Grad und da kam die Fahrtwindabkühlung gerade recht! Vor allem kommt man viel leichter überall hin als mit dem Auto, man findet auch immer einen Spot, wo man die Fahrräder anketten kann (selbst für 1-Minuten-Stops haben wir pflichtbewusst angekettet, denn wer hat Angst vorm „bike man“???) und allgemein ist Key West eine sehr fahrradfreundliche Stadt! <3  Hier habe ich zur Orientierung für euch eine Karte von Key West – ihr seht, es ist überschaubar und alles recht leicht zu erreichen:

Zuerst ging es wieder Richtung Mallory Square. Wir fanden das Restaurant, in dem wir am Vorabend eigentlich essen wollten und ketteten in der Nähe unsere Räder an. Wir sahen uns den Historic Memorial Sculpture Garden an (auch dort liefen Unmengen Hähne bzw. Hühner mit ihren kleinen Küken frei herum), flanierten über den Mallory Square, genossen die Ausblicke, das super Wetter und mussten natürlich auch wieder ein paar lustige Fotos machen, wenn schon solche Vorlagen geliefert werden:

Danach suchten wir nach dem Hemingway House, das wir uns ansehen wollten. Nach längerer Sucherei und mehreren Blicken auf die Straßenkarte haben wir es dann endlich gefunden. Wir hätten gedacht, dass es einfacher zu finden ist wegen Touristenmengen und so, aber da hatten wir uns (für die Uhrzeit) wohl getäuscht. Noch schnell die Räder angekettet und los ging’s. Wir zahlten jede brav unsere 14 $ Eintritt und verbrachten die folgenden Stunden im

Hemingway Home & Museum
Das Hemimgway Haus und Museum ist eine Attraktion von Key West und liegt in der Whitehead Street. Die Villa entstand 1851 und wurde 1831 zum neuen Wohnsitz der Hemingways. Dort lebte der Schriftsteller mehr als 10 Jahre mit seiner 2. Frau Pauline. Die Räume des Hauses sind mit Original-Möbeln und Antiquitäten eingerichtet.
Im Garten des Hauses leben jede Menge Katzen, die alle Nachfahren der Katze sein sollen, die einst Hemingway gehörte. Alle Tiere werden nach berühmten Personen benannt (z.B. Ava Gardner, Egdar Allen Poe …) und werden liebevoll versorgt und gepflegt. Die verstorbenen Katzen werden im Garten des Hauses begraben und es werden teilweise auch Grabplatten für diese Tiere angelegt.

Wir verbrachten dort eine sehr kurzweilige Zeit, machten eine Führung mit und streiften durch das wunderschön angelegte Anwesen mit vielen Sitzgelegenheiten. Dort ließ es sich aushalten.

Bekannt sind vor allem auch die „six toed cats“, also die Katzen mit sechs Zehen statt fünf an der vorderen Pfote. Hemingway hatte eine 6-zehige Katze namens „Snow White“, die aufgrund von Polydaktylie mehr Zehen als üblich hatte. Poly … was?! So habe ich auch erst geschaut, da ich den Begriff nicht kannte, hier die Erklärung:
Katzen haben normalerweise fünf Zehen am Vorderfuß und vier Zehen am Hinterfuß, 18 Zehen insgesamt. Eine Katze mit einer zusätzlichen Zehe an zwei oder mehr Pfoten wird auch als Schiffskatze bezeichnet. Zu den polydaktylen Katzenrassen zählen vor allem die Maine Coon, die eine spezielle Form präaxialer Polydaktylie ausbildet, den Hemingway-Mutanten, so genannt, weil Ernest Hemingway in seinem Haus in Key West, Florida, eine Population solcher Katzen besaß.

Und nach längerem Suchen haben wir tatsächlich welche gesehen und konnten sogar einige davon fotografieren. Zudem hatte ich noch nie gesehen, dass Orchideen an Baumstämmen wachsen – dieser Besuch im geschichtsträchtigen Hemingway House hat viele neue Infos und Erfahrungen mit sich gebracht – nicht nur über den Schriftsteller.

Direkt gegenüber vom Hemingway House liegt das Key West Lighthouse, das man besteigen kann. Es war gegen 12 Uhr mittags und wir hatten zum einen keine Lust, bei den Temperaturen Treppen zu steigen, zum anderen waren uns 10 $ auch einfach zu viel. Daher schnappten wir uns unsere Räder *autsch, heißer Sattel* und fuhren gen Süden. Genauer gesagt zu einem DER bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Key West, dem Southernmost Point. Für den ersten Eindruck war ich etwas enttäuscht. Ich hatte mir das Areal größer vorgestellt, aber was Kameraperspektiven so alles vorgaukeln können … ;o) Selbst um diese Uhrzeit war eine Menge los und die Schlange der anstehenden Touris, die ein Bild von sich an dieser Sehenswürdigkeit haben wollten, war sehr lange. Also fuhren wir weiter zurück in die Duval Street. Dort entdeckten wir einen besonders süßen Souvenierladen und kauften ein. Am wichtigsten war erst einmal ein gekühltes Wasser, dann kamen ein paar Klamotten für den Eigenbedarf. Danach fuhren wir wieder durch die Straßen von Key West (ziemlich ziellos, aber so darf das im Urlaub gerne sein) und landeten letztendlich wieder in der Duval Street (ihr seht schon, das ist der Dreh- und Angelpunkt :D ). Denn: Es ist kein Urlaub ohne Eis! Im „Flamingo Crossing Ice Cream“ gab es selbstgemachtes Eis, ich suchte mir Amaretto Chocolate und Mint Chocolate heraus. Glücklich Eis essend saßen wir dann vor der Eisdiele und beobachteten einfach nur das Treiben auf der Duval Street.

Nach einer weiteren Erkundung der Seitenstraßen per Fahrrad landeten wir wieder an unserem Motel in der Washington Street. Ziemlich platt von den Temperaturen verschlug es uns gegen 14:30 Uhr an den Pool. Dort ließ sich der Nachmittag im Schatten mit einem guten Buch bzw. ein bisschen dösen sehr gut verbringen. Bei den Aussichten hätte ich auch den restlichen Tag dort verbringen können. <3

Da man ja irgendwann doch wieder Hunger hat, machten wir uns zum Abendessen fertig und schwangen uns erneut auf unsere Bikes. Es ging Richtung Mallory Square und dort aßen wir nun endlich beim Kubaner „El Meson De Pepe’s Restaurant & Bar“, nachdem es am Vorabend nicht geklappt hatte. Ich hatte zuvor noch nie kubanisch gegessen, es war unerwartet sehr lecker! Während wir dort saßen, hörte man Livemusik aus der Nähe und auch die Hähne machten sich wieder bemerkbar. Erschrocken sind wir, als die Hähne aus den Bäumen rausgeflogen kamen – mir war bis dahin nicht klar, dass Hähne sich in Bäume zurückziehen bzw. wirklich fliegen können … #againwhatlearned  ;o)

Nach dem Essen machten wir uns schnell auf zum Mallory Square, um dem Sonnenuntergang beizuwohnen, aber da waren wir zu spät dran. Pech gehabt! Wir schauten dafür noch den Gauklern und Musikern zu und liefen vom Square bis zum Sunset Pier, wo es ebenfalls Livemusik gab. Wir hatten zwar den Sonnenuntergang verpasst, dafür konnten wir trotzdem noch superschöne Fotos knipsen vom rosafarbenen Abendhimmel.

Wieder in der Duval Street machten wir uns auf den Weg zu Sloppy Joe’s. Denn man war nicht in Key West, wenn man nicht in dieser Bar war, wurde uns gesagt. Auf dem Weg dorthin entdeckten wir einen Laden, der „It’s Sugar!“ hieß und dort gab es so abgefahrene Sachen … lustige T-Shirts, die „Bonbons aus Harry Potter“, die nach Ohrenschmalz usw. schmecken … einfach irgendwie abgedreht. Wenig später ging es dann zu Sloppy Joe’s (Hemingway war dort Stammgast und der Besitzer von Sloppy Joe’s ein sehr guter Freund von ihm – allerdings war diese Bar damals noch nicht in der Duval Street, sondern in der Green Street) und wir bekamen problemlos noch einen Platz. Sloppy Joe’s kann man nicht wirklich beschreiben, man muss es selbst gesehen haben. Dort wird Livemusik gespielt, allerdings läuft auch zeitweise Musik vom DJ (richtige „Oldschool“ Musik sowie aktuellere Charts), von der Decke hängen Nationalflaggen sämtlicher Länder. Teilweise erinnert diese Bar auch an den Film „Coyote Ugly“ und es ist einfach nur laut, wenn ihr wisst, was ich meine. Wir tranken einen Sloppy Mojito bzw. zwei – die Bedienung brachte uns auf Kosten des spendierfreudigen Nachbartisches eine zweite Runde, ohne dass wir das wollten, aber gut. Ab und zu hörte man laut Glocken läuten (die Bedienung erklärte uns auf Nachfrage, dass dann die Glocke geläutet wird, wenn man gutes Trinkgeld erhalten hat). Und: wir sahen dort in Endlosschleife auf einem Monitor an der Bühne den Sonnenuntergang, den wir zuvor verpasst hatten. Check! :D

Nach Sloppy Joe’s, einem kleinen Tinitus, erneut leicht angetrunken (zumindest ich für meinen Teil, der 2. Mojito war zu viel) und Erinnerungsfotos von uns Mädels vor der Bar, machten wir uns auf den Weg zurück zu unseren Fahrrädern. Wohin nachts gegen 22:45 Uhr? Genau –> zum Southernmost Point, denn dort kann ja nicht viel los sein um die Uhrzeit. ;o)  Wir kamen nach einer lustigen Fahrt (von der es ein Video gibt, das ich euch hier jetzt aber nicht zeigen werde  ;D ) also dort an und es war tatsächlich kaum was los. Wir machten auch dort mit dem Selfie Stick von Kati Fotos von uns dreien und dann … ging es zurück zum Motel – mit einem Masterplan im Hinterkopf, der jetzt nicht verraten wird. :D

Gegen 23:30 Uhr rief unser Bett und damit ging ein toller und ereignisreicher Tag in Key West zu Ende. <3  Und: der „bike man“ konnte uns gar nix!!!  :D

Eure Karina

Freitags ab Eins, jeder macht seins.  :o)

Dieses Motto hat Frau Tonari vor längerer Zeit ausgegeben und seitdem läuten wir freitags ab 13 Uhr immer das Wochenende ein. Diesmal habe ich eine Klingel für euch, die mich komischerweise in ihrer „güldenen Art“ sehr an den Froschkönig und die Kugel der Königstochter erinnert (ob sie sich auch darin gespiegelt hat?  ;D):

„Es lebte zu einer Zeit ein König, der hatte Töchter, die allesamt sehr schön waren. Doch sah man seine jüngste Tochter, wusste man, dass sie die Schönste von allen war. Und so war es, dass sie regelmäßig hinunter in den Wald ging, sich an den Brunnen setzte und mit ihrer goldenen Kugel spielte. Dabei warf sie die Kugel immer am liebsten in die Höhe und fing sie dann wieder voller Freude auf…“

IMG_8928 (Large)

 

Und damit hallo meine Lieben,

und willkommen zu Tag 3 im Chiemgau, der sich rund um die güldene Kugel oben dreht!  :o)

Auch dieser Tag startete schon sehr früh am Morgen, da ich einfach nicht mehr schlafen konnte. Gegen 6 Uhr war die Nacht vorbei, draußen vor dem Wintererhof zwitscherten die Vögelchen und ich? Ich cremte erst einmal fleißig weiter und las dann entspannt in meinem Buch weiter. Denn König Ludwig II. hatte mir ein Andenken von meinem Schiffausflug an Tag 2 mitgegeben. Das war leider nicht sonderlich berauschend, aber ändern konnte ich es trotzdem nicht mehr:

20160528_082742 (Large)

Ich hatte mich zwar mit LSF 50+ eingecremt, aber nicht mehr nachgecremt im Laufe des Tages und schon hatte ich verloren *ZONK* – auch am Abend vorher in Wasserburg (das kleine Venedig Bayerns, wie ich nun erfuhr) trug ich dann schon eine leichte Langarmjacke und war ständig auf der Suche nach Schatten. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich sowas mitmache, ich bin da leider schon geübt  ;o)  Ich werde immer erst einmal feuerrot und dann bleibt eine minimale Bräune zurück, egal, welchen LSF ich benutze. (Funfact: man sieht an den Armen heute immer noch, wo der Sonnenbrand war – fast 2 Monate später).

So, wo war ich. Genau, nachdem ich mich dann fürs Frühstück fertig gemacht hatte, ging ich wieder gegen 9 Uhr nach unten, die knuffige Omi begrüßte mich wieder und mein Platz vor der Haustüre war noch frei, also vereinnahmte ich diesen gleich wieder für mich. Es nieselte zwar etwas, aber durch den Dachvorsprung war ich geschützt und konnte draußen sitzen und den Duft genießen (mögt ihr den Duft nach Regen auch so gern?). Während ich so da saß und aß, kam diesmal keine Katze um die Ecke, sondern eine andere Mieterin und bat mich, kurz auf ihre Hündin Maya aufzupassen. Also war ich kurz Hundesitterin. Ansonsten genoss ich das abermals leckere Frühstück, die Aussicht und dachte mir „Hmpf, wird heute wohl nix mit unserer geplanten Radtour …“ Einerseits, weil wir am Tag vorher an kein E-Bike mehr rangekommen sind und andererseits wegen dem Wetter. Aber da machte ich mir nur ganz kurz Gedanken, denn wer weiß schon, wie das Wetter sich ändert (und wie schnell).

Auf 11 Uhr klarte es dann tatsächlich auf, es nieselte nicht mehr und unserer Radtour stand fast nichts mehr im Weg. :o) Ich fuhr mit meinem schwarzen Flitzer nach Bad Endorf rein zu Papa, stieg dort in sein Auto um und wir fuhren zu einem anderen E-Bike-Verleih, wo wir am Vortag niemanden mehr erwischt hatten. Mein Papa hatte darauf bestanden, dass ich ein E-Bike nehmen solle, weil er schon einige Höhenmeter mit mir bewältigen wollte und nach anfänglichem Widerstand beugte ich mich und dachte „Warum eigentlich nicht? Frau muss alles mal ausprobieren.“ Wir hatten tatsächlich Glück und der Herr des Fahrradverleihs war Samstagvormittag daheim und hatte sogar noch ein E-Bike übrig. Nach einer Einführung in die ganze Materie (wie viele Gänge hat es, wie und wo schaltet man, was ist zu beachten, seine eigenen Erfahrungen und und und) machte ich dann eine sehr kurze Probefahrt, stellte fest, dass das Rad wirklich ein großes Gewicht hatte (konnte ich mir vorab nicht vorstellen) und freute mich aber einfach nur auf die Tour. Einen Helm gab es nicht für mich und dann ging es los mit meinem  „Damen E700 Wanderer“, der güldenen Klingel und Sonnenschein.

IMG_8929 (Large)

Es stellte sich heraus, dass das E-Bike genau die richtige Wahl war, denn an die Kondition meines Papas bin ich null rangekommen. Bei den Höhenmetern und teilweise steilen Bergen hättet ihr mich nach 15 km von der Straße abkratzen können.  ;o)  Aber mein Papa tat mir auch ein bisschen leid, denn relativ oft war ich der Meinung, anhalten und Bilder machen zu müssen… Aber er hat es brav hingenommen bzw. fuhr weiter und wartete dann weiter hinten auf mich.

Es war wirklich traumhaft schön, die Sonne brannte runter und weit und breit war kein Wölkchen mehr am Himmel zu sehen. Ich hatte für die Tour Sportklamotten mit Dry-Fit dabei (u.a. meine geliebte Zebrahose) und trug auch hier eine Langarmjacke. Frau muss den bestehenden Sonnenbrand ja nicht noch intensivieren. Nach ca. 10 Minuten Radfahren bemerkte ich, dass meine Handrücken schon auf die Sonne reagierten und glücklicherweise hatte Papa noch ein zweites Paar Radhandschuhe dabei, die ich ihm für die Tour abluchsen konnte. <3   Wir fuhren also über geteerte oder geschotterte Straßen, teilweise über so schmale Wege, dass man sich nicht traute, kurz vom Weg wegzusehen. Bergauf und bergab. Durch Wiesen und Wälder, um den Simssee herum. Genossen das Wetter, die zwitschernden Vögel und die Natur. Einmal stiegen wir ab (am Simssee) und vertraten uns kurz die Beine. Ein einziges Mal geschah es, dass ich mit E-Bike meinen Papa am Berg überholen konnte – er strampelte und strampelte (musste aber nicht absteigen, Respekt!) und ich fuhr an ihm vorbei, lächelte und winkte. Wie die Queen.  :D  :D  :D
Wir fuhren auch nach Söllhuben zum Gasthof „Zur Post“, den manche vielleicht von den „Wirtshausmusikanten beim Hirzinger“ vom Bayer. Fernsehen kennen. Mir sagte das natürlich nichts, aber ich sagte nicht nein und fuhr natürlich mit.
Stoppen konnte uns bei der Radtour eigentlich nix – außer eine Bahnschranke und später unser Mittagessen am Pelhamer See im Hotel Seeblick:

War die lecker, meine Süßkartoffel-Chilli-Suppe mit gebratenen Garnelen. <3  <3  <3  Die hatten wir uns aber auch verdient nach rund 40 km Radfahren.  ;o)
Nach der Stärkung ging es noch auf die letzten Kilometer zurück nach Bad Endorf, wo wir das Rad wieder abgaben. Insgesamt waren wir 46,86 km geradelt quer durch das Chiemgau. Hier habe ich die Route für euch einmal auf dem Plan eingezeichnet (Google Maps hat nach dem 8. Ort leider nicht mehr weitergemacht):

Bad Endorf – Thalkirchen – Eichen am Simssee – Weinberg – Ecking – Neukirchen – Bergham – Thalham – Söllhuben – Wolferkam – Abersdorf – Ackersdorf – Moosen – Irnkam – Kreuzbichl – Thalkirchen – Antwort (mein Wohnort) – Mauerkirchen – Hemhofen – Stephanskirchen – Pelham (Mittagessen) – Unter-/Oberraukham – Theisenham – Bad Endorf

Danach fuhr ich erst einmal in meinem schwarzen Flitzer zurück in meine Unterkunft und machte mich frisch. Kaum frisch gemacht, ging es zurück nach Bad Endorf und zu einem unerwarteten Familientreffen.  <3  Denn mein Onkel und meine Tante waren über das verlängerte Wochenende auch unten in der Gegend und wollten natürlich den Bruder/Schwager besuchen. <3  Wir tranken dann zuerst einmal in aller Ruhe Kaffee und ließen uns Kuchen schmecken, bevor es leider zu schütten anfing. Nach einem längeren Spaziergang kehrten wir zum Abendessen in den „Kurfer Hof“ in Bad Endorf ein und genossen auf der Terrasse ein sehr leckeres Dinner. Die jüngere weibliche Bedienung war der Oberknüller und auch etwas im Stress, da sie komplett alleine war für ca. 50 Gäste. Dementsprechend lange mussten wir leider immer auf unser Essen warten (Hauptgang, Nachspeise), aber lecker war es trotzdem und wir hatten ja keine Eile. Als es dann ans Zahlen ging und wir getrennt zahlen wollten (Papa/ich – Tante/Onkel), ging sie noch einmal kurz weg, kam dann wieder raus mit zwei Rechnungen und war dann leicht irritiert, weil sie Onkel/mich und Papa/Tante intuitiv zusammengefasst hatte. Sie stutzte kurz und sagte dann „Des mocht nix, die Essen vo die zwaa Männer koschen es gleiche.“  Wir haben uns weggeworfen.  :D

Ja, das war Tag 3. Ein sehr langer und abermals sehr schöner Tag. Leider blieb mir nur noch ein halber Tag im Chiemgau, bevor es nach Hause ging. Das war wirklich schade, denn ich bemerkte während der Radtour eines – dass ich mich schon Ewigkeiten nicht mehr so frei gefühlt hatte. Keine Sorgen, keine Gedanken. Einfach nur frei sein und genießen. War das schön.

Eure Karina

Hallo meine Lieben,

längere Zeit war es hier wieder ruhig, da will ich Euch nun endlich mal wieder was zu lesen geben – bevor Ihr mir noch alle verschwindet, weil nix mehr passiert  ;o)  Aber nachdem ich mich eben seeeeehr lecker gestärkt habe (die Instagramer wissen es: ich hatte leckeren Kaiserschmarrn zum Abendessen  <3  ), fühle ich mich auch stark genug, wenigstens einen Blogbeitrag zu schreiben und online zu stellen  ;o)  Wobei das fast auch schon wieder peinlich ist, denn meine Radtour war irgendwann Anfang August 2015, an einem Samstag während meinem Urlaub und vorher auch nicht geplant gewesen … aber wie es manchmal so spielt, wurde eine größere 30-km-Radtour daraus, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Denn leider streben wir alle immer mehr danach, weit entfernt Urlaub zu machen (da darf ich mich nicht ausnehmen, bin ja selber eine kleine Weltenbummlerin), anstatt die schöne Landschaft vor der Haustür zu genießen und zu erkunden. Warum weit weg, wenn das Gute so nahe liegt???
Die liebe Paleica hat da einen Hashtag erfunden, den ich mir nun ganz frech klauen werde – ich hoffe, Du kannst mir verzeihen, liebe Paleica …  <3   Denn auch ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, meine Umgebung genauer unter die Lupe zu nehmen; Städte, Burgen und Landstriche in der Nähe. Die Umgebung, in der ich nun schon 30 Jahre lebe, sie aber teilweise immer noch nicht erkundet habe oder es vielleicht auch schon wieder vergessen habe, falls ich als Kind da war. #travelathome lautet der Hashtag und passt wie die Faust aufs Auge. Passend für wenige Touren, die ich schon gemacht habe … aber dazu in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten mehr.

An diesem Samstag, es war relativ warm, aber die Sonne knallte glücklicherweise nicht runter, hab ich mir mein Rad geschnappt und bin einfach los gefahren. Zuerst zu meinen Eltern (hatte nach wenigen Kilometern gemerkt, dass es unclever war, ohne Frühstück oder irgendeine Grundlage los zu fahren) durch einen lang gezogenen Weiher mit der wohl momentan schlechtesten Straße ever und hab dort erst einmal zu Mittag gegessen und mit der Family ein bisschen quality time verbracht.

Anschließend fuhr ich Richtung „Gottesgarten am Obermain“. Klingt lustig? Irgendwie schon. Dabei beschreibt es einfach nur eine wundervolle Gegend in Oberfranken. Ich zitiere von Franken’s Paradiese

Gottesgarten am Obermain
Ein Landstrich zum Träumen

Einen Garten der besonderen Art können Sie in der Gegend zwischen Lichtenfels, Weismain und Ebensfeld erleben. Der „Gottesgarten am Obermain“ ist ein Landstrich, der sich mit malerischen Dörfern, bunten Obstwiesen, schroffen Felsformationen und munter rauschenden Bächen wie ein riesiger Landschaftspark ausbreitet. Kloster Banz, die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen und der Staffelberg, der in der Frankenhymne besungen ist, ragen als krönende Landmarken heraus. Preisgekrönt sind auch die Dörfer der Umgebung. Acht Ortschaften des Gottesgartens haben bereits im Dorfwettbewerb auf Bundesebene gewonnen. Ursprüngliche Bauerngärten, schmucke Häuser, Dorfbrunnen und eine kleinteilige Kulturlandschaft prägen die Orts- und Landschaftsbilder. Die für die Gegend typischen, zahlreichen Brauereien und Gasthäuser sorgen dafür, dass Sie auf Ihrem Ausflug durch den Gottesgarten immer gut gestärkt bleiben.

Und genau dahin war ich unterwegs in meiner kurzen Hose und langärmelig (ja, auch ich bin so ein Käseofen, der einfach nicht braun wird, wie die Bilder beweisen *hmpf*). Schön auf dem Radweg durch Ebensfeld und Unterneuses durch, an Maisfeldern vorbei und ein paar kleine Hügelchen hoch – schon war ich mittendrin.

Bad Staffelstein hat so viele schöne Ecken, so schönes Fachwerkhaus und schön angelegte Bäche. Der Tourismus dort boomt (nicht zuletzt wegen der sehr bekannten ObermainTherme) und man kann dort wirklich schön verweilen oder einfach nur durch die Straßen flanieren. Die Stadtgeschichte geht zurück bis auf das Jahr 800, als sie das erste Mal in einer Urkunde erwähnt wurde. Besonders stolz ist man hier auf das „Bad“ in Bad Staffelstein, welches erst seit 2001 verliehen wurde und mit im Namen steht. Genaueres zur Stadtgeschichte erfahrt Ihr auf der Internetsteite der Stadt Bad Staffelstein – da gibt es auch direkt einen Link zur Therme.

Das Rathaus selber ist auch ein Blickfang und heutiges Wahrzeichen der Stadt.

Gleich neben dem Rathaus am Anfang der Bahnhofstraße unterrichtet Adam Riese gerade einen Schüler in Mathematik (mein absolutes Hassfach in der Schule). Diese Statue wurde zum 450. Todestag von Adam Riese, der in Bad Staffelstein geboren wurde, aufgestellt; das war im Jahr 2009.

Nach diesen vielen schönen Eindrücken machte ich mich wieder auf den Heimweg. Natürlich fuhr ich einen anderen Weg zurück, denn sonst wäre es ja langweilig  ;o)  Also fuhr ich durch Unterzettlitz Richtung Wiesen. Dort kam ich (mehr durch Zufall) auf den Radweg „Auenweg Obermain“; ein Skulpturenweg, der am Main entlang führt.  Diesen Weg bin ich an dem Tag nur von Wiesen über Niederau und über Ebensfeld gefahren. Aber selbst das war landschaftlich schon so schön, dass ich ihn unbedingt mal ganz abfahren will. Wird aber wohl erst im nächsten Jahr passieren, wenn das Wetter jetzt nicht besser wird …

Das war mein kleiner Radausflug. Ungeplant. Einfach drauf los gefahren. Glücklicherweise mit gutem Radfahrwetter. Ganz zufällig konnte ich auch noch herausfinden, wo Amaretto angebaut wird …  :D

Versteht Ihr nun, warum ich von der Landschaft vor meiner Haustür so angetan bin? Der Gottesgarten halt! ;o)

Ich wünsche Euch noch eine ruhige Woche!

Eure Karina